Politik

«Es gibt Anfragen von Fraktionen für Gespräche»

Konrad Langhart ist wenige Tage vor Weihnachten aus der SVP ausgetreten. Der frühere Präsident der Kantonalpartei will im Kantonsrat bleiben, hat aber noch keine neue Fraktion oder Partei gefunden.

Nach über 30 Jahren aus der SVP ausgetreten: Konrad Langhart.

Nach über 30 Jahren aus der SVP ausgetreten: Konrad Langhart. Bild: Thomas Egli

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Herr Langhart, wie sind die Reaktionen auf Ihren Parteiaustritt ausgefallen?
Konrad Langhart: Mir sind vor allem positive Reaktionen zu Ohren gekommen, gerade auch von SVP-Parteimitgliedern. Der Austritt kam für einige wohl nicht ganz überraschend, nach allem was im vergangenen Jahr geschehen ist. Ich habe auch mit dem Parteipräsidenten und dem Fraktionschef gesprochen. Die waren natürlich nicht erfreut.

Sie haben bei ihrem Rücktritt angekündigt, im Kantonsrat bleiben zu wollen. Theoretisch könnten Sie das fraktions- und parteilos machen. Praktisch gesehen müssen sie aber in einer Fraktion Unterschlupf finden. Welche könne das sein?
Ich habe diesbezüglich noch keine Gespräche geführt. Es gibt aber Anfragen von Fraktionen für solche Gespräche. Entscheidend für mich ist, dass es Übereinstimmungen in denjenigen kantonalen Themen gibt, die mir besonders wichtig sind. Und ein Parteiwechsel ist zurzeit kein Thema.

Sie sind Mitglied der Kommission für Energie, Verkehr und Umwelt (KEVU). Diese Sitze werden nach Parteistärke vergeben. Werden Sie ihren SVP-Sitz räumen?
Im Kantonsratsgesetz heisst es, dass das Parlament einen Kommissionssitz aus wichtigen Gründen neu vergeben kann. Da stellt sich jetzt halt die Frage, ob mein Parteiaustritt als ein wichtiger Grund gilt.

Sie werden Ihren KEVU-Sitz also nicht einfach so aufgeben?
Nein. Als Bauer und Kleingewerbler kann ich zu den Themen, die in der KEVU behandelt werden, gut etwas beitragen. Das möchte ich weiterhin tun.

Sie haben schon mehrfach geäussert, dass ein zu aggressiver Politstil bei Ihnen im Zürcher Weinland nicht goutiert werde. Es gibt doch aber auch dort Exponenten, die nicht gerade für leise Töne bekannt sind, beispielsweise Ulrich Schlüer.
Das mag sein, aber an der Basis sieht es doch anders aus. In den Nachbarkantonen Thurgau und Schaffhausen fährt die SVP mit einem etwas ruhigeren, kooperativeren Stil besser.

Sie sind als Vertreter dieses Stils zum Kantonalpräsidenten gewählt worden. Warum hat es nicht geklappt?
Es war vielleicht auch etwas naiv von mir, zu glauben, dass eine Änderung in diesem Bereich so einfach umzusetzen ist.

Konrad Langhart ist wenige Tage vor Weihnachten aus der SVP ausgetreten. Der frühere Präsident der Kantonalpartei will im Kantonsrat bleiben, hat aber noch keine neue Fraktion oder Partei gefunden.

Erstellt: 03.01.2020, 18:16 Uhr

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