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Eine Gemeinde formiert sich neu

Das Zentrum von Pfungen soll zum Bahnhof verlegt und verdichtet werden. Pfungen soll in den nächsten 15 Jahren um knapp 900 Personen wachsen. Der Migros-Kreisel wird nächstes Jahr gebaut. Diese und andere Einsichten gewann das Publikum an der Infoveranstaltung vom Donnerstagabend.

Das Gebiet um den Bahnhof und das Ziegeleiareal soll sich künftig stark verändern.
Das Gebiet um den Bahnhof und das Ziegeleiareal soll sich künftig stark verändern.
Madeleine Schoder

«Mich und meine Familie interessiert ganz einfach, wie sich unser Dorf entwickeln soll», meinte ein Mann, der zusammen mit ungefähr 150 anderen Interessierten am Donnerstagabend auf den Beginn der Informationsveranstaltung zur geplanten Teilrevision der Bau- und Nutzungsplanung Bahnhof und Vorbruggen wartete. Es seien ja offenbar in Zukunft auch Alterswohnungen beim Bahnhof geplant. «Das könnte später einmal auch für mich und meine Frau interessant werden.»

Gemeindepräsident Max Rütimann ergriff das Wort. Zwischen 2007 und 2016 habe die Gemeinde Pfungen ihre «Sturm- und Drangphase» erlebt. «Die Einwohnerzahl stieg in dieser Zeit um über 13 Prozent auf 3750 Personen an.» Rütimann erinnerte das Publikum zunächst an dieses enorme Wachstum. Überrascht und erfreut nahm er vom grossen Interesse an der künftigen Dorfentwicklung Kenntnis, wie er sagte. «Unsere Baulandreserven sind nun auf eine ziemlich geringe Menge geschrumpft», betonte der Gemeindepräsident. «Wir müssen uns neu formieren.»

Über die Teilrevision der Bau- und Nutzungsplanung, die anschliessend von Raumplaner Peter von Känel vorgestellt wurde, soll eine ausserordentliche Gemeindeversammlung voraussichtlich im Spätherbst diesen Jahres abstimmen. Der Entwurf liegt noch bis zum 20. März öffentlich auf.

Migros-Kreisel kommt 2018

Die Präsentation war reichbefrachtet und zeigte umfassend erarbeitete raumplanerische Vorstellungen bezüglich Bahnhofareal, Ziegelei-Areal bishin zur Vorbruggen auf. Sie enthielt ein Feuerwerk an baulichen Definitionen, Ideen und Visionen. Vermittelt wurden dabei aber auch Neuigkeiten, die das Dorf unmittelbar betreffen. So etwa, dass der lange erwartete Migros-Kreisel bereits nächstes Jahr gebaut werden soll. Oder die Nachricht, dass Pfungen mit dem Fahrplanwechsel Ende nächsten Jahres einen zweiten Buskurs erhalten soll. Deshalb müsse am Bahnhof eine zweite Anlegekante gebaut werden, wie von Känel sagte.

Erstaunt nahmen die Anwesenden auch die Nachricht zur Kenntnis, dass die Planung des Brüttemer Tunnels Auswirkungen auf die Strecke Winterthur–Bülach haben könnte. «Es könnte bedeuten, dass sich keine Züge in Pfungen mehr kreuzen», sagte von Känel. «Der Bahnhof Pfungen wäre dann eingleisig.» Mit einer Entscheidung der SBB könne frühestens 2020 gerechnet werden.

An einem Workshop vor einem Jahr war die Marschrichtung zur Dorfentwicklung festgelegt worden. Auf Basis des dann erarbeiteten Konsenses, wonach Pfungens Dorfzentrum neu zum Bahnhof verlegt werden und das Bahnhofsareal verdichtet bebaut werden soll, wurde das am Donnerstag präsentierte Gesamtkonzept entwickelt.

Zur Verdichtung des Bahnhofareals soll nicht nur höher gebaut werden können, sondern auch der Streifen Reservezone entlang der Geleise an der Riedäckerstrasse eingezont werden. «Dort könnten dereinst Alters- und Kleinwohnungen entstehen», sagte Raumplaner von Känel.

Wachstum um 900 Personen

Pfungen soll auch nach der Vorstellung von Kanton und Regionalplanung Winterthur und Umgebung (RWU) künftig im Inneren verdichtet werden und Platz für knapp 900 zusätzliche Einwohner bieten. «Das sind durchschnittlich etwa 60 Personen pro Jahr in den nächsten 15 Jahren», verdeutlichte Rütimann.

Als «Gebiete mit Aufbaupotenzial» sind laut Entwurf unter anderem das Quartier rund um den Bahnhof und das Gebiet Vorbruggen bezeichnet. Während das Bahnhofgebiet aufgezont werden soll, ist für die bestehende Zentrumszone eine Umzonung in eine WG-Zone vorgesehen. Damit vor lauter Verdichtung die Qualität nicht zu kurz kommt, sind beim Bahnhof und auf dem Ziegeleiareal Gestaltungsplanpflichten vorgesehen. Die Ofenhalle gilt heute schon weitherum als Vorzeigebeispiel.

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