Veltheim

Ein goldener Start in die Dorfet-Saison

Das Dorffest Veltheim eröffnet traditionell die Saison der Winterthurer Stadtteil-Feste. Es erwischte einen goldenen Auftakt und bekam im Samstagsregen keine nassen Füsse. Da kam sogar der adelige Herr Alexander von Veltheim ins Schwärmen.

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Der Fotograf hat es besser gemacht als der Schreiber: Er zog schon am Freitagabend durch die Veltemer Dorfet, bei herrlichem Sommerwetter. Was Sie hier lesen entstand dagegen unter einem Regenschirm. «Es war ein perfekter Auftakt», freut sich auch OK-Präsident Daniel Helbling. «Manche Wirte haben mir verraten, dass sie am ersten Abend schon so viel Umsatz machten wie letztes Jahr am ganzen Wochenende.» Und das ganz ohne Zwischenfälle.

Auch Schausteller Norbert Albl, der seinen Büchsenwurf-Wagen im Dorfet-Einsatz hatte, war des Lobes voll: «Es war eine tolle Stimmung. Man merkte, dass die Leute sich freuten, nach den kühlen, verregneten Wochenenden endlich rauszugehen.» Er blickt hoch zum grauen Samstagshimmel: «Jetzt kriegen wir halt eins obendrauf.» Tatsächlich: Ohne Schirm lief am Samstag nicht viel.

«Einsteigen bitte!» wirbt der Billetverkäufer vom «Rodel Tower». Der Freifall-Turm, eine Dorfet-Premiere, überragt alle Häuser im Ortskern bei weitem und brachte am Freitagabend alle zum Kreischen. Am Samstagnachmittag springen die Kinder aber lieber in Pfützen – das ist sogar gratis. Und die Erwachsenen ziehen sich bei Starkregen in die Zelte zurück. Der Stand der Kleinbrauerei Fahrtwind aus Wülflingen, wo man diverse selbstgemachte Biersorten ab Hahn bekommt, ist im Hudelwetter fast ohne Kundschaft. Man wird schon von aussen nass genug!

Veltemer bleiben Metzger Lotti auch ohne Laden treu

Einer musste sich keine Sorgen machen, seine Ware unter die Bevölkerung zu bringen: Metzger Sandro Lotti. Seine berühmten Lotti-Spiesse (mit aufgespiesstem Bürli) sorgten am frühen Abend für lange Schlangen. Obwohl Lotti diese Dorfet erstmals an einem neuen Standplatz zu finden war. Traditionell stand sein Grill vor dem Verkaufslokal an der Feldstrasse. Seit Ende Jahr ist dieses geschlossen, Lotti produziert nun in der Grüze und beliefert seine Kunden mit Lieferwägen bis zur Haustür. Sein Dorfet-Stand steht gegenüber vom Retaurant Löwen. «Die Leute finden uns auch hier», sagt Sandro Lotti. «Sie sind uns treu, denn wir waren ja so lange in Veltheim.»

Veltheim gibt es fünfmal auf der Welt

Vor der Festwirtschaft des Turnvereins trifft sich um 18 Uhr eine besondere Delegation. Veltheim gibt es auf der Welt nämlich fünfmal - und die Vertreter der fünf Orte pflegen eine besondere Freundschaft. Seit 25 Jahren trifft sich der Musikverein Veltheim mit mit seinem Pendant aus dem aargauischen Veltheim. Heute ist Yvonne Berglund angereist. «Unser Veltheim ist sehr ländlich. Da blüht der Raps auf den Feldern. Hier in Winterthur wächst er im Stadtpark unter dem Motto Biodiversität.»

Die «anderen» Veltheimer stellen sich im Videoporträt vor.

Seit 2007 gibt es auch einen Austausch mit den drei deutschen Veltheims. «Wir haben diese schöne Partnerschaft gegründet, als wir 1111 Jahre alt wurden», sagt Reinhold Kölling, Heimatpfleger aus Veltheim an der Weser, ein Örtchen mit 2850 Einwohnern. Noch weniger, nur rund 1000 Einwohner, hat Veltheim (Ohe) in Niedersachsen. Dafür hat es ein prächtiges Wasserschloss. Dort wohnt Alexander von Veltheim, Adeliger und seit 20 Jahren Bürgermeister. Ihm und den knapp 25 auswärtigen Veltheimern (die Vertreter von Veltheim am Fallstein waren entschuldigt), gefiel das Winterthurer Veltheim prima: «Dass ein Stadtteil so stark seinen eigenen Charakter pflegt, mit der Kirche und den schönen alten Häusern, das kennen wir bei uns nicht», lobt Reinhold Kölling.

Am Samstagabend ziehen sie nun durch die Dorfet – und müssen am Sonntagmorgen wieder fit sein für den Frühschoppen im Musikverein-Zelt. Musikalisch geht es am Sonntagnachmittag gleich weiter. Am Info-Stand von «Winti Jodelt» gegenüber vom Coop ist ein «volkstümlicher Nachmittag» terminiert, mit verschiedenen Jodler-Formationen, Hackbrettspielern, Fahnenschwingern und mehr. In weniger als einem Monat steigt der Grossanlass in Wülflingen. Die Wülflinger Dorfet hingegen ist erst im August. (Der Landbote)

Erstellt: 26.05.2019, 16:11 Uhr

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