Eishockey

EHCW steigert sich – aber nicht genug für einen Sieg

Mit Langenthal hat ein weiteres sehr starkes Team in der Zielbau-Arena gastiert. Der EHCW hielt bis zum Schluss mit, verlor aber 1:3 (1:1, 0:1, 0:1).

Eine starke Leistung zeigte EHCW-Goalie Tim Guggisberg. Den Gamewinner zum 1:2 hätte er allerdings halten können.

Eine starke Leistung zeigte EHCW-Goalie Tim Guggisberg. Den Gamewinner zum 1:2 hätte er allerdings halten können. Bild: Heinz Diener

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Die Entscheidung vor nur gut 700 Zuschauern fiel erst 56 Sekunden vor Schluss. Da traf Dario Kummer zum 3:1 für den Gast aus dem Oberaargau. EHCW-Goalie Tim Guggisberg hatte sein Gehäuse schon geraume Zeit vorher verlassen, um einem sechsten Feldspieler Platz zu machen.

Guggisbergs einziger Fehler

Der junge Torhüter des EHCW stand an diesem Abend oft im Mittelpunkt. Unglücklich sah er in der 33. Minute aus, als er einen Schuss des Langenthalers Flurin Randegger zum 1:2 passieren liess, den er sonst zu halten pflegt. Es war der Gamewinner für die Oberaargauer und für Guggisberg eine Aktion, die mit all dem anderen kontrastierte, was er an diesem Abend gezeigt hatte. Er war mit seinen zahlreichen starken Paraden nämlich ein wesentlicher Grund dafür, dass der EHCW, der zuvor in drei Spielen 19 Treffer kassiert hatte, bis zum Schluss auf einen Punkt hoffen durfte.

Ein Grund war Anthony Nigro. Der Kanadier war nach zwei Spielen Pause dabei, obwohl seine Blessur noch nicht ganz abgeklungen war und man hatte den Eindruck, er half dem Team nur schon mit seiner Präsenz. Vor allem im ersten Abschnitt sorgte er mit seinen Pässen und Dribblings mehrfach für Gefahr vor dem Langenthaler Tor. Gegen Ende konnte Nigro aber nicht verbergen, dass er noch nicht ganz fit ist.

Wieder früh im Rückstand

Wie meist in dieser Saison geriet der EHCW früh in Rückstand. Robin Leblanc traf in der 5. Minute mit einem präzisen Schuss zum 1:1. Anders als gegen Olten und Ajoie liess sich der EHCW dadurch aber nicht aus dem Konzept bringen. Ihm half, dass in der 13. Minute in Unterzahl der Ausgleich gelang. Langenthals Yves Müller schoss Martin Alihodzic an, der sofort Anthony Staiger lancierte und der wiederum bezwang Philip Wüthrich zum 1:1.

Dass Langenthal einen Shorthander zuliess, war ein Indiz dafür, dass das Team des schwedischen Trainers Per Hanberg diese Saison wohl nicht ganz zur Spitze der Swiss League zu zählen ist. Olten und Ajoie hinterliessen einen wesentlich stärkeren Eindruck in den Spielen davor gegen den EHCW. Langenthal verpasste es nach der 2:1-Führung auch, eine Vorentscheidung zu erzwingen. Aber Langenthal ist weiterhin eine solide Mannschaft, die gegen die Winterthurer am Ende nicht mehr in allzu grosse Schwierigkeiten geriet, auch nicht, am Schluss, als EHCW-Trainer Michel Zeiter seinen Torhüter ersetzte.

«Eine Reaktion war da»

Zeiter war trotz der Niederlage zufrieden mit seinem Team. «Wir haben eine gute Leistung gezeigt, es war eine Reaktion auf das 0:7 gegen Ajoie da. Einstellung und Kampfgeist haben gestimmt. Ich bin zuversichtlich, dass wir über kurz oder lang wieder punkten werden.» Verbessert war insbesondere die Defensivleistung, auch abgesehen von Guggisbergs Paraden. Die Zone vor dem eigenen Tor wurde besser zugemacht, wobei auch zu sagen ist: Langenthal ging da weniger durchschlagskräftig zu Werke als andere Gegner der Winterthurer.

Offensiv besser werden

Besser werden muss sicher die Offensivleistung. «Mit nur einem Tor gewinnt man keine Spiele», kritisierte auch Zeiter. Tatsächlich brachte der EHCW nach vorne nicht mehr viel zustande, als er einmal im Rückstand lag. Tanner Sorenson oder Nigro hätten im Schlussdrittel am ehesten noch ausgleichen können.

«Mit nur einem Tor gewinnt man keine Spiele»EHCW-Trainer Michel Zeiter

«Besser werden müssen wir auch im Powerplay», fordert Zeiter. In Überzahl gelang seinem Team tatsächlich nur wenig, obwohl sich die Präsenz Nigros auch da bereits positiv auswirkte. Man muss allerdings auch sagen: Langenthal spielte sein Penaltykilling stark und wenn immer möglich aggressiv. Einfach war es nicht, sich da durchzusetzen.

Auch wenn der EHCW weiterhin die eine oder andere Strafe zuviel kassiert darf man auch da eine Verbesserung feststellen. Überhaupt war die Leistung der Winterthurer gegen Langenthal ein Lichtblick, nachdem sie zuvor gegen Olten und Ajoie mehr oder weniger chancenlos gewesen sind. Um das im nächsten Spiel am Sonntag in der Swiss Arena gegen Kloten nicht zu sein, muss sich der EHCW aber weiter steigern. (Der Landbote)

Erstellt: 10.10.2018, 22:53 Uhr

Telegramm

EHCW SC Langenthal 1:3 (1:1, 0:1, 0:1)
Zielbau-Arena. –715 Zuschauer. – SR Gäumann/Kaukokari; Cattaneo/Ambrosetti. - Tore: 5. Leblanc 0:1. 13. Staiger (Alihodzic/Ausschluss Roos!) 1:1. 33. Randegger (Müller, Andersons/Ausschluss Sorenson) 1:2. 60. (59:04) Kummer (ins leere Tor) 1:3. - Strafen: Je 5x2. - EHCW: Guggisberg; Molina, Kobach; Guerra, Schmutz; Roos, Pozzorini; Sigg; Staiger, Keller, Wieser; Sorenson, Nigro, Bozon; Ranov, Alihodzic, Allevi; Martikainen, Busovsky, Scherz; Mettler. - Langenthal: Wüthrich; Maret, Randegger; Pienitz, Müller; Christen, Rytz; Scheidegger; Kelly, Karlsson, Tschannen; Kummer Dünner, Andersons; Leblanc, Dal Pian, Sterchi; Gerber, Wyss, Robin Nyffeler; Hess. - Bemerkungen: EHCW ohne Homberger, Schmidli, Blaser, Küng und Jonski (verletzt). Langenthal ohne Campbell, Henauer und Mathis (verletzt) sowie Ahlström (Wechsel zu La Chaux-de-Fonds). 57:42 Timeout EHCW, anschliessend bis 59:04 ohne Torhüter.

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