Eishockey

Ein Ebenbild der ganzen Saison

Wie so oft schon in dieser Saison hat der EHC Winterthur in Weinfelden gegen den HC Thurgau gut gespielt. Weil er keine Tore schoss, verlor er 0:2.

Viele Chancen, kein Tor: Hier bedrängt EHCW-Stürmer Kevin Bozon Thurgaus Goalie Janick Schwendener.

Viele Chancen, kein Tor: Hier bedrängt EHCW-Stürmer Kevin Bozon Thurgaus Goalie Janick Schwendener. Bild: Madeleine Schoder

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Am Ende war zusammenzufassen: Der EHCW bezog seine 27. Niederlage, die siebte in Serie und die vierte im fünften Vergleich mit dem HC Thurgau. Mit 0:2 fiel sie knapp aus, wie fast alle vorangegangenen im Derby. Man hatte den Eindruck, gross könne der Unterschied zwischen diesen beiden Teams nicht sein, der Winterthurer Trainer Michel Zeiter war gar der Meinung: «Heute waren wir eigentlich die bessere Mannschaft.» In Punkten ist die Differenz allerdings riesig. 36 Zähler Vorsprung hat Thurgau nun auf den EHCW. Der Grund dafür ist unter anderem: Die Leistungen der Winterthurer widerspiegeln sich auch dann nicht im Resultat, wenn sie gut sind.

Gomes als Center

Der EHCW begann die Partie stark. Der Auftritt war deutlich frischer und besser als am Sonntag beim 1:6 zuhause gegen Ajoie. Es fehlten zwar wie angekündigt die verletzten Anton Ranov, Mike Küng und Atanasio Molina, aber anders als befürchten konnte der Kanadier Anthony Nigro spielen. Er tat dies neu an der Seite von Kris Schmidli und Samuel Keller, der am Flügel statt wie gewohnt auf der Centerposition agierte. Erstmals seit längerer Zeit spielte dafür Jared Gomes Center, zwischen Anthony Staiger und Kevin Bozon. Diese Linie zeigte gute Ansätze, wie das überhaupt vom EHCW zu sagen ist. Was von Anfang an allerdings fehlte, war der krönende Erfolg.

Zum Beispiel hätte der EHCW in der 15. Minute treffen müssen, als die Verteidiger Michael Roos und Uinter Guerra mit Distanzschüssen für Gefahr sorgten. Die Winterthurer Stürmer waren auch vor dem Tor präsent, nur konnten sich Keller, Nigro oder Schmidli bei den Abprallern nicht durchsetzen. Kurz vorher hatte Gomes ein sehenswertes Solo gezeigt, aber auch er war nicht erfolgreich gewesen.

Zu diesem Zeitpunkt führte Thurgau bereits 1:0. Das Team von Trainer Stephan Mair nützte sein erstes Powerplay schon nach acht Sekunden zum 1:0. Verteidiger David Wildhaber schoss von der blauen Linie und bezwang Fabio Haller. Dieser stand nach einem Kreuzbandriss und einem Aufbau in der Mysports League beim EHC Basel erstmals in dieser Saison im Tor des EHCW. Für die Winterthurer war halt typisch, dass nur ein paar Sekunden nach der Thurgauer Führung Staiger alleine vor Janick Schwendener auftauchte, aber daneben schoss. 12:7 Schüsse zugunsten des EHCW wurden im ersten Drittel notiert, 31:22 waren es allerdings am Schluss

Dass Thurgau mit 33 Punkten Vorsprung in diese Partie gegangen war, merkte man »nur» am Resultat. Und das lautete nach zwei Dritteln bereits 2:0. Zwar war der EHCW nun öfter mal mit Abwehraufgaben beschäftigt. Mitunter sah man auch, dass Thurgau nicht alles richtig machte. Lars Frei etwa schoss alleine vor Haller auch daneben. Überhaupt wirkte das Heimteam nicht sonderlich inspiriert. Aber der EHCW konnte das nicht ausnutzen. Er kam zwar wieder besser ins Spiel und auch wieder zu Chancen. Doch weder Tim Wieser noch Ron Martikainen konnten eine davon nutzen.

Man konnte sagen: Viele Winterthurer machten in mancher Situation das Richtige, aber einfach nicht gut genug. Das betraf das Stellungsspiel, die Pässe, die Abschlüsse: Gut gedacht, aber oft zu unpräzis. Und manchmal waren die Thurgauer dann einfach geistesgegenwärtiger, so wie Janik Loosli, der die Winterthurer Drangphase in der 37. Minute mit dem 2:0 beendete.

Aufholen konnte der EHCW nicht mehr. Zum einen, weil ihn Thurgau im Schlussdrittel kaum noch zur Entfaltung kommen liess. Als Nigro und Keller nach guten Angriffen noch zu gefährlichen Abschlüssen kamen, lief schon die Endphase der Partie. Ein anderer Grund aber war wohl auch das fehlende Selbstvertrauen. In zu vielen Spielen schon hat es den Winterthurern nicht zu Punkten gereicht. Das ist in solchen Situationen kaum aus den Köpfen zu kriegen.

Das fehlende Selbstvertrauen

Im mangelnden Selbstvertrauen sieht Trainer Zeiter auch den Hauptgrund dafür, dass sich sein Team mit dem Toreschiessen schwer tut. «Wir haben eine gute Leistung gezeigt», urteilte er. Aber: Nur zwei Tore schiesst der EHCW im Schnitt, obwohl er sich in manchen Spielen viele Chancen erarbeitet, auch in Weinfelden. «Was uns fehlt, ist die Kaltblütigkeit in den’Scoring Moments’», hat er festgestellt. Wie man sieht, ist das ein Manko, das nur sehr schwer behoben werden kann. (Der Landbote)

Erstellt: 09.01.2019, 22:33 Uhr

Telegramm

HC Thurgau – EHCW 2:0 (1:0, 1:0, 0:0)
Güttingersreuti. – 1200 Zuschauer. – SR Potocan/Hendry, Wolf/Bürgy. - Tore: 11. Wildhaber (Brändli, Wydo/Ausschluss Roos) 1:0. 37. Janik Loosli (Michael Loosli, Brändli) 2:0. - Strafen: 3x2 gegen Thurgau, 4x2 gegen den EHCW. - Thurgau: Schwendener; Seiler, Wildhaber; Steinauer, Collenberg; El Assaoui, Hänggi; Gurtner; Wydo, Ryan, Rundquist, Wydo; Yanik Loosli, Brändli, Michael Loosli; Frei, Fuhrer, Merola; Zanzi, Vogel, Fabio Hollenstein. - EHCW: Haller; Roos, Kobach; Blaser, Schmutz; Guerra, Pozzorini; Sigg; Staiger, Gomes, Bozon; Martikainen, Homberger, Wieser; Schmidli, Nigro, Keller; Allevi, Alihodzic, Hess; Scherz. - Bemerkungen: Thurgau ohne Engeler, Bahar und Arnold (verletzt), Parati (krank) sowie Kellenberger und Bertsche (überzählig). EHCW ohne Küng, Molina und Ranov (verletzt) sowie Jonski und Guggisberg (abwesend). Erster Einsatz von Haller, Oehninger Ersatzgoalie.

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