Elsau

Das schönste Huhn der Schweiz kommt aus Elsau

Züchter Paul Fässler aus Elsau feiert nach über 30 Jahren seinen grössten Erfolg an der nationalen Kleintiermesse.

Paul Fässler aus Elsau mit seinem Siegerhuhn. Der erfolgreiche Züchter bezeichnet die Auszeichnung als «absolutes Highlight».

Paul Fässler aus Elsau mit seinem Siegerhuhn. Der erfolgreiche Züchter bezeichnet die Auszeichnung als «absolutes Highlight». Bild: Marc Dahinden

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Das wichtigste Schönheitsmerkmal eines Huhns? «Die Silhouette», sagt Züchter Paul Fässler aus Elsau. Ein Juror müsse allein anhand des Umrisses erkennen können, um was für eine Rasse es sich bei dem Tier handle. Fässler muss es wissen.

Seit über 30 Jahren züchtet er Hühner, seit 1990 stellte er an jeder Nationalen Geflügelschau aus. Er hat schon viele Erfolge gefeiert: «Bei jeder nationalen Geflügelschau habe ich jedes Mal mindestens einen Rassensieger gestellt», sagt er.

«Wenn man den Küken Auslauf gibt, erkennt man bereits, ob die Form stimmt»

Doch der Erfolg der diesjährigen Ausstellung in Freiburg sucht seinesgleichen: «Es ist das absolute Highlight», sagt Fässler. Seine Appenzeller Spitzhauben Henne holte den Preis als schönstes Huhn der Schweiz. 1810 Exemplare hatten an der Ausstellung teilgenommen. Ein wenig sieht seine Siegerin aus wie ein Dalmatiner mit der Frisur eines Punks, gefangen in einem Huhn.

Stolze Dame: die Siegerin aus Elsau.

Namenlose Siegerin

Der Erhalt der Rassenhühner ist Fässler ein grosses Anliegen: «Wir betreiben hier Genetik.» Wenn es keine Rassenhühner mehr gäbe, dann könne man auch keine Poulet- oder Legehühner mehr züchten. «Diese Grundlage gilt es zu erhalten.»

Das Geheimnis seines Erfolgs macht er in kleinen Zuchtstämmen fest. «Das bedeutet, dass ich nur ein Huhn und einen Hahn zusammenbringe. Wenn ich einen Hahn auf zehn Hühner loslassen würde, wüsste ich später nicht mehr, von welchem Huhn welches Ei stammt.»

«Kein Züchter gibt seinen Tieren Namen.»

Für das diesjährige Gewinnerhuhn haben zwei solcher Zuchtstämme gereicht, die beiden Hähne hat er nach einer Weile mit dem jeweils anderen Huhn gekreuzt. Welche Eier von welchem Huhn und welchem Hahn stammen, all das musste Fässler festhalten. «Nur so kann man züchten, alles andere ist einfach Vermehrung.» Die frischgeschlüpften Küken erhalten eine Markierung am Fuss, die aus einem Kabelbinder besteht.

Alle Tiere bleiben namenlos. Auch das Gewinnerhuhn besitzt lediglich eine Ringnummer. «Kein Züchter gibt seinen Tieren Namen», sagt Fässler. Denn man dürfe keine zu emotionale Bindung zum Tier aufbauen. Jedes Jahr schlüpfen in Schottikon, wo Fässler die Hühner hält, gegen hundert Tiere. Davon behält er nur zehn bis 20 Prozent, weil er nicht genügend Platz hat.

Wenn er bei den Küken Fehler feststellt, werden sie von Eulen eines Bekannten verspeist. «Wenn man den Küken Auslauf gibt, erkennt man bereits, ob die Form stimmt», sagt Fässler. Die grösseren Tiere schlachtet er selber. «Es macht mir keine Freude, die Tiere zu töten, aber immerhin verwerten wir alles vom Tier.» Die Konsequenz: Geflügel aus dem Supermarkt, das deutlich jünger geschlachtet wurde, können er und seine Frau mittlerweile nicht mehr essen.

Bald keine Zucht mehr?

Das schönste Huhn der Schweiz hat von Fässler nach dem Triumph indes keine Spezialbehandlung erfahren. «Am Abend nach der Ausstellung kehrte sie wieder in den Stall zurück, wie alle anderen auch», sagt er. Im neuen Jahr dient die Siegerin dann als Legehenne für den nächsten Nachwuchs, die dann den Titel verteidigen sollen.

Ob Fässlers Zuchterfolg der letzten Jahrzehnte weiter anhält, ist aber nicht nur von den Tieren abhängig. Seine Hühnerzucht in Schottikon befindet sich in der Landwirtschaftszone. Stallbauten sind dort nicht erlaubt. Jahrelang war dies kein Problem, nun gab es jedoch eine Beschwerde darüber. Für Fässler unverständlich: «Wo soll ich denn die Tiere sonst züchten? Ja wohl kaum im Wohnquartier.» Der Züchter besitzt nach eigenen Angaben rund 50 Hähne, diese krähen morgens um die Wette.

(Landbote)

Erstellt: 12.01.2018, 17:42 Uhr

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