Eishockey

EHCW spielt gegen GCK Lions nicht gut genug

Weil der EHC Winterthur in Küsnacht nicht an die Leistung vom Vortag anknüpfen konnte, verlor er gegen die GCK Lions 4:7.

Martin Alihodzic gab dem EHCW mit seinem Tor zum 4:5 nochmals Hoffnung.

Martin Alihodzic gab dem EHCW mit seinem Tor zum 4:5 nochmals Hoffnung. Bild: Melanie Duchene

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Die Euphorie beim EHCW hielt nur einen Tag: Nach dem 2:1-Sieg gegen Olten zog er weniger als 24 Stunden später einen deutlich schwächeren Tag ein und verlor gegen die GCK Lions 4:7. Dieses Resultat ging in Ordnung, denn das Farmteam der ZSC Lions war 40 Minuten lang klar besser, holte da einen Zweitore-Vorsprung heraus und brachte diesen ohne gross zu zittern über die Zeit, obwohl die Winterthurer zwischenzeitlich auf 3:4 und auf 4:5 herankamen.

Oberflächlich gesehen ist der Grund für die Winterthurer Niederlage eindeutig: Viermal spielten sie Unterzahl, viermal kassierten sie ein Gegentor. Weil die GCK Lions sich besser bewegten, wurde der EHCW deutlich öfter bestraft. Und Victor Backman, der überragender Schwede des Heimteams, glänzte mit drei Toren und einem Assist. Beim EHCW war also das Boxplay im speziellen und – bei sieben Gegentoren – die Defensive im allgemeinen nicht gut.

«Im Vergleich zum Spiel vom Vortag gegen Olten habe ich zwei verschiedene Mannschaften am Werk gesehen»EHCW-Trainer Michel Zeiter

Auf der Resultattafel fiel die Entscheidung im Mitteldrittel, das der EHCW 2:4 verlor. Die Ursache von all dem aber lag an der Art und Weise, wie die Winterthurer in diesen Match hinein gingen. «Im Vergleich zum Spiel vom Vortag gegen Olten habe ich zwei verschiedene Mannschaften am Werk gesehen», urteilte Trainer Michel Zeiter. Mit beiden war die seine gemeint. «Diesmal fehlte die Intensität.» Das galt vor allem fürs erste Drittel. Alles ging etwas langsamer als am Vortag: Die Scheibe blieb zu lange an den Stöcken kleben, die GCK Lions konnten immer wieder dazwischen fahren und gingen überhaupt deutlich engagierter zu Werke. Einen Tag nach ihrer 2:4-Niederlage in der Ajoie und der langen Rückreise hätte es umgekehrt sein müssen.

Chancenplus der GCK Lions

Das Heimteam erspielte sich ein klares Chancenplus und geriet doch in Rückstand. Dass der EHCW im ersten Drittel überhaupt einen Treffer erzielte, war dem Umstand geschuldet, dass Verteidiger Bryan Peter einen Pass Zack Torquatos ins eigene Tor lenkte. Sonst wurden die Winterthurer in dieser Phase kaum gefährlich. Auswirkungen hatte Peters Missgeschick keine. Sein Team reagierte noch im Startdrittel mit dem ersten Powerplaytor Backmans.

Eine Zeitlang sah es danach besser aus für die Winterthurer. Sie reagierten im Mitteldrittel zunächst gut auf den schwachen Start, indem die Blöcke kompakter verschoben, die Spieler näher beieinander waren und die GCK Lions vermehrt unter Druck setzen konnten. Daraus ergaben sich ein paar gute Chancen. Damit aber wars nach ein paar Minuten bereits wieder vorbei, mit einer nächsten (unnötigen) Strafe gegen den EHCW und der daraus resultierenden 2:1-Führung fürs Heimteam. Was folgte, war ein 15-minütiges ziemlich wildes Hin- und Her. Der EHCW versuchte zwar, in dieses Spiel hinein zu finden, aber die GCK Lions hatten immer wieder die bessere Antwort bereit.

