Winterthur

Empörung über Wahl-Panne

Bei der Stadtkanzlei sind bisher 46 Meldungen zu fehlerhaften Wahlcouverts eingetroffen, dabei häuft sich ein bestimmtes Fehlermuster. Die betroffenen Parteien sind empört und fordern von der Stadtkanzlei «absolute Transparenz».

Bei den fehlerhaften Wahlcouverts häuft sich ein bestimmtes Fehlermuster: Gewisse Parteilisten sind doppelt, während andere fehlen.

Bei den fehlerhaften Wahlcouverts häuft sich ein bestimmtes Fehlermuster: Gewisse Parteilisten sind doppelt, während andere fehlen. Bild: Keystone

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Das Ausmass der Wahl-Panne ist weiterhin unklar («Landbote» vom 24. Februar). Seit der Mitteilung der Stadtkanzlei letzte Woche sind insgesamt 46 Meldungen zu falschen Unterlagen eingetroffen, 14 davon weisen dasselbe Muster auf.

Wegen eines Fehlers in der externen Druckerei fehlten bei diesen die Parteilisten von GLP, Grünen, EVP und CVP. Die Listen der SVP, FDP, AL und BDP waren hingegen doppelt vertreten.

Ich kann letztlich nur spekulieren, wie viele der 70000 Wahlcouverts fehlerhaft sind.Thomas Bolleter, Leiter Wahlen und Abstimmungen

Thomas Bolleter, städtischer Leiter Wahlen und Abstimmungen, weiss nicht, wie viele der 70 000 Couverts fehlerhaft sind:«Ich kann letztlich nur spekulieren.» Weil sich nach dem Aufruf im «Landboten» nicht hunderte von Personen gemeldet hätten, geht er aber davon aus, dass es sich um «Einzelfälle» handelt. Für ihn ist der Fall abgeschlossen.

«Ich erwarte Transparenz»

Die betroffenen Parteien wurden von der Stadtkanzlei nicht informiert. Parteipräsidentin und Stadtratskandidatin Annetta Steiner (GLP) ist empört: «Das ist sehr ärgerlich. Bei einer so sensiblen Angelegenheit dürfen keine Fehler passieren.» Stossend findet sie vor allem, dass nicht bekannt ist, bei wie vielen Wahlcouverts die Wahllisten falsch sind. «Hier erwarte ich von der Stadtkanzlei absolute Transparenz.» Das weitere Vorgehen werde man parteiintern diskutieren.

Das ist sehr ärgerlich. Bei einer so sensiblen Angelegenheit dürfen keine Fehler passieren.Annetta Steiner (GLP)

Reto Diener (Grüne) spricht von einem «offensichtlichen Qualitätsmangel»: «Wenn sich herausstellt, dass diese Fehler System haben, wäre das sehr ungeschickt.» Andreas Geering (CVP) sieht die Wahl-Panne hingegen sportlicher: «Fehler können passieren.» Wie die Grünen wolle auch die CVP das Resultat am Sonntag erst einmal abwarten. «Sollte es bei der Sitzverteilung entscheidend sein, werden wir reagieren», sagt Geering.

Stadtkanzlei hält Ersatz-Unterlagen bereit

Die Stadtkanzlei ist überzeugt, mit der Mitteilung an die Bevölkerung richtig reagiert zu haben: «Die Wahlen können durchgeführt werden», sagt Bolleter. Für die Urnenabstimmung vom Sonntag hat er trotzdem vorgesorgt: «Wir halten Ersatz-Unterlagen bereit, falls weitere fehlerhafte Couverts auftauchen.» (Der Landbote)

Erstellt: 27.02.2018, 17:30 Uhr

Umfrage

Bei der Stadt Winterthur haben sich 46 Personen gemeldet, die unvollständige Wahlunterlagen für die Gemeinderatswahlen erhalten haben. Sie erhielten einige Parteilisten nicht oder doppelt. Wie schlimm ist dieser Fehler?

Katastrophe: Dies könnte das Wahlergebnis beeinflussen.

 
40.7%

Peinlich aber nicht weiter schlimm.

 
52.0%

Mir egal: Meine Wahlunterlagen sind auf direktem Weg im Altpapier gelandet.

 
7.3%

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