Eishockey

EHCW scheitert am Zuger Goalie

Nach dem Sieg gegen Biasca am Freitag hat der EHC Winterthur am Sonntag mit der 1:3-Niederlage gegen die EVZ Academy einen Rückschlag erlitten. Hauptgrund dafür war der Zuger Goalie Sandro Aeschlimann.

Als einziger Winterthurer konnte Topskorer Anthony Nigro den Zuger Goalie Sandro Aeschlimann bezwingen.

Als einziger Winterthurer konnte Topskorer Anthony Nigro den Zuger Goalie Sandro Aeschlimann bezwingen. Bild: Nathalie Guinand

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Eines hat der EV Zug bestimmt nicht: Ein Torhüterproblem. Die Innerschweizer haben sich für die kommenden Jahre die Dienste Leonardo Genonis gesichert, sie haben mit Tobias Stephan schon jetzt einen sehr guten Mann zwischen den Pfosten und sie stellen im Moment mit Luca Hollenstein und Gianluca Zaetta gleich zwei Goalies für die U20-Nationalmannschaft.

Und sie haben Sandro Aeschlimann. Der erhielt am Samstag im «Eins» den Vorzug vor Stephan und gewann mit Zug 5:1 gegen Rapperswil-Jona. Keine 24 Stunden später stand der 23-Jährige in der Bossard-Arena schon wieder im Einsatz – und brachte als Goalie der EVZ Academy die Stürmer des EHCW zur Verzeiflung. «Heute war Aeschlimann ganz klar der Grund dafür, dass wir verloren haben. Wir sind an einem Top-Goalie gescheitert. Chancen hatten wir genug», analysierte EHCW-Trainer Michel Zeiter.

Zug pausierte länger

Nur zwei Tage nach dem 6:2-Erfolg gegen Biasca hatten die Winterthurer zunächst etwas Mühe ins Spiel zu finden. Die Innerschweizer wirkten frischer, sie hatten auch drei Tage länger pausiert als die Winterthurer. Aber auch sie wurden nur selten einmal wirklich gefährlich. Wenn eine Mannschaft im ersten Drittel hätte in Führung gehen müssen, dann wäre es der EHCW gewesen. Jared Gomes traf in der 13. Minute nur den Pfosten, Anthony Nigro und Kevin Bozon im Nachschuss hatten das 1:0 kurz darauf ebenfalls auf dem Stock, waren aber die ersten, die in Aeschlimann ihren Meister fanden.

Der Match war eine enge Angelegenheit. Es ging um viel im Kampf am Strich. Die Zuger, die sich mit den GCK Lions im Moment das Fernduell um Rang 8 liefern, durften sich gegen weiter hinten klassierte Teams wie den EHCW natürlich keine Blösse geben. Und für die Winterthurer gehts praktisch in jedem Spiel um so etwas wie die letzte Chance, besonders gegen direkte Konkurrenten wie die EVZ Academy.

EHCW begeht Fehler

So verwunderte es nicht, dass einen grossen Nachteil hatte, wer die gröberen Fehler beging. Und das waren die Winterthurer. Den ersten in der 23. Minute: Ein Stellungsfehler führte zu einem Zuger Konter, der mit dem 1:0 durch Michael Rudolf endete. Der zweite Schnitzer unterlief Goalie Tim Guggisberg, der nach 43 Sekunden des Mitteldrittels einen haltbaren Weitschuss von Victor Oejdemark zum 2:0 passieren liess. Und in der 56. Minute schoss Verteidiger Mike Küng im Powerplay seinen Gegenspieler an, der Konter führte zu einem Shorthander, dem zweiten Tor des Tages durch Rudolf. Küng allerdings sollte man nichts vorwerfen. Er ist einer der wenigen, die immer wieder den Schuss aus der Distanz suchen, und bei einem 0:2-Rückstand kurz vor Schluss war das eindeutig das Mittel, das zu gebrauchen angezeigt war.

Als der EHCW endlich traf, wars zu spät. Anthony Nigro verkürzte dreieinhalb Minuten vor der Schlusssirene auf 1:3. Mehr aber liess Aeschlimann nicht mehr zu. Der EHCW hatte nach dem Tor zum 0:2 gleich zu Beginn des Schlussabschnitts, das wie ein Schlag ins Genick war, zu lange gebraucht, um sich zu erholen.

