Fifa

Diese Wahl ist erst der Anfang

Ein Walliser folgt auf den gestürzten Walliser. Gianni Infantino, der im März 46 Jahre alt wird, setzte sich gestern im Zürcher Hallenstadion bei der Wahl zum Nachfolger des gesperrten Sepp Blatter durch.

Der neue Präsident Gianni Infantino will das Fifa-Schiff in ruhigere Gewässer steuern.

Der neue Präsident Gianni Infantino will das Fifa-Schiff in ruhigere Gewässer steuern. Bild: Keystone

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Nun ist der ehe­malige Uefa-Generalsekretär also Fifa-Präsident und damit die Person, die den Weltverband aus der grössten Krise führen soll. Der Fussball, so sagt Infantino, müsse wieder im Zen­trum stehen. Man habe Momente der Tristesse und der Härte hinter sich, aber damit sei jetzt fertig.

Doch «fertig» ist noch lange nicht, gestern erfolgte erst der Anfang. «Es bleibt die Hoffnung, dass er die Fifa besser führt …» ist in einem der Kommentare von 1998 zur Wahl Sepp Blatters auf den Thron nachzulesen. Dieser Satz ist heute im Zusammenhang mit Infantino nicht minder aktuell als vor bald 18 Jahren.

Dass sich Infantino gegen Scheich Salman durchgesetzt hat, erfüllt all jene mit Genugtuung, die bei Salman Vorbehalte hatten. Vorbehalte wegen Vorwürfen von Menschenrechtsorganisationen, dass Salman eine Rolle bei der Niederschlagung der Demokratiebewegung in Bahrain gespielt habe. Nur schon deshalb wäre es ein denkbar schlechter Neustart für die Fifa gewesen, wenn dieser Kandidat das Fifa-Schiff hätte in ruhigere Gewässer steuern sollen.

Mit der Wahl Infantinos und der Annahme der Reformvorschläge ist die Fifa nicht aus der Krise. Aber: Sie hat den bestmöglichen Weg eingeschlagen – nicht mehr und nicht weniger.

Ob der neue Präsident und die neuen Organisationsstrukturen eine wirkliche Reform zum Guten und eine Rückkehr zur Glaubwürdigkeit ermöglichen, wird sich nicht morgen oder übermorgen zeigen. Etwas Neues aufzubauen, braucht seine Zeit. Dass es möglich ist, hat ein anderer grosser Verband bewiesen. Jacques Rogge führte seinerzeit das Internationale Olympische Komitee aus dem Schlamassel und dem Korruptionssumpf.

Erstellt: 27.02.2016, 09:23 Uhr

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