Eishockey

EHCW entführt Punkte aus Sierre

Der EHC Winterthur gewinnt in der 4. Runde der Swiss League zum dritten Mal. Nach dem 5:2 in Sierre ist er Tabellenzweiter.

Tim Wieser traf in Sierre zum 3:2 für den EHCW.

Tim Wieser traf in Sierre zum 3:2 für den EHCW. Bild: Urs Kindhauser/Archiv

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Der EHCW hat in Sierre nicht durchwegs gut gespielt. Aber sein Trainer Michel Zeiter hat schon recht, wenn er bilanziert: «Wir haben den Sieg am Ende verdient.» Richtig gut war der EHCW freilich nur in zwei Phasen: In den ersten vier Minuten und dann in den letzten 20 wieder. Dazwischen sahen fast 2500 Zuschauer in der Graben-Halle einen zuweilen wilden und spektakulären Match, einen Schlagabtausch, in dem die Winterthurer aber die besseren Karten hatten. Weil sie effizienter waren, weil sie in Tim Guggisberg den besseren Torhüter hatten, weil sie wie schon beim 3:0 gegen Thurgau über ein starkes Boxplay verfügten.

Sierre war der Gegner mit den Attributen, wie man es erwarten konnte: emotional, euphorisch nach dem 3:1-Sieg in Visp, konterstark, aber auch unerfahren in vielen Situationen. Für den EHCW hätte der Match nicht besser beginnen können vor diesem Publikum. Nach 138 Sekunden fand ein Weitschuss Mike Küngs den Weg zum 1:0 ins Tor. Eineinhalb Minuten später vollendete Silvan Hess Thibaut Monnets Vorarbeit bei einem Konter zum 2:0. Hätten die Winterthurer danach in Ruhe weitergespielt, es hätte wohl den diskussionslosen Sieg gegeben, den das Schlussresultat suggeriert.

Sierre ins Spiel gebracht

Aber das taten sie nicht und es folgte der wilde Teil des Spiels. "Wir wollten zuviel", monierte Zeiter. Der Puck wurde zum Teil zu lange gehalten oder dann früh vom Gegner abgefangen. Weiter als bis an die gegnerische blaue Linie kam er nur im Ausnahmefall. Die Folge: Sierre konnte im eigenen Stadion kontern, obwohl es im Rückstand lag. Es brauchte schon im ersten Drittel mehrere Big Saves von Guggisberg. Was auch nicht gut war, waren die vielen Strafen, die die Winterthurer kassierten. Die meisten waren unnötig, am wenigsten noch jene , die den Wallisern in der elften Minute das Anschlusstor durch Goran Bezina ermöglichte.

Der EHCW selber war es also, der den Aufsteiger mit seiner Spielweise zurück in die Partie brachte. Der frenetisch bejubelte Ausgleich war nur eine Frage der Zeit. Mike Wyniger erzielte ihn schon in der 22. Minute, weil der Walliser von den Winterthurern nicht konsequent attackiert wurde. In dieser Phase schien der Match nur einen Verlauf nehmen zu können: Dass Sierre ihn zu seinen Gunsten kehren und der EHCW auseinanderbrechen würde.

Unerfahrenheit ausgenutzt

Doch das war nicht der Fall. Denn die Winterthurer nutzten die Unerfahrenheit Sierres im Mitteldrittel noch zweimal aus. Erst kam Yannick Hänggi von der Strafbank gerade recht, um Tim Wieser zu lancieren. Der zog alleine los und traf so sicher wie schon gegen Thurgau. Damals wars das vorentscheidende 2:0. Diesmal das wegweisende 3:2. Kurz vor dem Ende des zweiten Drittels kam es noch besser für die Winterthurer: Martin Alhiodzic bezwang Sierre-Goalie Remo Giovannini mit einem Shorthander zum 4:2.

Von diesem Rückschlag erholte sich Sierre nicht mehr. Weil sich der EHCW im Schlussdrittel markant steigerte. Das zeigte sich an der Strafenverteilung: In den ersten 40 Minuten hatte Sierre fünfmal in Überzahl spielen können, der EHCW nie. Erst im Schlussdrittel wanderten auch die Walliser auf die Strafbank, während es bei den Winterthurern nur noch Alihodzic erwischte, was allerdings folgen hat. Er kassierte eine Spieldauer-Disziplinarstrafe, die zweite bereits nach dem Testspiel in La Chaux-de-Fonds. Das heisst: Er ist am nächsten Mittwoch gegen Kloten gesperrt.

Sicher im Schlussdrittel

Gut vom EHCW war: Er nutzte bereits sein erstes Powerplay zu Beginn des Schlussdrittels aus. Kevin Bozon traf zum 5:2, magistral bedient von Wieser. Dieses Tor gab dem EHCW noch mehr Sicherheit, so dass man am Ende von einem souveränen Sieg sprechen konnte. Er liess die Gastgeber kaum nochmals gefährlich werden, und wenn doch, blieb Guggisberg stets Sieger. «Es war kein schlechter Match von uns», sagte Zeiter. «Aber wir waren nicht konstant genug. Nach dem 2:0 haben wir die einfachen Dinge nicht mehr gut gemacht, deshalb kamen wir in Schwierigkeiten. Schliesslich aber haben wir die drei Punkte, die wir wollten.»

Also kommt der EHCW nach vier Runden bereits auf neun Zähler. Letzte Saison dauerte es acht Runden lang und bis Mitte Oktober, ehe es so weit war. Jetzt aber stehen die Winterthurer auf Rang 2 hinter Ajoie. Das heisst: Sie bestreiten am Mittwoch in der Zielbau-Arena mit dem Derby gegen Kloten einen Spitzenkampf.

Erstellt: 21.09.2019, 22:11 Uhr

Swiss League

HC Sierre – EHCW 2:5 (1:2, 1:2, 0:1)

Graben. – 2450 Zuschauer. – SR Eichmann/Boujon; Duarte/Pitton. - Tore: 3. (2:18) Küng (Allevi, Lazarevs) 0:1. 4. (3:37) Hess (Monnet) 0:2. 11. Bezina (Castonguay/Ausschluss Küng) 1:2. 22. Wyniger 2:2. 31. Wieser (Hänggi) 2:3. 39. Alihodzic (Ausschluss Brace!) 2:4. 43. Bozon (Wieser/Ausschluss Ducret) 2:5. - Strafen: 4-mal 2 gegen Sierre, 5-mal 2 plus 1-mal 10 (Brace) plus 1-x5 plus Spieldauer (Alihodzic) gegen den EHCW. - Sierre: Giovannini; Dozin, Bezina; Devesvre, Wyniger; Maxime Montandon, Smons; Vouardoux; Asselin, Castonguey, Massimino; Riat, Heinimann, Abreu De Nobrega; Vouillamoz, Rimann, Ducret; Fellay, Privet, Bernazzi. - EHCW: Guggisberg, Roos, Kobach; Schmutz, Blaser; Raggi, Küng; Hänggi, Pozzorini; Bleiker, Torquato, Brace; Zahner, Ramon Diem, Wieser; Monnet, Hess, Bozon; Allevi, Alihodzic, Lazarevs. - Bemerkungen: Sierre ohne Meyrat, Kyparissis, Patry und Impose (verletzt). EHCW ohne Homberger (verletzt), Guerra (krank), Forrer und Sigg (überzählig). 54:38 Time-out Sierre. Sierre ab 58:00 bis 58:44 ohne Torhüter.

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