Verkehr

Ein Tolggen im Reinheft der vorbildlichen Velostadt

Die Grünen wollen nicht einfach hinnehmen, dass die Veloroute auf dem Stadtfallenweg vier volle Jahre geschlossen bleibt.

Stadtfallenweg: Rad- und Gehweg gesperrt, oder was?

Stadtfallenweg: Rad- und Gehweg gesperrt, oder was? Bild: Martin Gmür

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Winterthur gilt national als Vorbildstadt, was die Veloinfrastruktur betrifft. Bei Befragungen durch die Vereinigung Pro Velo lag Winterthur in den letzten Jahren stets in den Top Drei, unter den grossen Städten resultiert sogar regelmässig der Spitzenplatz. Nur in einem Punkt schliesst Winterthur immer wieder suboptimal ab, in der Frage: Wie geht man mit den Radfahrenden um im Zusammenhang mit Baustellen? «Wir haben deswegen immer wieder interveniert, weil da zu wenig lief. Und ich muss zugeben: Einiges hat sich seither verbessert», attestiert der grüne Gemeinderat und Velo-Aktivist Reto Diener der Stadt. Trotz des Lobs ist er aber mit einer konkreten aktuellen Baustellensituation mehr als nur unzufrieden: Dass die Veloroute auf dem Stadtfallenweg im Mattenbachquartier volle vier Jahre lang geschlossen bleibt, weil dort das neue Polizeihauptquartier gebaut wird, das ist für Diener «nicht nachvollziehbar».

Bis Ende 2022 ganz gesperrt

Die Stadt hatte im Januar in vier Zeilen mitgeteilt, der Stadtfallenweg bleibe voraussichtlich bis Ende 2022 für Fussgänger und Velos gesperrt, eine Umleitung sei signalisiert. Diese führt aber unweigerlich über verkehrsreichere Strassen. Der Projektleiter, der den Bau des Polizeigebäudes koordiniert, sagte damals auf Anfrage dieser Zeitung, man habe viele Sitzungen abgehalten, das Thema intensiv diskutiert und sei zu diesem Schliessungsentscheid gekommen, damit die Lastwagen stets zur Baustelle und zum Strasseninspektorat zufahren könnten.

Mit einer Anfrage im Stadtparlament will Gemeinderat Reto Diener nun erreichen, dass sich der Stadtrat in die Sache einschaltet, damit der Entscheid noch einmal hinterfragt und möglicherweise geändert wird. Weshalb soll es nicht möglich sein, fragt Diener, «die Sperrung nur auf bestimmte kritische Bauphasen zu beschränken». Der Stadtfallenweg sei nicht nur ein wichtiger Schulweg, sondern auch «eine attraktive Veloverbindung abseits der Hauptstrasse». Und er fragt: «Wie soll es so gelingen, Binnenpendler zu ermuntern, vermehrt das Velo statt das Auto zu benutzen?»

Nur Fragen, keine Forderung

Solche Anfragen, wie Diener eine eingereicht hat, sind das schwächste Instrument, das einem Gemeinderat zur Verfügung steht. Der Stadtrat wird Dieners Fragen beantworten, Forderungen aber kann der Gemeinderat auf diese Weise keine stellen.

Erstellt: 10.06.2019, 18:07 Uhr

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