Elgg

«Es geht darum, den Puls zu fühlen»

Befürworter einer neuen Turnhalle haben kurz vor der Abstimmung eine neue Idee lanciert. Das macht die Ausgangslage für die Stimmbürger knifflig.

Die Abstimmung über eine neue Doppelturnhalle in Elgg steht kurz bevor. Die Mehrfachturnhalle könnte auch bei einem Nein am 10. Februar gebaut werden.

Die Abstimmung über eine neue Doppelturnhalle in Elgg steht kurz bevor. Die Mehrfachturnhalle könnte auch bei einem Nein am 10. Februar gebaut werden. Bild: Heinz Diener

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Am 10. Februar entscheiden die Stimmberechtigten in Elgg an der Urne, ob die Politische Gemeinde den Bau einer Doppelturnhalle weiterverfolgen soll. Die Abstimmungsfrage ist eigentlich klar formuliert. Und dennoch ist derzeit nicht ganz eindeutig, wie man am besten abstimmt, wenn man zwar eine neue Doppelturnhalle befürwortet, aber den Steuerzahler möglichst wenig belasten will.

Denn kurz vor der Abstimmung haben Hallenbefürworter eine neue Option ins Spiel gebracht: Eine neue Halle auf privater Basis. Nicht die Politische Gemeinde soll den Bau demnach finanzieren, sondern eine Genossenschaft.

Auf diesem Weg wäre es theoretisch möglich, dass selbst bei einem knappen Nein am 10. Februar in Elgg eine neue Turnhalle entstehen könnte. Bei einem wuchtigen Nein wäre hingegen wohl auch das private Projekt vom Tisch. Denn die Initianten der Idee haben an einem Medienanlass gesagt, dass sie die Abstimmung als Gradmesser für ihr Projekt nehmen wollen.

Doch was geschieht bei einem klaren Ja? Dann müsste gemäss Abstimmungsweisung nämlich die Politische Gemeinde das Projekt weiterverfolgen – und nicht in erster Linie die Befürworter mit ihrer Genossenschaft. Und der Gemeinderat wäre dazu verpflichtet, den Stimmberechtigten einen Planungskredit vorzulegen.

Als Stimmbürger könnte man deshalb paradoxerweise auf die Idee kommen, ein Nein in die Urne zu legen, auch wenn man für eine Halle ist – nur um zu erreichen, dass die Halle genossenschaftlich finanziert wird.

Wie weiter?

Die Ausgangslage fordert auch den Gemeinderat: «Es wird nicht ganz einfach sein, das Abstimmungsresultat zu interpretieren», sagt Gemeindepräsident Christoph Ziegler. Er hält aber fest, dass es bei der Grundsatzabstimmung darum gehe, den Puls der Bevölkerung zu fühlen: «Ist sie für oder gegen den Bau einer neuen Turnhalle auf der Basis der in der Weisung vorliegenden Zahlen?»

In welcher Form die Politische Gemeinde das Projekt dann bei einem Ja weiterverfolgen werde, sei nicht entschieden. «Eine genossenschaftliche Lösung wäre aber nicht grundsätzlich ausgeschlossen.» Der Gemeinderat würde jedenfalls einen möglichst kostengünstigen Weg suchen, um eine Halle zu realisieren, sagt Ziegler weiter. Man werde dabei prüfen, ob ein Alleingang oder eine Genossenschaft für die Gemeinde besser sei.

Ausgeschlossen ist hingegen eine Lösung, bei der die Politische Gemeinde und die Schule gar nicht beteiligt sind. Dies nur schon deshalb, weil das für die Halle vorgesehene Bauland der Gemeinde gehört und direkt nebenan die Schule liegt.

Vorschlag kam zu spät

In der Abstimmungsweisung ist der Vorschlag, eine Halle durch eine Genossenschaft zu finanzieren, höchstens am Rande erwähnt. Das hat einen einfachen Grund: «Als die Weisung fertiggestellt wurde, hatte der Vorschlag weder Hand noch Fuss», sagt dazu Gemeindepräsident Christoph Ziegler.

Die Ortsparteien sind gespalten. Die SP empfiehlt ein Ja am 10. Februar, SVP und FDP ein Nein. Andere Parteien haben Stimmfreigabe beschlossen.

Dass in den nächsten Jahren gehandelt werden muss, ist unbestritten. Denn die Turnhalle der Primarschule ist sanierungsbedürftig. Eine Sanierung wäre aber günstiger als ein grösserer Neubau. Dafür hätten die Sportvereine in einer neuen Halle mehr Möglichkeiten. Gemäss einer groben Schätzung müsste man für eine neue Doppelturnhalle mit Kosten von rund zehn Millionen Franken rechnen.

Erstellt: 27.01.2019, 16:25 Uhr

Artikel zum Thema

Hallenbefürworter mit neuer Idee

Elgg Die Abstimmung über eine neue Doppelturnhalle steht kurz bevor. Jetzt bringen die Befürworter eine neue Option ins Spiel. Ein Neubau könne auch auf privater Basis realisiert werden. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben