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Feuer und Flamme, gefühlt und in echt

An einem Tag der offenen Tür hat die Seuzacher Feuerwehr am Samstag gezeigt, wieso es sie braucht. Und die Besucher konnten auf Tuchfühlung gehen mit dem Element Feuer.

Üben für den Ernstfall: Mit Hilfe seines Vaters und einem Feuerwehrmanns erstickt der Junge ein Feuer mit der Löschdecke.
Üben für den Ernstfall: Mit Hilfe seines Vaters und einem Feuerwehrmanns erstickt der Junge ein Feuer mit der Löschdecke.
Nathalie Guinand
Auf Hochglanz poliert und mit Blumen geschmückt präsentierten sich die Feuerwehrautos am Tag der offenen Tür dem Publikum.
Auf Hochglanz poliert und mit Blumen geschmückt präsentierten sich die Feuerwehrautos am Tag der offenen Tür dem Publikum.
Nathalie Guinand
Ob er wohl gerade über die Konsequenzen des «Zeuselns» spricht? Dieser Feuerwehrmann hat seine jungen Zuhörer ganz in den Bann gezogen.
Ob er wohl gerade über die Konsequenzen des «Zeuselns» spricht? Dieser Feuerwehrmann hat seine jungen Zuhörer ganz in den Bann gezogen.
Nathalie Guinand
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Feuerwehrdreiecke, Absperrbänder, Menschenauflauf, Rauch, Flammen und der Geruch von Brennsprit, Verkohltem – und Bratwürsten. Das Simulierte und das Echte lagen am Tag der offenen Tür der Seuzacher Feuerwehr vom Samstag nahe beieinander. Die Gemeinde feierte ihr Tanklöschfahrzeug und das Feuerwehrlokal. Beides schaffte sich Seuzach vor zehn Jahren an.

Ein Feuerwehrmann füllte Rapsöl in einen Behälter über dem Feuer. Daneben stopfte ein anderes der 63 Mitglieder der Seuzacher Feuerwehr einen doppelten Metallreifen voll mit Holzwolle. «Ein Osternest?», werweisste eine Besucherin. «Nein, ein Adventskranz», wusste eine andere. Ein ganz trockener, leicht entflammbarer, simuliert mit etwas Sprit.

40 Franken pro Einwohner

Während draussen das Rapsöl heisser und heisser wurde, stiessen im Feuerwehrgebäude rund 40 geladene Gäste auf das 10-Jahr-Jubiläum an. Kommandant Stefan Noll bedankte sich in seiner Ansprache unter anderem bei der Gemeinde Seuzach dafür, «dass wir mit einem so schönen Gebäude und Fahrzeug arbeiten können». Und der zuständige Gemeinderat Marcel Fritz sagte, dass das Gebäude «im Herzen von Seuzach immer noch topmodern» sei. Es gehe am heutigen Tag darum, den «damaligen Kraftakt» zu würdigen. Eine Rückschau hielt Karl Steinmann, der zu jener Zeit Gemeinderat war. Bereits 2001 habe die Seuzacher Feuerwehr auf die Platznot hingewiesen. Und im Jahr 2005 hiessen die Stimmberechtigten einen Kredit von knapp 7,8 Millionen Franken gut. Die Kosten für den Neubau lagen dann etwa zehn Prozent unter dem Kredit.

Video: Nathalie Guinand

Marcel Fritz rechnete den Gästen vor, dass die Feuerwehr Seuzach circa 40 Franken pro Einwohner und Jahr koste. «Die 40 Fränkli für diese Leistung sind nicht falsch angelegt.» In den letzten fünf Jahren hatte die Milizfeuerwehr Seuzach 106 Einsätze. Sie hat sechs Fahrzeuge und muss jederzeit einsatzbereit sein.

Neue Mitglieder gesucht

Derweil schauten sich draussen vor dem Gebäude gerade um die 200 Besucher die Arbeit und Ausrüstung der Feuerwehr an, darunter viele Kinder. Ein kleiner Junge etwa löschte mit etwas Hilfe zweier Erwachsener ein Feuer mit einem Löschtuch. Sichtlich stolz schaute er auf das erstickte Feuer. Auch der «Adventskranz» war inzwischen mehrmals entfacht und wieder gelöscht worden. Nach anfänglichem Zögern getrauten sich immer mehr Leute, mal selber einen simulierten Brand zu löschen.

Der Feuerwehrtag vom Samstag diente somit einerseits der Prävention, andererseits der Werbung. So sucht auch die Seuzacher Feuerwehr talentierten Nachwuchs. Denn momentan liegt der Bestand nur um drei Personen über dem Soll von 60 Mitgliedern. Und bei anhaltendem Unterbestand würde der Druck zu fusionieren steigen, etwa mit der Nachbarfeuerwehr Hettlingen-Dägerlen.

«Das Dümmste»

«Hilfe, es brennt!», rief plötzlich ein Feuerwehrmann. Das Rapsöl in der «Fritteuse» brannte wieder. Doch diesmal kamen deutlich weniger Zuschauer zum simulierten Brandplatz – die meisten sassen im Feuerwehrgebäude und assen ihre Bratwurst. Aber nach dem zweiten «Alarm» kamen doch noch etliche. Nun goss ein Feuerwehrmann Wasser ins Öl – eine gewaltige Stichflamme schoss hoch in den Himmel. «Das ist das Dümmste, was man machen kann», sagte der andere Feuerwehrmann. «Brennendes Öl mit Wasser zu löschen.» Das Simulierte wirkte echt, erschreckend echt. Und einmal mehr wechselte der Gesichtsausdruck mancher Kinder von fasziniert auf erschrocken.

InfoabendMitmachen bei der Feuerwehr Seuzach? Informationen am Donnerstag, 2. November, ab 19.15 Uhr, im Feuerwehrlokal an der Strehlgasse 1 in Seuzach

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