FCW

Ein Sieg für fast 5000

Dass der FCW die Saison als Vierter der Challenge League beenden würde, war seit geraumer Zeit klar. Nun gewann er auch noch den letzten Match – gegen den Nachbarn Schaffhausen 3:2 (2:1).

Taulant Seferi erzielte mit diesem Schuss das 3:1 für den FCW.

Taulant Seferi erzielte mit diesem Schuss das 3:1 für den FCW. Bild: Heinz Diener

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In der Endphase fiel das Spiel des FCW ziemlich auseinander, gewiss auch wegen der vier Wechsel, die Trainer Ralf Loose vorgenommen hatte. Aus einem 3:1, das im Verhältnis zu den Torchancen ein zu knappes Ergebnis war, wurde in der 81. Minute ein 3:2. Die Schaffhauser schnupperten also noch an einem Punktgewinn. Gut genug, den in extremis zu erzwingen, waren sie allerdings nicht. Und so endete eine gute, teils sehr gute Saison des FCW mit einem Sieg vor 4900 Zuschauern gegen den Nachbarn aus Schaffhausen. Die wieder bemerkenswert grosse FCW-Gemeinde war festlich gestimmt und mit dem Ausgang zufrieden, auch wenn ihr gegen Ende der Veranstaltung nicht mehr dasselbe geboten worden war wie in der ersten Stunde. Immerhin, statistisch gabs zum Abschluss noch einen Saisonrekord: Erstmals unter Trainer Ralf Loose gewann der FCW dreimal in Folge!

Loose hatte nochmals seine beste Wahl aufgestellt, mit Ausnahme des verletzten Granit Lekaj und des gesperrten Ousmane Doumbia. Den «Sechser» Doumbia ersetzte er, diesen Kniff erlaubte er sich in diesem sportlich nicht mehr so brisanten Spiel dann doch, nicht durch den «Sechser» Eris Abedini, sondern durch Taulant Seferi. Der stand also als fünfter Offensiver auf dem Feld. Das zeigte Looses Marschrichtung: Richtung gegnerisches Tor, den Zuschauern nochmals etwas bieten.

Sliskovic und Seferi

Das gelang geraume Zeit, mit Ausnahme des Abschlusses. Zu erwähnen ist danach beispielsweise: Der FCW erzwang sehr früh die Führung, allerdings mit Hilfe der Schaffhauser, die in Zusammenarbeit von Jackson Mendy und Yannick Helbling unter dem Druck Davide Callàs ein Eigentor bastelten. Entgegen dem Spielverlauf glich der FCS ein paar Minuten später aus, durch einen Diagonalschuss des Rechtsverteidigers Asllan Demhasaj aus nahezu 40 Metern. Man konnte deshalb nicht von einem unhaltbaren Ball sprechen.

Dann trat Luka Sliskovic auf den Plan, mit seinem 2:1 in der 26. Minute durch einen trockenen und präzisen 17-m-Schuss. Tore wie dieses sind mittlerweile fast zu selbstverständlichen Aktionen des 24-Jährigen aus Sursee geworden. Er brachte es allein in den letzten zehn Runden seines dritten Jahres in Winterthur auf sieben Tore und fünf Assists. Seine Saison-Gesamtbilanz ist mit 13 Toren und sieben Assists seine weitaus beste, unter den Skorern der Liga wurde er zur Nummer 4. Wenn sie ihn so spielen sahen, freuten sich die Zuschauer erst recht, dass vor Anpfiff von «Sliskos» 101. Pflichtmatch für den FCW bestätigt wurde, er habe seinen Vertrag verlängert. Um zwei Jahre, ein gutes Signal. Nach einer Stunde wurde er ausgewechselt, leicht angeschlagen nach einem üblen Foul Helblings. Dass der das Spiel, nach einem weiteren Foul, beenden durfte, verdankte er der Gnade des Schiedsrichters.

Seferi zweitbester Skorer

Kurz nach der Pause schoss Taulant Seferi das 3:1. Er war im Herbst der beste Skorer des FCW, am Saisonende war er mit zehn Treffern und fünf Assists noch die Nummer 2. Er verabschiedet sich so zu den Young Boys. Den Steilpass, den er souverän nutzte, lieferte Roberto Alves, neben Sliskovic der zweite «Mann des Frühjahrs». Linksfuss Roberto Alves meldet sich zu Beginn der neuen Saison bei den Grasshoppers mit der Bilanz von sechs Toren und sieben Assists für den FCW, was insofern stark ist, als er bis gegen Ende der Vorrunde kaum auf Einsatzzeit kam.

Wie Sliskovic stand von den «Abgängern» auch Remo Arnold in der Startelf, diesmal als lange Zeit einziger «Sechser» und aufopferungsvoll wie stets. An seine Seite kam Eris Abedini nach einer Stunde, nach Sliskovics Auswechslung. Nicolas Stettler, dessen Vertrag nicht erneuert wird, sass auf der Bank, Liridon Mulaj war verletzt gemeldet und Karim Gazzetta stand einfach so nicht mehr im Aufgebot. Vom Personal, das auch künftig für den FCW spielen wird, mussten die Veteranen Luca Radice und Callà nicht über die ganze Zeit gehen, boten die Innenverteidiger Marin Cavar und Sead Hajrovic gute Leistungen.

