Feuerwehr

Fehlalarme halten Feuerwehr auf Trab

Brandmeldeanlagen verursachen in Winterthur und Umgebung immer wieder Fehlalarme. Allein im letzten Jahr ist die Feuerwehr insgesamt 133 Mal vergeblich ausgerückt. Dadurch entstanden Kosten von rund 240 000 Franken.

Im vergangenen Jahr ist die Feuerwehr Winterthur insgesamt 133 Mal vergeblich ausgerückt.

Im vergangenen Jahr ist die Feuerwehr Winterthur insgesamt 133 Mal vergeblich ausgerückt. Bild: Keystone

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Nicht nur Hollywood-Star Bruce Willis («Stirb langsam») hatte aufgrund seiner Körperpflege in einem Hotel in Deutschland einst die Feuerwehr auf den Plan gerufen. Auch ein Gast aus Indien löste vor einiger Zeit aus den gleichen Gründen im Hotel Wartmann in Winterthur einen Feueralarm aus. Denn beide Männer duschten so ausgiebig und lange – und produzierten dabei so viel Wasserdampf –, dass schliesslich der Feuermelder anschlug. Während jedoch bei Bruce Willis damals tatsächlich die Feuerwehr anrückte, konnte die Hotelleitung in Winterthur den Brandalarm rechtzeitig ausschalten – noch bevor sich die städtische Feuerwehr auf den Weg machte.

Jeden 3. Tag ein Fehlalarm

Das Zeitfenster, um das Ausrücken der Feuerwehr zu verhindern, beträgt nur wenige Minuten. Nicht allen gelingt es während dieser Zeit, die Sache in den Griff zu bekommen. Das belegen auch die statistischen Zahlen: Durchschnittlich jeden dritten Tag rückte die Feuerwehr in Winterthur 2017 wegen Fehlalarmen von automatischen Brandmeldeanlagen aus. Mit anderen Worten: Bis zu 10 Personen mit drei Fahrzeugen fuhren im letzten Jahr 133 Mal vergeblich zu einem Einsatzort. Nicht weniger als jeder sechste Einsatz der Winterthurer Feuerwehr war im vergangenen Jahr wegen eines Fehlalarms.

Basel als Spitzenreiter

In der Stadt Zürich ist die Fehlalarmquote, wie Recherchen zeigen, aber noch deutlich höher. Dort rückt die städtische Feuerwehr jedes vierte Mal vergeblich aus. Die negative Rangliste wird allerdings von Basel angeführt. In der Stadt am Rheinknie handelt es sich in über 40 Prozent aller Fälle um einen Fehlalarm.

Für einen gewichtigen Teil der unnötigen Einsätze in Basel ist die Pharmabranche verantwortlich. Aus sicherheitstechnischen Gründen nehmen die betroffenen Konzerne die unzähligen Fehlalarme auch künftig in Kauf – und sind deshalb weiterhin bereit pro Einsatz einen Betrga von 1500 Franken zu bezahlen.

Winterthur verlangt als Entschädigung für die unnötigen Feuerwehreinsätze hingegen noch etwas mehr Geld als Basel.

Hohe Kosten

«Die Kosten für einen Fehlalarm belaufen sich pauschal auf 1800 Franken», sagt Karvin Ahuja, stellvertretender Kommandant der Berufsfeuerwehr in Winterthur auf Anfrage. Den Eigentümern jener Brandmeldeanlagen in Winterthur, welche im letzten Jahr zu Fehlalarmen führten, wurden so total rund 240 000 Franken in Rechnung gestellt. Ein Jahr zuvor mussten Unternehmer und Hauseigentümer gar rund 300 000 Franken für Einsätze hinblättern, die auf einen Fehlalarm zurückzuführen waren.

«Die Ursache für ungewollte Alarme ist zu einem Viertel auf menschliches Versagen zurückzuführen», sagt Ahuja von der Winterthurer Feuerwehr. Im Vordergrund stünden Bedienungsfehler und unsachgemässe Wartung – aber auch schlicht nur «Unfug».

Erstellt: 10.05.2018, 18:08 Uhr

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