Quartierfest

Eine sportliche Imagekorrektur

Medien aus Zürich wollen die Siedlung Steig als Keimzelle des Jihadismus erkannt haben. Dem haben Dättnauer, Tössemer und Leute aus der Steig gestern ein ganz anderes Bild entgegengesetzt: Die Steig ist die Heimat von Fussballstars.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Sie heissen Ermir Lenjani, geboren 1989 in Pristina, Amir Abra­shi, geboren 1990 in Bischofszell, und Pajtim Kasami, geboren 1992 in Andelfingen. Gemeinsam haben die drei: Sie haben alle einmal beim FC Winterthur gespielt, sie haben alle als Kinder oder Jugendliche über längere oder kürzere Zeit in der Steig gewohnt, und sie verdienen heute alle drei ihr Geld bei prominenten Fussballclubs im Ausland: in Deutschland, Frankreich und Griechenland. Selber konnten die Stars gestern nicht in die Steig kommen zum grossen Fest. Aber sie waren via Video im Festzelt präsent.

Stars melden sich zu Wort

Die Kinder hörten gebannt zu, als Kasami sagte: Wenn man Profifussballer werden wolle, könne man nicht mit Kollegen abhängen, sondern müsse mehr als andere trainieren, gesund essen und sich auch in der Schule Mühe geben. Ein Gejohle gabs, als er Autogrammkarten in Aussicht stellte.

Einem früheren Steigemer, der heute Teammanager beim FCZ ist, hörte man noch zu, dann war fertig. Die Videobotschaft von Regierungsrätin Jacqueline Fehr ging unter im Aufbruch: Auf der anderen Seite der Freizeitanlage ging das Grümpelturnier Steigemer Kick weiter. Der Platz ist jener, wo auch Lenjani und Abrashi bolzten, er ist leicht abschüssig, wer von unten nach oben spielen muss, lernt sich durchzubeissen.

In einem der Teams, die FC Steig City, Multikulti oder Mädchen-Team Steig hiessen, kickte Stadtrat Nicolas Galladé mit. Auch der Stadtpräsident, die Polizeivorsteherin und etliche Gemeinderäte aus Töss hatten sich eingefunden. «Wir nehmen das wahr als Wertschätzung der Steig gegenüber», sagte Renata Tschudi, die Präsidentin des Quartiervereins Dättnau Steig. «Kontakte, wie sie hier stattfinden, sind wichtig.» Die Kinder hätten zwar Kontakt untereinander in der Schule, viel weniger aber die Eltern.

Viele Dättnauer und Tössemer seien kaum je in der Steig. Es gebe leider auch keine direkte Fusswegverbindung zwischen den beiden Quartieren. Initiiert wurde der Steigemer Kick von der Tösslobby, zahlreiche andere Gruppierungen halfen mit beim Organisieren. Wer den Kick gewann, ist den Kindern wichtig, letztlich aber von untergeordneter Bedeutung. (Der Landbote)

Erstellt: 09.07.2017, 18:21 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Landboten digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Werbung

KIWI

Kiwi Kinos Winterthur