Seuzach

Eine Investition aus Passion

Die Sonne im Zentrum von Seuzach soll Anfang Dezember wieder aufgehen. Der ehemalige Topbanker Stephan Jäger investiert etwa acht Millionen Franken in das neue Hotel-Restaurant, das künftig auch eine Musikbar ist.

Stephan Jäger (links) und Geschäftspartner Christoph Lohner wissen was sie mit der Sonne in Seuzach wollen.

Stephan Jäger (links) und Geschäftspartner Christoph Lohner wissen was sie mit der Sonne in Seuzach wollen. Bild: Johanna Bossart

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Das Hotel-Restaurant Sonne ist vor knapp zwei Jahren geschlossen worden. «Dauerhaft geschlossen», lautet ein Google-Eintrag dazu. Doch Eingeweihte wissen es und ein Blick an die Welsikonerstrasse 3 im Zentrum von Seuzach zeigt: Irgendwann nächstens wird die Sonne wieder aufgehen. Investor Stephan Jäger verrät das genaue Datum: «Es ist der 1. Dezember.»

Der ehemalige, erfolgreiche Leiter des weltweiten Devisen- und Edelmetallhandels bei Julius Bär wurde trotz gewohntem Umgang mit der Presse noch kaum abgelichtet. «Ich habe dies immer vermieden», räumt der 53-Jährige ein. Doch diesmal bricht Jäger das Tabu und steht stolz mit seinem künftigen Geschäftsführer, Christoph Lohner, vor sein neues Restaurant in Seuzach. Das alte Wirtshausschild, das noch eine Restauration vor sich hat, muss mit aufs Bild.

Der Bank den Rücken gekehrt

Jäger lebt seit 17 Jahren mit seiner Frau und den vier grösstenteils erwachsenen Töchtern in Seuzach. Seine Stelle bei der Bank hat er im März dieses Jahres verlassen. «Ich bin dort nach längeren vorbereitenden Gesprächen im guten Einvernehmen mit der Geschäftsleitung ausgeschieden, um mich verschiedenen Projekten widmen zu können.» Eines davon ist die Sonne Seuzach.

Auf Jägers Visitenkarte erinnert nichts an die Bankenkarriere, die ihm zufolge vielleicht eines Tages fortgesetzt wird. Das weisse Stück Karton enthält ein kunstvolles Sonnenlogo und darunter steht: «sonne seuzach Restaurant Musik Bar Hotel».

«Hier rechts entsteht, leicht erhöht, die Sonnenstube», sagt der Investor auf einer Einzelführung durch den fortgeschrittenen Neubau. Gegenüber dem Haupteingang sind Handwerker in der offenen Küche, «dem Herzstück des Restaurants», am Werk. Davor soll laut Jäger eine lange Tafel und daneben ein «Singletisch» platziert werden. «Das Ganze ist absichtlich modular gestaltet.»

Musicbar statt Kegelbahn

Wo sich früher die Kegelbahn befand, entsteht momentan die Bar mit kleiner Bühne und gemütlicher Lounge. Im Keller sind die Arbeiten für die Smokerlounge und den Weinkeller im Gang. In den beiden oberen Stockwerken nehmen 16 moderne Hotelzimmer Gestalt an, «deren Preise wir auf die Region abstimmen werden», so Jäger, der hobbymässig in einer 14-köpfigen Band namens Rhythm’n’Brass sowie im Seuzacher Chor The Midlife Cryers mitsingt.

Chefkoch noch nicht bestimmt

Im lokalen Chor macht auch Christoph Lohner mit. Der zweifache Familienvater ist Lebensmittelfachmann, genauer Käsermeister. Noch nimmt er eine Führungsfunktion beim Milchkonzern Emmi wahr. Vom 1. September an wird er Geschäftsführer in der Sonne.

Wie Jäger besitzt Lohner ein Faible für genussvolle, qualitativ hochstehende Gastronomie. Einen Chefkoch könnten sie noch nicht nennen, wie der 53-Jährige, der seit 15 Jahren mit seiner Familie in Seuzach lebt, einräumt. Die Suche laufe noch.

Jäger und Lohner wollen die Sonne als trendiges Hotel-Restaurant für Gäste jeden Alters positionieren. Es soll Einwohner, Vereine wie auch die nähere regionale Umgebung ansprechen. Überregionale Ausstrahlung erhoffen sich die zwei Geschäftsmänner «durch das interessante Wein- und Whiskeyangebot» aus Jägers Privatsammlung sowie die Musicbar mit Liveacts und DJs am Wochenende. «Lärmemissionen sind dank der guten Schallisolation nicht zu befürchten», sagt Jäger, der selbst im Betrieb nicht operativ tätig sein wird.

In dieses Projekt investiert er gut acht Millionen Franken. Er sei zuversichtlich, dass sich der Betrieb tragen werde, sagte Jäger bei früherer Gelegenheit. Profit schlagen will er daraus nicht. Er rechnet mit einer «bescheidenen Rendite von ein bis zwei Prozent». Ihm gehe es vor allem um den Spass an der Sache. «Wir wollen unseren Gästen Freude bereiten, ein Erlebnis bieten und mit ihnen sonnige Stunden teilen.» So naiv das vielleicht tönen möge, es sei ehrlich gemeint, versichert der frühere Topbanker.

Erstellt: 10.08.2017, 17:46 Uhr

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