Winterthur

Durch Abriss zum Rekordplatz

Die Fabrikkirche auf dem Sulzer-Areal muss dem sogenannten Dialogplatz weichen. So wollen es die Experten. Durch den Abriss soll der grösste Platz der Stadt entstehen.

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Während zehn Jahren war die markante rote Ziegelsteinhalle 1019 inmitten des Sulzer-Areals als «Fabrikkirche» bekannt. Unter Führung des EVP-Politikers und Sozialunternehmers Nik Gugger diente sie als evangelische Kirche, aber auch als Restaurant und Eventhalle. Ob sie im Rahmen des Grossprojekts «Werk 1» abgerissen werden würde oder in Teilen stehen bleiben kann, war lange unklar. Die Baufirma Implenia und die Stadt Winterthur holten dazu eine Expertenmeinung ein, von der gleichen Jury, die schon 2010 entschied, welche Testplanung fürs ganze Areal zum Zug kommt.

«Bei der Prüfung der Varianten gelangte die Jury einstimmig zur Erkenntnis, dass ein Rückbau des Gebäudes 1019 aus verschiedenen Gründen vorteilhaft ist», sagt Natascha Mathyl von Implenia. Dies insbesondere in Bezug auf die «Qualität des städtebaulichen Konzepts» und «Aufenthaltsqualität des Dialogplatzes».

Zu gross und im Weg

In einfacheren Worten: Die Halle ist zu gross und liegt ungünstig auf dem Areal, finden die Experten. Sie würde den Platz in zwei Hälften teilen und ihm damit viel von seiner Grosszügigkeit und Aufenthaltsqualität nehmen. Und gross ist der Platz tatsächlich: Mit einer Fläche von rund 6000 Quadratmetern ist er anderthalb mal so gross wie der Bundsplatz in Bern und grösser als der Katharina-Sulzer-Platz.

Im Herbst fahren die Bagger auf. Bis das «Werk 1» und der Park fertig gebaut sind, wird es aber noch viele Jahre dauern, frühestens 2022 wird er eingeweiht. Ein Grossteil wird asphaltiert, doch ein Brunnen, viele Bäume sowie Pflanzflächen sind vorgesehen.

Gottes Segen und ein Wunsch

Nik Gugger von der Fabrikkirche ist wehmütig, denn für sein Sozialunternehmen sei das Gebäude damals ein «Geschenk des Himmels» gewesen. Er wünsche dem neuen Platz nur das Beste und Gottes Segen. «Ich hoffe, dass er leben wird, und nicht eine leere Brache entsteht, wie drüben am Katharina-Sulzer-Platz.» Am 17. Dezember hatte Gugger in der Halle 1019 den letzten Blues spielen lassen, ab Herbst wirtet seine Sozialfirma wieder, im Restaurant Akazie. Der Name «Fabrikkirche» wird bleiben. (Der Landbote)

Erstellt: 16.07.2017, 17:25 Uhr

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