Gomes im Pech

In die Wege geleitet wurde die Niederlage im Mitteldrittel. Der EHCW steckte das 0:1 eigentlich gut weg und kam vor allem in einer längeren Überzahlphase ab Spielhälfte dem Ausgleich mehrmals sehr nahe. Antony Staiger hätte das 1:1 zweimal machen müssen, aber auch Martin Alihodzic. Und Gomes klebte das Pech an den Händen. Nach seinem Pfostenschuss im Startdrittel traf er in der 35. Minute auch die Latte.

Klar war auch: In einem ruppigen Match gab es auf beiden Seiten zahlreiche Strafen, und die Zuger waren es, die damit besser umgingen. Sie schossen das 2:0 in Überzahl und das 3:0 mit einem Shorthander. Auf Winterthurer Seite genügte die Bilanz der Special Teams diesmal nicht, obwohl auch Nigros Treffer fiel, als der EHCW einen Mann mehr auf dem Eis hatte. «Im Powerplay haben wir zuwenig herausgeholt», sagte auch Trainer Zeiter. «Und wir müssen lernen, im Abschluss präziser zu arbeiten.» Vor allem gegen die EVZ Academy, denn gegen diese Mannschaft hat der EHCW in drei Spielen (0:4, 1:2 nach Penaltyschiessen und nun 1:3) nur zwei Tore erzielt.

Gewiss hat der EHCW am Sonntag eine grosse Chance verpasst. Mit einem zweiten Sieg innert 48 Stunden wäre eine kleine Euphorie entstanden. Die EVZ Academy war auch etwas weniger gut besetzt als in vorangegangenen Vergleichen. Mit Dario Wüthrich und Sven Leuenberger sind auch zwei Feldspieler im U20-Nationalkader engagiert und der Schwede Pontus Widerström, am Samstag wie Aeschlimann gegen Rapperswil-Jona im Einsatz, wurde geschont.

2018 noch zwei Heimspiele

In Bezug auf die Tabelle heisst dieses 1:3 nun: Der Rückstand des EHCW auf die achtplatzierten GCK Lions beträgt wieder 15 Punkte, auf die EVZ Academy sinds 14, aber eigentlich auch 15. Denn bei Punktgleichheit sind die Innerschweizer wegen der direkten Begegnungen vorne. Ob der EHCW die beiden Farmteams noch gefährden kann, wird sich im alten Jahr noch zeigen müssen: Am Stephanstag kommt der EHC Visp in die Zielbau-Arena. Und am nächsten Sonntag empfängt der EHCW die GCK Lions.

EHC Winterthur - EHC Visp. 26. Dezember, 16.15 Uhr, Zielbau-Arena. (Der Landbote)

Erstellt: 23.12.2018, 20:31 Uhr

Swiss League

EVZ Academy – EHCW 3:1 (0:0, 1:0, 2:1)
Bossard-Arena. – 330 Zuschauer. – SR Gäumann/Erard; Huguet/Micheli. - Tore: 23. Rudolf (Haberstich, Elsener) 1:0. 41. (40:43) Oejdemark (Ausschluss Allevi) 2:0. 56. Rudolf (Ausschluss Schwenninger!) 3:0. 57. Nigro (Gomes/Ausschlüsse Schwenninger, Capaul; Küng) 3:1. - Strafen: 12x2 plus 1x10 (Fohrler) gegen die Academy, 11x2 plus 1x10 (Pozzorini) gegen den EHCW. - Academy: Aeschlimann; Oejdemark, Elsener; Fohrler, Maurer; Minder, Capaul; Stoffel, Graf; Langenegger, Lust, Eugster; Bougro, Schwenninger, Volejnicek; Pokorny, Rudolf, Lanz; Walz, Käy, Haberstich. - EHCW: Guggisberg; Blaser, Pozzorini; Guerra, Kobach; Molina, Küng; Schmutz; Staiger, Keller, Roos; Ranov, Nigro, Bozon; Gomes, Homberger, Wieser; Allevi, Alihodzic, Hess; Martikainen. - Bemerkungen: EHCW ohne Schmidli (verletzt), Jonski und Scherz (überzählig). EVZ Academy ohne Widerström (am Vortag mit Fanionteam im Einsatz) sowie Leuenberger, Wüthrich, Zaetta und Hollenstein (U20-Nationalteam) . 5. Tor von Lanz aberkannt (Kickbewegung). 13. Pfostenschuss Gomes. 35. Lattenschuss Gomes. 54:52 Time-out EHCW. EHCW ab 58:34 ohne Torhüter.

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