FCW

Ein erster Schritt ist getan

In Aarau beginnt der FCW am Sonntag das zweite Meisterschaftsviertel. Er geht es an gegen den grossen Fehlstarter – und nach neun Runden, in denen er immerhin einen ersten Schritt Richtung zwingend erforderlicher Stabilität tat.

Auf verschiedenen Positionen eingesetzt wurde Granit Lekaj (links). Am besten wird er sein, wenn er Innenverteidiger auf Dauer ist.

Auf verschiedenen Positionen eingesetzt wurde Granit Lekaj (links). Am besten wird er sein, wenn er Innenverteidiger auf Dauer ist. Bild: Marc Dahinden

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14 Punkte und Platz 4 nach dem ersten Viertel sind in Ordnung. Rechnet man das auf 56 Punkte für die gesamte Saison hoch, müsste es mindestens zu Platz 5 reichen, fernab jeglicher Abstiegsgefahr. Das wäre dann ein eindeutiger Fortschritt zu den beiden vergangenen Jahren. So ist die erste Zwischenbilanz zum einen auch zu sehen. Klar aber ist auch, in den Worten des Routiniers Granit Lekaj: «Es wäre schon schön gewesen, mit einem Sieg gegen Chiasso 17 Punkte zu haben und Zweiter zu sein.» Das eine also ist: Ein erster Schritt ist getan. Das andere ist: Mehr muss das Ziel sein, mehr dünkt einen auch möglich.Klar ist: Nach einem Viertel ist festzustellen, dass die Transferpolitik – hin zu mehr Mentalität und entsprechender Stabilität – für einmal in Ordnung war, dass auch der neue Trainer bisher solide Arbeit ablieferte. Ralf Loose arbeitet unspektakulär, unaufgeregt, ohne grosse Klappe, realistisch, da und dort noch auf der Suche. Zu Beginn jedes der neun Ligaspiele standen fünf oder sechs Neue auf dem Platz, darunter mit Torhüter Raphael Spiegel, den Verteidigern Sead Hajrovic und Lekaj, dem «Sechser» Remo Arnold, dem Leader Davide Callà und dem – inzwischen verletzten – Jordan Gele absolute Stammkräfte. Es folgen die Bilanzen der Neuen. Der nach einem kurzen Zwischenspiel beim FCZ zurückgekehrte Tobias Schättin und die aus der U21 nachgerückten Gabriel Isik und Henrique Wild werden nicht dazu gezählt.

Raphael Spiegel (9 Spiele zu 90 Minuten). Auf der Linie und in der Regel auch im Herauslaufen ein guter Mann, die letzten Siege in Vaduz und gegen Lausanne verdankte der FCW auch ihm. Weniger gediegen ist sein Spiel mit dem Fuss. Manchmal wird er in der Tat zu oft einbezogen. Anderseits ist zu sagen: Es sind – dank spezifischem Training – schon Fortschritte zu sehen und passiert ist (noch) wenig.

Sead Hajrovic (9 Spiele zu 90 Minuten). Ab Match 2 und mit zunehmender Autorität der Innenverteidiger, den man sich gewünscht hat. Er begeht kaum Fehler, dirigiert ohne grosse Gesten, er spielt auf und neben dem Feld die Rolle eines Co-Leaders.

Granit Lekaj (6 Spiele, davon einmal eingewechselt). Ein Rückkehrer wie Hajrovic, eigentlich als dessen Standardpartner vorgesehen. Aber dann wurde er, auch umständehalber, herumgeschoben. Also stand Lekaj zuerst im Abwehrzehntrum, sass er dann auf der Bank und war er Rechtsverteidiger oder selbst «Sechser». Er spielte meist ordentlich. Aber am besten wird er wieder sein, wenn er Innenverteidiger auf Dauer ist und dort seinen Platz behauptet.

Remo Arnold (8 Spiele, einmal ausgewechselt). Er hatte etwas Mühe, in die Gänge zu kommen. Zuletzt aber gelang ihm das zunehmend, bildete er mit dem zurzeit formstärksten Spieler, Ousmane Doumbia, eine Doppelsechs, auf die Verlass ist. Trotz Abstrichen wie Lekaj im Prinzip ein guter Transfer.

Davide Callà (9 Spiele, einmal ausgewechselt, zwei Tore, zwei Assists). Der «Königstransfer». Was die Führung des Teams, zumal auch neben dem Platz, betrifft, wird er allen Anforderungen gerecht. Wenn es in diesem Kader passt, dann ist es zu einem ordentlichen Teil sein Verdienst. Auf dem Platz waren seine Leistungen aber nicht immer gleichermassen überzeugend. Er müsste, mit Blick auf seine Klasse, die eine oder andere Torbeteiligung mehr auf dem Konto haben. Zu viel sind – wie im Falle des Kollegen Luca Radice – auch die schon vier Verwarnungen (inklusive Sperre).

Jordan Gele (6 Spiele, einmal ein, fünfmal ausgewechselt, 1 Tor): Er ist im gegnerischen Strafraum zwar ein harter, mannschaftsdienlicher Arbeiter, aber alles andere als ein «Knipser». Deshalb ist an der Grenze, ob er genügt für einen FCW, der die Erwartungen erfüllt oder womöglich gar übertrifft. Er war auf einem ordentlichen Weg, als er sich gravierend verletzte.

Taulant Seferi (8 Spiele, fünfmal ein-, dreimal ausgewechselt, 2 Tore): Vielleicht das grösste Talent unter den Kandidaten im Sturmzentrum, aber noch zu unbeständig. Wegen Geles Ausfall erhält er nun mehr Spielzeit, aber die muss er noch besser nutzen – konstanter, vor dem Tor und in der Arbeit fürs Team.

Roberto Alves (mager) (7 Spiele, immer eingewechselt, frühestens nach einer Stunde, 1 Tor). Der Linksfuss, der am ehesten als Flügelspieler in Frage kommt, ist noch nicht mehr als ein Joker. Einmal, mit dem Freistoss zum Siegestor in Vaduz, stach er. Das ist noch zu wenig für eine schlüssige Bewertung.

Erstellt: 05.10.2018, 21:14 Uhr

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