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Elternräte kritisieren schleichende Abschaffung der Schulweglotsen

Nun ist es definitiv: Die Stadt schafft die Schulweghilfen ab. Die verbliebenen 14 Lotsen sollen bis Ende 2018 entlassen werden. Elternräte sind empört. Sie werfen der Stadt vor, auf Kosten der Sicherheit der Schulkinder zu sparen.

Auch dieser Posten an der Römerstrasse / Adlerstrasse soll im Februar aufgehoben werden.
Auch dieser Posten an der Römerstrasse / Adlerstrasse soll im Februar aufgehoben werden.
Heinz Diener

Im Rahmen des Sparprogramms «Balance» beschloss die Stadt vor eineinhalb Jahren, bei den Schulweglotsen rund 150 000 Franken einzusparen. Erste betreute Übergänge sind seither bereits verschwunden. Nach den Sportferien geht der Abbau nun weiter: Es verschwinden 9 der verbliebenen 14 Lotsenposten, die Restlichen bis voraussichtlich Schulbeginn 2018. Obwohl andere Städte wie Zürich, St. Gallen oder Luzern ohne Lotsendienst auskommen, stösst der Abbau bei betroffenen Eltern auf wenig Gegenliebe. Man sei geschockt, sagt Marc Wyler, Präsident des Elternrats Rebwiesen. «Gerade für den Kindergarten, der durch die Schlosstalstrasse vom Schulhaus Rebwiesen und einem grossen Teil des Einzugsgebiets getrennt ist, sind die Lotsen Gold wert.» Wyler verweist auf eine aktuelle Unfallstatistik der Beratungsstelle für Unfallverhütung , die besagt, dass Kinder erst ab 5 bis 6 Jahren realisieren, was eine Gefahr ist. Und erst mit 8 Jahren seien Kinder in der Lage zu verstehen, dass ein bestimmtes Verhalten gefährlich sein kann.

Wyler stellt auch die Informationspolitik der Stadt in Frage: «Dass Kinder nur noch angeleitet und nicht mehr über die Strasse begleitet werden, wurde unsals verkehrserzieherische Massnahme verkauft. Entpuppt sich dasim Nachhinein als schrittweiser Abbau?» Im Elternrat Rebwiesen sei man besorgt und enttäuscht. «Wir fordern die Stadt auf, diese Massnahme zu überdenken und Vernunft walten zu lassen.»

Auch der Elternrat Rychenberg ist der Ansicht, dass die Sicherheit der Kinder nicht dem Spardruck geopfert werden sollte. Gemäss Präsidentin Sibylle Näf wünscht man sich insbesondere, dass die Frauenfelderstrasse weiterhin betreut wird, und zwar auch dann, wenn das Kriterium, 10 Kindergärtler pro Übergang, nicht erreicht ist. Grundsätzlich sei die Zusammenarbeit mit der Polizei gut: «Wir sind erfreut, dass der Übergang an der Talackerstrasse dank Tempo 30 entschärft werden soll.»

Man könne den Abbau auch als Chance betrachten, findet Cristina Bozzi-Brunel, Präsidentin des Elternrats Hegifeld. Eltern könnten sich organisieren und ihre Kinder begleiten. «Der sogenannte Pedibus funktioniert in der Westschweiz bestens. Warum nicht auch hier?»

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