Hettlingen

«Er chrällelet e chli, isch süffig und nöd so süess»

Wie beschreiben die Gäste, was für einen Wein sie gerade trinken? Eine kleine Umfrage am Weinländer Herbstfest in Hettlingen bringt lustige Eindrücke und Ausdrücke an den Tag.

«Prickelnd» finden Michael und Karin Künzle den Federweissen.

«Prickelnd» finden Michael und Karin Künzle den Federweissen. Bild: Dagmar Appelt

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Als der gebürtige Berner 1989 seinen ersten Schluck Hettlinger Weines nahm, fand er diesen ungeniessbar. «Den kann ich nicht trinken, das ist Essig», erzählt Bruno Kräuchi, OK-Chef und Gemeindepräsident von Hettlingen. Doch heute ist das anders.

«Wir sind ein Winzerfest, degustieren Sie den Wein und lassen Sie sich kulinarisch verwöhnen», fordert er die zahlreichen Gäste auf, von denen viele mit einem Glas Wein in der Hand der spritzigen Rede lauschen. Am Ende der Zeremonie strömen die Besucherinnen und Besucher in die Gassen. Marktstände, Handwerker und Festwirtschaften erhalten regen Zulauf.

«Er ist beerig mit rund gediegenem, lang anhaltendem Abgang, aber offen gesagt etwas zu warm»Jürg Frutiger,
Elsau

Zwei Personen bleiben derweil gemütlich in der Sonne vor der Festbühne sitzen. Der Stapi und seine Gattin haben es nicht eilig. Gemütlich kosten sie den Wein. «Karin und Michael Künzle, beschreiben Sie uns den Federweissen der Stammheimer Winzergenossenschaft, den Sie gerade trinken?» Meine Neugier wird offenherzig gestillt. «Den würden wir problemlos unseren Gästen auftischen», loben die hohen Gäste aus Winterthur: «Er chrällelet e chli, isch süffig und nöd so süess», sagt er. «Ein herrlich perlender Abgang», meint sie.

Ein paar Meter weiter stehen drei Gemeindepräsidenten. Hier wird ein roter Tropfen degustiert, ein Stammheimer Pinot noir, Jahrgang 2016. «Er ist beerig mit rund gediegenem, lang anhaltendem Abgang, aber offen gesagt etwas zu warm», findet Jürg Frutiger aus Elsau. Dass er nicht im Eichenfass gelagert worden sei, gebe ihm natürliche Kraft.

«Der ist fruchtig, kühl und süffig und passt gut zum Wetter»Werner Fritschi,
Hettlingen

Martin Bührer aus Ellikon an der Thur scheint einverstanden. Peter Matzinger nippt derweil an einem Glas Appenzeller Quellwasser. «Ich trinke tagsüber nie, wenn ich in offizieller Mission unterwegs bin», verrät der Dinerter Gemeindepräsident mit einem Schmunzeln in den Mundwinkeln.

Um die Ecke sitzen drei Hettlinger in der stattlichen SVP-Festwirtschaft und warten auf ihre Rösti mit Bratwurst. Vor ihnen steht ein Ossinger Federweisser. «Der ist fruchtig, kühl und süffig und passt gut zum Wetter», findet Werner Fritschi, dem die «goldige Farbe» des Federweissen im Glas besonders gefällt. Katharina Steiner nimmt genüsslich einen Schluck des kühlen Tropfens. «Aber etwas spritziger dürfte er für mich noch sein» lautet das weibliche Fazit. «Der hat aber viel Sonne und Natur in sich», lobt Markus Pfeiffer. Na denn, prost! (Der Landbote)

Erstellt: 09.09.2018, 18:16 Uhr

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