Pfungen

«Ich bin natürlich enttäuscht»

Rund 70 Prozent der Pfungemer haben den 1,6 Millionen Franken teuren Projektierungskredit für den Schulausbau abgelehnt. Der Gemeindepräsident schaut nach vorne.

Ein Plan B ist gefragt, nachdem der Projektierungskredit für die Schulanlagen Breiteacker und Seebel abgelehnt wurde.

Ein Plan B ist gefragt, nachdem der Projektierungskredit für die Schulanlagen Breiteacker und Seebel abgelehnt wurde. Bild: Madeleine Schoder

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«Es ist ein Volksentscheid.» So reagierte der Pfungemer Gemeindepräsident Max Rütimann (SVP) auf das mit Spannung erwartete Abstimmungsresultat. «Wir haben einen Vorschlag gemacht und das Volk hat entschieden.»

An diesem Wahlsonntag hat das Volk überraschend deutlich gegen den Pfungemer Gemeinderat entschieden: Rund 70 Prozent haben den Projektierungskredit in der Höhe von 1,6 Millionen Franken abgelehnt. Damit wollte die Behörde zusätzlichen Schulraum planen. Für maximal 20 Millionen Franken sollte eine Doppelturnhalle und ein Schulhaus gebaut sowie eine alte Turnhalle umgenutzt und das Schulhaus Seebel teilweise saniert werden. Denn die Zahl der Schülerinnen und Schüler wächst: In den nächsten Jahren gemäss Prognosen um eine Sekundar- und zwei Primarklassen.

Dass etwas getan werden muss, scheint der Mehrheit im Dorf deshalb klar zu sein. Doch angesichts der Finanzlage der Gemeinde schien das nun angedachte Projekt Vielen zu überdimensioniert und teuer. «Wir können uns das Projekt nicht leisten», sagte etwa Gegner und SVP-Präsident Walter Müller an der Informationsveranstaltung vom 10. Januar.

Finanzlage als Grund

Gemeindepräsident Rütimann zeigte sich in einem zweiten Moment «natürlich vom Resultat enttäuscht». Er hatte, genau wie auch SVP-Präsident Müller und Forum-Pfungen-Präsidentin Martina Krebs, ein knappes Resultat erwartet: «Es ist eine deutliche Absage an ein nachhaltiges Konzept, das wir nach sehr grosser Arbeit mit vielen Variantenstudien zur Abstimmung unterbreitet haben.»

Rütimann sieht die finanzielle Situation der letzten Jahre, mehrere Steuererhöhungen und die überdurchschnittlich hohe Verschuldung, als Grund für das deutliche Nein. «Angesichts dessen hat sich das Stimmvolk vielleicht eher weniger für eine nachhaltige Lösung interessiert.» Ebenfalls vom Resultat enttäuscht zeigte sich Forum-Präsidentin Krebs: «Es ist eine verpasste Chance für ein Gesamprojekt». Sie findet es schade, dass man diesen Aspekt offenbar zu wenig gut rüberbringen konnte.

 «Wir müssen über einen Plan B beraten, der momentan noch nicht klar formuliert ist.»Max Rütimann (SVP), Gemeindepräsident Pfungen

Rütimann findet, viel Vorwürfe könne sich der Gemeinderat nicht machen: «Wir haben versucht, dem Volk eine nachhaltige und mittel- bis langfristige Alternative anzubieten und haben fair kommuniziert.» Theoretisch hätte der Gemeinderat einen Teil der Projekte selber in die Wege leiten können. «Wir wollten dem Volk aber das Gesamtprojekt zur Entscheidung vorlegen.»

«Plan B beraten»

Genauer analysieren wird der Pfungemer Gemeinderat die Niederlage an der Sitzung vom Montag. Dann wird auch über eine Alternative und dessen Zeitrahmen diskutiert werden müssen: «Wir müssen über einen Plan B beraten, der momentan noch nicht klar formuliert ist.» Für gewisse Nebenbedürfnisse könne das vielleicht unangenehm werden, sagt Rütiman. Damit spielt er auf die geplante Doppelturnhalle an, die vor der Abstimmung in der Kritik gestanden ist. Ebenso der Singsaal, gegen dessen Abbruch viele waren. Ob dieser nun erhalten bleibt, lässt Rütimann offen. Aber er lässt durchblicken, dass er das nicht für die beste Idee hält. «Von aussen sieht er gut aus, aber im Innern ist er marode. Da werfen wir gutes Geld Schlechtem nach.»

Erstellt: 09.02.2020, 18:11 Uhr

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