Lindau

Ein neues Mikrofon, das bei Leitungslecks Alarm schlägt 

Die Gemeinde investiert 35500 Franken in ein Frühwarnsystem. Damit kann sie Wasser sparen.

Damit Leitungslecks rechtzeitig erkannt und lokalisiert werden können, alarmiert bald ein neues Frühwarnsystem.

Damit Leitungslecks rechtzeitig erkannt und lokalisiert werden können, alarmiert bald ein neues Frühwarnsystem. Bild: Keystone (Symbolbild)

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Nur schon ein kleines Leck in der Leitung kann dazu führen, dass Tausende von Kubikmeter Wasser im Erdboden versickern, ohne dass es jemand merkt. Damit das nicht passiert und die Gemeinde nicht unnötig Wasser verbraucht, sind in Lindau und auch in anderen Gemeinden die Leitungen mit einem Frühwarnsystem ausgerüstet.

Dieses besteht aus insgesamt 41 fest installierten Mikrofonen, sogenannten Loggern, die zu einer vorgegebenen Tageszeit den Geräuschpegel im Leitungsnetz messen und  Abweichungen melden. Denn sprudelt das Wasser dort, wo es nicht sollte, macht das mehr Lärm – nachts beispielsweise, wenn die Einwohner für gewöhnlich wenig Wasser verbrauchen. 

Nun ist das Frühwarnsystem aber in die Jahre gekommen. Es  ist seit 2004 in Betrieb und aufwendig zu handhaben. Denn die Logger leiten die gemessenen Daten an ein Empfangsgerät weiter. Hierfür muss der Werkmitarbeiter samt Gerät mit dem Auto bei allen Loggern vorbeifahren. Das dauert rund eineinhalb Stunden. Zudem muss er regelmässig Magnete und Batterien ersetzen, was wiederum mit Kosten verbunden ist.

«Der Vorteil beim neuen System ist, dass ein Leitungsleck auf den Meter genau eruiert werden kann.»Erwin Kuilema, Gemeindeschreiber Lindau

 

Der Gemeinderat will deshalb ein neues, moderneres Überwachungssystem installieren. Das flächendeckende sogenannte Ortomat-MTC-System kommt wie schon das Vorgänger-Modell von der Firma Von Roll Hydroservice AG aus Emmenbrücke. Für eine Pilotphase von mindestens vier Jahren will es die Gemeinde mieten. Hierfür hat die Exekutive einen Kredit von 35500 Franken gesprochen. Darin inbegriffen sind alle Logger, die Installation der Geräte und Schulung.

4000 Franken weniger

Die Kosten könnten sich noch um rund 4000 Franken reduzieren, wenn die alten Logger zu 100 Franken das Stück zurückgenommen werden. «Das ist allerdings noch nicht entschieden», heisst es in einem Auszug des Gemeinderatsprotokolls.

«Der Vorteil beim neuen System ist, dass ein Leitungsleck auf den Meter genau eruiert werden kann», sagt Gemeindeschreiber Erwin Kuilema. Dies im Gegensatz zu heute, wo schon mal bis zu 200 Meter zwischen zwei Loggern liegen.

Zudem würden die Messdaten automatisch übertragen und stünden online zur Verfügung. Sie sind von überall her über einen Webbrowser abrufbar. Ausserdem arbeitet das Überwachungssystem mit den schon vorhandenen Mobilfunknetzwerken. Und die Werkmitarbeiter müssen keine Reparatur- oder Unterhaltsarbeiten mehr vornehmen.

Hydrant anzapfen verboten

Läuft alles nach Plan, werden die neuen Logger im April oder Mai installiert. Gerade rechtzeitig vor Beginn der Sommersaison, wenn die Hauseigentümer damit beginnen, ihre Pools mit Wasser zu füllen. Das tun sie besser über den eigenen Gartenschlauch, damit der Verbrauch auch registriert wird. Denn wer ohne Bewilligung einen Hydranten anzapft, macht sich strafbar. Unentdeckt bleibt das nicht. Der Logger würde sofort Alarm schlagen.

Erstellt: 30.03.2019, 11:17 Uhr

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