Winterthur

Eine prominente externe Expertin im Pensionskassen-Stiftungsrat

Eine ehemalige Stadträtin von Rapperswil-Jona und TV-Journalistin nimmt neu Einsitz im Stiftungsrat der Pensionskasse der Stadt. Sie soll als externe Fachperson für mehr Unabhängigkeit und Professionalität im Stiftungsrat sorgen.

Die ehemalige TV-Journalistin und Rapperswiler Stadträtin Marianne Fassbind nimmt neu im Stiftungsrat der PK der Stadt Winterthur Einsitz.

Die ehemalige TV-Journalistin und Rapperswiler Stadträtin Marianne Fassbind nimmt neu im Stiftungsrat der PK der Stadt Winterthur Einsitz. Bild: Screenshot SRF

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Die Pensionskasse ist eine komplexe Materie. Deshalb forderten im August bürgerliche Gemeinderäte mittels einer dringlichen Interpellation, der Stiftungsrat der Pensionskasse müsse dringend durch unabhängige externe Persönlichkeiten verstärkt werden, die über vertiefte Erfahrung mit der Materie verfügten. Damit löse man zugleich das Problem von Interessenkonflikten. Denn Arbeitgebervertreter, die selber Arbeitnehmer seien, stünden in der Gefahr, die persönlichen Interssen mit jenen des Arbeitgebers zu vermischen.

Beutler geht, Künzle bleibt

Nun hat der Stadtrat die Arbeitgebervertreter für die neue Amtsdauer von 2019 bis 2022 gewählt. Er entspricht zumindest teilweise dem Wunsch der Interpellanten. Bisher waren mit Stadtpräsident Michael Künzle (CVP) und Vizepräsidentin Yvonne Beutler (SP) zwei Stadträte im Stiftungsrat vertreten. Ab 2019 soll nur noch Künzle dem Gremium angehören. An Beutlers Stelle hat der Stadtrat eine externe Fachperson gewählt, und zwar Marianne Fassbind.

Laut Michael Künzle war für den Entscheid, Beutler zu ersetzen, aber nicht die Interpellation ausschlaggebend. «Wir führten unabhängig davon schon vor längerem eine Diskussion darüber, wie wir den Stiftungsrat professionalisieren könnten.»

Ganz auf den Einsitz im Stiftungsrat will der Stadtrat jedoch nicht verzichten. Der Stadtpräsident müsse angesichts der laufenden politischen Diskussion, in der es darum geht, ob die Steuerzahler nochmals 144 Millionen Franken einschiessen soll, im Stiftungsrat vertreten sein, heisst es in einer Mitteilung.

Die neu gewählte Vertreterin Marianne Fassbind ist Partnerin beim Kommunikationsunternehmen Dynamics Groups. Zuvor war sie als Finanzalaystin und Wirtschaftsjournalistin beim SRF tätig. Laut Künzle ist sie für den Stiftungsrat ein Glücksfall: «Sie bringt Kompetenzen mit in vielen Feldern, die für uns wichtig sind.» Unter anderem habe sie bereits früher in Stiftungsräten von Vorsorgeeinrichtungen mitgewirkt und als ehemalige Stadträtin von Rapperswil-Jona kenne sie auch das politische Geschäft.

«Die neue  Stiftungsrätin ist für uns ein Glücksfall.»Michael Künzle, CVP

Als zweiter externer Vertreter wurde Pedro Fischer wiedergewählt. Er vertritt die angeschlossenen Arbeitgeber und kennt laut Mitteilung der Stadt durch seine berufliche Tätigkeit die berufliche Vorsorge sehr gut. Ebenfalls bestätigt wurde Eva Schwarzenbach, die Leiterin des Personalammtes. Der Stadtrat argumentiert, es gelte die bedeutende Schnittstelle zum städtischen Personalrecht abzudecken.

Neu gewählt wurde zudem als Ersatz für Finanzamtschef Beat Holzer, der in Pension geht, dessen Nachfolger Reto Stuppan. Er leitete früher die Pensionskasse der Stadt Wil.

Gemeinderat Urs Hofer (FDP), ist Erstunterzeichner der dringlichen Interpellation, die externe Persönlichkeiten im Stiftungsrat anregte. Er sagt, er begrüsse es, dass der Stadtrat nun zumindest eine zusätzliche externe Fachperson in den Stiftungsrat gewählt habe. «Für mich ist es aber nach wie vor zu wenig – mehr Externe bedeuten mehr Fachwissen, mehr Unabhängigkeit, weniger Interessenkonflikte und weniger Parteigebundenheit im Stiftungsrat. Noch mehr externeVertreter wären also aus unserer Sicht besser.»

Fast alle mit Parteibuch

Hofer hatte in der Interpellation weiter kritisiert, vier der fünf aktuellen Stiftungsräte hätten eine politsche Vegangenheit oder Gegenwart. Nur Pedro Fischer verfüge über kein Parteibuch. Doch auch die neue Vertreterin Marianne Fassbind war zumindest während ihrer Zeit als Stadträtin in Rapperswil-Jona in einer Partei, nämlich der FDP.

Bereits zuvor waren die Arbeitnehmer-Vertretungen bestimmt worden. Es wurden die bisherigen Stiftungsräte Jorge Serra, Heinz Stock und Marco Bollmann wiedergewählt. Neu werden Marcel Epprecht und Roland Kiefer im Stiftungsrat Einsitz nehmen. (Der Landbote)

Erstellt: 02.11.2018, 17:30 Uhr

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