Die beste Bilanz seit 2013

Die Anerkennung der Fans durften alle spüren. Am 17. Juni, einem Montag, treffen sie sich zum ersten Training der neuen Saison, am Freitag darauf folgt das erste Spiel gegen den FCZ. Welches ihre neuen Kollegen sind, ist noch in keinem Fall entschieden. Offen ist auch, ob Denis Markaj bleibt. Woran Looses zweite Mannschaft gemessen wird: an Platz 4 und den 56 Punkten, die sie in dieser Saison holten, die damit die beste war seit 2012/13. Damals, im Jahre 1 der Zehnerliga, wurde der FCW unter Boro Kuzmanovic mit 62 Punkten sportlich Dritter und nach Bellinzonas Zwangsabstieg offiziell Zweiter. Gut waren dann, 2014/15, Platz 4 und 53 Punkte unter Jürgen Seeberger, im Vergleich zu den drei Saisons seither war das erste Jahr mit Loose aber ein markanter Fortschritt.

Wie die Zukunft Seebergers aussieht, weiss auch der nicht. Zuerst müssen die Schaffhauser mal wissen, ob sie morgen wirklich die Lizenz erhalten. Dann ist der Besitzerwechsel von der Familie Fontana zu Roland Klein zu vollziehen. Klein übrigens, einst jahrelang Spieler und Sportchef auf der Schützi, sah sich den Match gestern von der Gegentribüne aus an.

Erstellt: 26.05.2019, 22:21 Uhr

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Bei Halbzeit der letzten Runde der Challenge League war Lausanne (5:1 gegen Vaduz) noch Barragist vor Aarau (0:0 gegen Rapperswil-Jona); und Chiasso (0:1 in Wil) war Absteiger, zumal Rapperswil einen Punkt hielt.

Am Ende war Lausanne trotz eines 6:2 nicht Barragist, sondern der FC Aarau, dessen Österreicher Stefan Maierhofer vor 7000 Zuschauern in der 65. Minute das 1:0 gegen «Rappi» schoss. Er gewann ein Kopfballduell Die Aarauer, die kaum überzeugten, brachten diesen Vorsprung über die Nachspielzeit; die lief schon sechseinhalb Minuten, als Merlin Hadzi die «sichere» Chance zum Ausgleich für die Rapperswiler hatte – und ganz knapp daneben schoss. So wurde Aarau, nach elf Runden noch 16 Punkte hinter Lausanne Letzter, Zweiter; und Rapperswil stieg nach seiner zweiten Saison im Profifussball wieder ab.

Selbst eine Niederlage hätte den St. Gallern gereicht, wenn es im Wiler Bergholz nicht noch zu einer ungeahnten Wende gekommen wäre: Die Wiler, schwächste Mannschaft der Rückrunde, liessen markant nach, Chiasso schaffte durch Zoran Josipovic und Captain Sergio Belometti in der 75. und 80. Minute die Tore vom 0:1 zum 2:1. Das zweite schien unkorrekt, denn dem starken Konter Chiassos dürfte ein Handspiel vorausgegangen sein. Aber am Ende feierten die einen in Aarau und fuhren andere feiernd aus Wil heim ins Tessin. Zu Ende war die spannendste Challenge-League-Saison seit Jahren. Und danach fragt sich beispielsweise, ob der mit Lausanne gescheiterte Giorgio Contini Trainer bleibt. (red)

Challenge League

FC Winterthur – FC Schaffhausen 3:2 (2:1)

Schützenwiese. – 4900 Zuschauer. – Dudic. – Tore: 10. Helbling (Eigentor) 1:0. 19. Demhasaj 1:1. 26. Sliskovic 2:1. 56. Seferi 3:1. 81. Pugliese 3:2. – FCW: Spiegel; Markaj (76. Isik), Cavar, Hajrovic, Schättin; Arnold; Callà (76. Wild), Arnold, Roberto Alves, Radice (65. Saliji); Sliskovic (58. Abedini); Seferi. – Schaffhausen: Heim; Demhasaj, Rether (73. Menezes), Mendy, Dindamba; Pugliese, Helbling, Morandi (63. Del Toro), Pugliese; Barry, Sessolo. – Bemerkungen: FCW ohne Doumbia (gesperrt), Gazzetta (nicht im Aufgebot), Lekaj, Hamdiu, Roth, Schmid, Mulaj (verletzt) und Lepik (nicht mehr im Aufgebot); Abedini nach seiner Einwechslung im zentralen Mittelfeld. – Schaffhausen ohne Delli Carri, Mevlja (gesperrt), Gonçalves, Bunjaku, Qollaku, Nikci, Cicek, Castroman (verletzt gemeldet), Zbinden (krank) und Gül (nicht im Aufgebot); Menezes nach seiner Einwechslung Rechts-, Demhasaj Innenverteidiger. – 33. Pfostenschuss Barrys. – Verwarnungen: 30. Barry (Foul). 51. Helbling (sehr grobes Foul). 55. Seferi (Foul). 77. Schättin (Foul).

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