Als Team stabiler sein

Gut war, dass die Winterthurer den schlechten Lauf der Dinge nicht einfach geschehen liessen, sondern eine Reaktion auf den schlechten Start zeigten. Zwei, dreimal sah es danach aus, dass dieser Spätnachmittag doch noch ein gutes Ende für sie nehmen könnte. Doch nur gut zwei Minuten nach Jari Allevis 2:2 stands schon wieder 2:4, und nach Riley Braces Treffer zum 3:4 dauerte gar nur 20 Sekunden, ehe Mattia Hinterkircher den Vorsprung der GCK Lions wieder ausbaute. «Das ist auch etwas, das wir lernen müssen», sagte Trainer Zeiter. «In solchen Momenten, in denen wir wieder herankommen, müssen wir als Team stabiler sein.»

Am Ende scheiterte der EHCW aber auch an einem starken Gegner. Die GCK Lions sind in dieser Besetzung – mit Routiniers wie Rizzello, Fuhrer, Geiger und Sidler, mit ihren starken Ausländern Backman und Ryan Hayes und natürlich mit Leihgaben aus dem Kader der ZSC Lions wie Hinterkircher oder Brüschweiler – sehr gut unterwegs. Brüschweiler übrigens war der einzige im Team der Küsnachter, der bereits am Dienstag beim 9:0-Sieg der ZSC Lions gegen den EHCW in der Zielbau-Arena gespielt hatte.

Am Ende hat der EHCW einen ersten wichtigen Vergleich mit einem anderen Team, das um die Playoff-Teilnahme kämpfen wird, verloren. In erster Linie, weil er für einen Sieg selber nicht gut genug gespielt hat. Als nächster Gegner kommt am Dienstag der HC Thurgau nach Winterthur.

Erstellt: 14.09.2019, 21:07 Uhr

Swiss League

GCK Lions – EHCW 7:4 (1:1, 4:2, 2:1)

Kunsteisbahn Küsnacht. – 160 Zuschauer. – SR Eichmann/Staudenmann, Gurtner/Bichsel. - Tore: 17. (16:44) Torquato 0:1. 18. (17:51) Backman (Brüschweiler, Hayes/Ausschluss Pozzorini) 1:1. 27. (26:01) Backman (Brüschweiler, Büsser/Ausschluss Schmutz) 2:1. 27. (26:42) Allevi (Alihodzic) 2:2. 28. (57:59) Suter 3:2. 29. Hayes (Hinterkircher/Ausschluss Blaser) 4:2. 29. (28:47) Brace (Schmutz) 4:3 34. Hinterkircher (Backman, Hayes) 5:3. 48. Alihodzic (Lazarevs, Allevi) 5:4. 58. (57:28) Hayes (Ausschluss Küng) 6:4. 58. (57:52) Backman (ins leere Tor) 7:4. - Strafen: 3x2 gegen die GCK Lions, 5x2 gegen den EHCW. - GCK Lions: Zürrer; Braun, Büsser; Andersson, Sidler; Geiger, Peter; Widmer; Hayes, Backman, Hinterkircher; Puide, Fuhrer, Riedi; Brüschweiler, Kaj Suter, Rizzello; Fabian Berni, Chiquet, Hardmeier; Marchand. - EHCW: Guggisberg; Roos, Kobach; Schmutz, Blaser; Hänggi, Pozzorini; Küng, Guerra; Bleiker, Torquato, Brace; Zahner, Ramon Diem, Wieser; Monnet, Hess, Bozon; Allevi, Alihodzic, Lazarevs. - Bemerkungen: GCK Lions ohne Shane, Zumbühl Burger (verletzt). EHCW ohne Homberger (verletzt) sowie Forrer, Raggi und Sigg (überzählig). 57:42 Time-out EHCW, anschliessend bis 57:52 ohne Torhüter.

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