Wila

Erstaunliche Anforderungen

Der Herbstlauf in Wila zeichnete sich einmal mehr eine als «Trouvaille» aus – als eine fordernde allerdings.

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Die Diskussionen nach den 11,1 Kilometern waren rege. «Uff, war das anstrengend», meinten die einen und zeigten sich überrascht von der Topografie wie auch von einigen Besonderheiten. Neben dem Auf und Ab spielten sie auf die Abschnitte über Wiesen mit tiefem Boden, ähnlich einem Crosslauf, an oder das steile Hinunter auf den letzten beiden Kilometern, den Naturweg mit Steinen und Geröll. «Das fuhr in die Beine», meinten sie.

Herbstlauferfahrene pflichteten bei und wunderten sich oftmals über sich selber. Obschon sie sich der Anforderungen bewusst waren und sich die Strecke bei der Einstimmung hatten durch den Kopf gehen lassen, stellten sie hinterher fest: «Zu schnell gestartet, zu früh ans Limit gekommen.»

«Das fuhr in die Beine.»Herbstlauf-Teilnehmer

Sich explizit darauf einzustellen hatte auch der Tagessieger Christian Mathys versucht. Der letztjährige Schweizer Berglauf-Meister – in diesem Jahr zweiter – und Gesamtsieger des Züri-Lauf-Cups 2016 studierte das Geforderte anhand einer Landkarte. Nicht immer tut dies der 30-Jährige Swiss-Linienpilot aus Bülach. Aber für Wila hatte er sich ein ganz besonderes Ziel vorgenommen: das Brechen des Streckenrekordes von 40:31 Minuten, aufgestellt 2014 von Kaspar Schüpbach.

Trotz guter Vorbereitung wurde Mathys dann überrascht: «Nicht nur die Steigungen und die Terrainwechsel forderten, anspruchsvoll waren auch die technischen Downhill-Passagen.» Die am Berg eingebüsste Zeit liess sich dabei nicht vollumfänglich kompensieren. Reüssiert hat Mathys dennoch: In 39:26 Minuten siegte er. Nach diesem «erfolgreichen Test» freut er sich nun auf die Gurten-Classic vom nächsten Sonntag. Auf den in der Laufszene bekannten Simon Tesfay wird er dort treffen, den Greifenseelauf-Sieger vom letzten Jahr.

«Nicht nur die Steigungen und die Terrainwechsel forderten, anspruchsvoll waren auch die technischen Downhill-Passagen.»Christian Mathys, Sieger

Über die Strecke unterhalten hatte sich Mathys in Vorfeld auch mit Martin Rosser. Und der erfolgreiche M40-Läufer aus Dürnten zeigte bei seiner zweiten Teilnahme selber «einen Superlauf». Mathys fordern konnte er aber nicht. Von Beginn an zog der Favorit davon. Im Kampf um Position 2 indes setzte sich Rosser gegenüber Roman Kessler, Jan Staubli und Sven Lusti durch – nicht zuletzt seiner Streckenkenntnisse wegen. Und als Sieger feiern lassen konnte er sich ebenso: als Gesamtsieger des Kleeblatt-Laufcups, der schmucken Serie mit dem RunningDay Eschenbach, der Kreuzegg Classic, dem Panoramatrail Mosnang, der Züri Oberland Trophy, dem Panoralauf Bachtel und dem Herbstlauf Wila.

Bei den Frauen wiederholte Nadja Kessler (Rapperswil) ihren Vorjahressieg. Ihren eigenen Streckenrekord von 45:25 Minuten verfehlte sie allerdings klar. Nicht überraschend kam dies für sie. Nachdem sie den Jungfrau-Marathon Anfang September wegen Muskelfaserrisses in der Wade hatte aufgeben müssen und daraufhin pausierte, läuft sie erst seit einer Woche wieder. Ungefährdet blieb ihr Erfolg dennoch: 1:30 Minuten betrug der Vorsprung auf Claudia Meili, die Kleeblatt-Siegerin.

Mehr Schüler denn je

Als sehr beliebt und erfolgreich ausgewiesen hat sich der Herbstlauf einmal mehr bei den Kinderkategorien am Vormittag. Mit 256 Klassierten resultierte ein Teilnehmerrekord. Der Spezialpreis für die zahlenmässig grösste Klasse (Fr. 500) motiviert und zieht. Und offenbar auch das Familiäre, Vertraute: Auffallend viele aus Wila und den umliegenden Gemeinden standen bei dieser 18. Austragung im Einsatz – auch über die Hauptdistanz.

(Der Landbote)

Erstellt: 29.10.2017, 16:34 Uhr

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