Winterthur

Fit und gesund durch Abhärtung

vereinsporträt Der Kneipp-Verein Winterthur existiert seit 1933. Er hat sich die Gesundheitsphilosophie von Pfarrer Sebastian Kneipp auf die Fahne geschrieben.

Ob jung oder alt, ob durchs Wasser tretend, oder unter dem Giessrohr: Die 260 Kneippler der Stadt sind ein aktives Völkchen.

Ob jung oder alt, ob durchs Wasser tretend, oder unter dem Giessrohr: Die 260 Kneippler der Stadt sind ein aktives Völkchen. Bild: Donato Caspari

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In den vergangenen Jahrzehnten seien in der Medizin bahnbrechende Fortschritte erzielt worden. Gleichzeitig sei das Gesundheitswesen immer teurer geworden, sagt Vereinspräsidentin Agnes Mattle. Was aber hat das mit Pfarrer Sebastian Kneipp zu tun? «Einen wesentlichen Teil der stets knapper werdenden finanziellen Mittel könnten wir längerfristig wohl nutzbringender in die Aufklärungsarbeit, Prävention und zur Förderung der Eigenverantwortung der Bevölkerung investieren», erklärt Mattle.

Ein nicht zu unterschätzender Teil leichterer akuter oder chronischer Krankheiten könnte so verringert oder sogar vermieden werden. «Das therapeutische Konzept von Sebastian Kneipp scheint mir dazu besonders geeignet zu sein. Mehr als 100 Jahre Erfahrungen beweisen, dass es wirksam ist.»Der Kneipp-Verein Winterthur existiert seit 1933. «Unsere Lebensphilosophie ist die Erhaltung der Gesundheit auf natürliche Weise. Sie basiert auf den fünf Elementen Wasser, Bewegung, Ernährung, Heilkräuter und Wohlbefinden», erklärt die Vereinspräsidentin. Zu seinen Glanzzeiten gehörten dem Kneipp-Verein Winterthur über 1000 Mitglieder an. Heute sind es noch rund 260.

Barfusslaufen und Sonnenbad

Kneipps Hydrotherapie-System bietet in der Tat eine Vielfalt von Anwendungsmöglichkeiten – und wer es schon einmal ausprobiert hat, weiss um die wohltuende Wirkung: Wassertreten, Tau-, Schnee- und Barfusslaufen, Trockenbürsten, Licht- und Sonnenbad sowie Saunabesuche gehören zu Kneipps Abhärtungsprogramm. Sie stärken das Immunsystem und sind damit gesundheitsfördernde beziehungs-weise krankheitsvorbeugende Massnahmen.

Damals mit der Giesskanne

Auch die berühmten Kneipp-Güsse hat der bayerische Pfarrer und Hydrotherapeut seinerzeit erfunden. Er goss damals mit der Giesskanne und erreichte mit dem drucklosen, gebündelten Wasserstrahl einen einzigartigen Kaltwasserreiz. Dieser wird heute mit einem speziellen Giessrohr bei guter Körper- und Hautwärme am rechten Bein oder Arm beginnend hochgezogen. Dabei bildet der Wasserstrahl rund um das Bein oder den Arm einen glatten Wassermantel.

Im Raum Winterthur gibt es mehrere Kneipp-Anlagen. Bei den Walcheweihern und bei der Bäumliterrasse am Goldenberg steht ein Kneippbrunnen, wo ein erfrischendes Armbad genommen werden kann. «Beim kalten Armbad taucht man zuerst den rechten, dann den linken Arm so weit wie möglich ein und lässt die Arme unter leichter Bewegung 20 bis maximal 40 Sekunden im Wasser. Danach nimmt man die Arme aus dem Wasser und bewegt sie kräftig, bis ein Wärmegefühl eintritt», erklärt Agnes Mattle. Auch auf dem Gallispitz in Veltheim befindet sich ein Brunnen. «Wir freuen uns über neue Mitglieder und haben ein offenes Ohr für ihre Ideen, um unseren Verein wieder in Schwung zu bringen.»

Erstellt: 08.07.2016, 16:33 Uhr

Der Verein in Kürze

Name: Kneipp-Verein Winterthur
Gründung: 1933
Zweck: Erhaltung der Gesundheit auf natürliche Weise.
Mitglieder: rund 260 Aktive
Angebot: Mehrere Kneipp- Anlagen im Raum Winterthur
Kontakt: Agnes Mattle, Kneipp-Verein Winterthur (Tel. 052 202 60 81, von 08.00 bis 11.00 Uhr erreichbar).
www.kneipp-verein-winterthur.ch

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