Winterthur

Die «Stadttheater-AG» kommt definitiv vors Volk

Das Theater Winterthur soll in eine gemein­nützige Aktiengesellschaft umgewandelt werden. Das Parlament hat die Vorlage am Montag klar gutgeheissen, jetzt muss sie noch vors Volk.

Das Theater Winterthur soll eine gemeinnützige AG werden, mit Aktionären, die auch regelmässig im Publikum sitzen.  Foto: Marc Dahinden

Das Theater Winterthur soll eine gemeinnützige AG werden, mit Aktionären, die auch regelmässig im Publikum sitzen. Foto: Marc Dahinden

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Geht es nach dem Willen des Gemeinderates, wird das Theater Winterthur künftig als Aktiengesellschaft mit einem städtischen Betriebsbeitrag betrieben, so wie schon länger das Opernhaus oder das Schauspielhaus in Zürich. Mit 49 zu 8 Stimmen fiel der Entscheid im Rat deutlich. Gegen die Vorlage stimmten einzelne Vertreter von SP, Grünen und AL. Sie monierten, die Unabhängigkeit berge Risiken für die Qualität und das Personal. Wenn der Erfolg ausbleibe, bestehe die Gefahr, dass sich das Theater bei Sponsoren anbiedere und die Arbeitsbedingungen des Personal sich verschlechterten.

Die grosse Mehrheit sprach von einer ausgewogenen Vorlage, die dem Theater mehr Handlungsfreiheit gebe. Stadtpräsident Michael Künzle (CVP) sagte, er verstehe grundsätzlich die Besorgnis. «Es soll eine ganze Abteilung der Verwaltung ausgegliedert werden. Das Projekt ist aber sehr sorgfältig vorbereitet.» In einer externen Studie waren für das Theater vorab verschiedene Szenarien verglichen worden.

3000 Aktien werden ausgegeben, von denen die Stadt immer eine Mehrheit selbst halten muss. Künzle sieht diese Aktien als eine Art Multiplikator, der die Identifikation der Bevölkerung mit dem Theater steigern soll. «Seien Sie versichert, dass wir dafür schauen, dass es attraktive Aktien gibt, die man dem Göttibueb schenken oder bei sich selbst aufhängen kann», sagte er.

Die Auslagerung muss noch vors Volk. Zu reden geben könnten vor der Abstimmung die Kosten, der Betriebsbeitrag ist mit 4,25 Millionen Franken jährlich eher hoch gewählt, wie die CVP im Rat bemängelte. Künzle verteidigte die Summe, die immer noch tiefer sei als die Theater-Ausgaben vor den beiden letzten Sparprogrammen. (Der Landbote)

Erstellt: 03.12.2018, 22:02 Uhr

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