Seuzach

Ein Zentrum für das Pendlerdorf

Direkt am Verkehrskreisel gibt es seit kurzem einen Begegnungsort, das von einem Verein umgebaute Mehlhüsli. Am Wochenende war «Tag der offenen Tür».

Die Mitglieder des Vereins Konfetti haben das 1880 erbaute Mehlhüsli in Jahresfrist zu einem Mehrzweckraum umgebaut. Unten hat es Platz für maximal 28 Personen, oben für acht bis zehn.

Die Mitglieder des Vereins Konfetti haben das 1880 erbaute Mehlhüsli in Jahresfrist zu einem Mehrzweckraum umgebaut. Unten hat es Platz für maximal 28 Personen, oben für acht bis zehn. Bild: Madeleine Schoder

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Das alte Dorfzentrum liegt beim Verkehrskreisel, hier zweigen die Strassen nach Winterthur und Ohringen und in Richtung Thurtal ab. Hier stehen das Gemeindehaus und die Post, daneben hat es einen Migros, gegenüber eine Pizzeria. Bald kommen in der Nähe neue Alterswohnungen hinzu, dort wird dann die Bibliothek einziehen und die Spitex.

Trotzdem ist der Platz vom Verkehr dominiert. In Seuzach leben viele Pendler, Fussgänger sieht man beim Kreisel kaum. Ein Zentrum stellt man sich anders vor. An diesem Wochenende ist der Ort wie verwandelt. Seit kurzem gibt es hier einen Treffpunkt, das Mehlhüsli, und das präsentiert sich jetzt mit einem «Tag der offenen Tür».

Monika Fritschi wäscht in der Küchenecke die Kuchenmesser und erklärt die Bedeutung des Ortes. Er sei als Dorfzentrum gedacht. In einem in die Wand eingebauten Glasschrank stehen Seidel mit den Namen der Inhaber, auch der von Fritschi ist darunter. Die Krüge gehören den Helfern vom Verein Konfetti Seuzi, die das Haus umgebaut haben, sowie Freunden und Gönnern.

Am Tisch gegenüber der Küchenecke sitzt eine ältere Frau allein und isst eine Wurst, die blauen Panelen hinter ihr leuchten, an der weissen Wand darüber läuft eine Diashow, der Umbau in zweihundert Bildern, sie zeigen: Hier waren Fachleute am Werk.

Zwei Stockwerke

Das sehr schön und professionell ausgebaute Häuschen ist klein. Es hat Raum für etwas mehr als dreissig Personen, wenn ein Teil in der gemütlichen Sitzecke im oberen Stock Platz nimmt, der nach unten offen ist. Wirklich schön gemacht sei das, findet auch der Mann von der Männerriege, der sich vorstellen kann, hier mal eine Sitzung abzuhalten. Mit dreissig Leuten werde es allerdings schon eng sein.

Gedacht sei das Haus für Sitzungen, private Anlässe und Geburtstage, sagt Vereinspräsident Martin Tanner. Er verkauft vor dem Haus direkt gegenüber der Eingangstür den Spendenweggen und begrüsst alle, die hier vorbeikommen. Auch Lesungen wären lustig, meint der 52-jährige gelernte Schreinermeister, der heute als Küchenplaner arbeitet.

Es sind bereits Anlässe gebucht, alles läuft wie geplant, anmelden kann man sich über die Webseite des Mehlhüsli; der Preis von 40 Franken für vier bis vierzehn Stunden ist moderat.

Hoffen auf weitere Spenden

Klein ist auch die Wiese neben dem Haus, auf der an diesem Wochenende zwei Zelte, Tische und Bänke stehen. Am Fahnenmast hängt das schwarze Pferd mit dem roten Sattel, das Wappen von Seuzach. Alles ist hier klein, ausser der Bedeutung, die der Ort für das Dorf hat – oder noch bekommen soll. Mitten auf der Wiese steht ein junger Ahorn. Bald soll eine ausgewachsene Platane hierher umgesiedelt werden, verrät Tanner, damit man dort im Schatten sitzen kann.

Am Samstag gegen Mittag sind auf den Sitzbänken draussen die meisten Plätze besetzt. Wer neu dazu kommt, kennt jemanden, der schon da ist, es werden Hände geschüttelt. Der Altersdurchschnitt ist eher hoch, Kinder hat es wenige. Ein Stück Kuchen kostet zwei Franken.

Das Haus ist fertig gebaut, der Verein ist aber noch auf Spenden angewiesen, es fehlen noch dreissigtausend Franken.

Erstellt: 21.10.2018, 16:35 Uhr

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