Stammheim

Frauen an der Spitze der neuen Gemeinde

Weiblich und parteilos gewinnen, männlich und SVP verlieren: In der Gemeinde Stammheim sind die Frauen gut vertreten.

Am 1. Januar 2019 startet die neue Gemeinde Stammheim.

Am 1. Januar 2019 startet die neue Gemeinde Stammheim. Bild: Melanie Duchene

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Waltalingen, Oberstammheim, Unterstammheim und die gemeinsame Schulgemeinde: Den vier alten Stammertaler Gemeinden standen ausschliesslich Männer vor. Für die auf den 1. Januar 2019 fusionierte Einheitsgemeinde Stammheim wollten sie alle nicht mehr zur Verfügung stehen.

Nun, nach dem zweiten Wahlgang ums Gemeinde- und Schulpräsidium vom Sonntag, steht fest: Die neue Gemeinde Stammheim wird von zwei Frauen angeführt. Beatrice Ammann (parteilos) bekam von der Talbevölkerung 605 Stimmen, ihr Konkurrent Hans Rudolf Langhart (SVP) 520. Im ersten Wahlgang vom 23. September machte Ammann noch zwei Stimmen weniger als Langhart. Beide gehörten bis anhin dem Gemeinderat Oberstammheim an.

Drei Frauen, drei Männer

Den zweiten Wahlgang ums Schulpräsidium der Gemeinde Stammheim entschied Anita Fleury (parteilos) aus Guntalingen für sich. Sie erhielt 712 Stimmen, ihr Mitbewerber Lorenzo Galvan (SVP) aus Oberstammheim 361. In der neuen Einheitsgemeinde wird die Schulpräsidentin von Amtes wegen auch Mitglied des Gemeinderates. Damit wird der neue, sechsköpfige Gemeinderat von Stammheim aus drei Frauen und drei Männern bestehen: Beatrice Ammann, Anita Fleury, Ilona Diriwächter sowie Hans Rudolf Langhart, Urs Ulrich und Fabian Kühner.

Sie freue sich selbstverständlich über die Wahl, sagte Ammann am Sonntag. Warum sie mehr Stimmen als Langhart geholt habe, wisse sie nicht. Nach dem ersten Wahlgang habe sie nochmals ein Flugblatt verteilt, was ihr Konkurrent allerdings auch getan habe. Dass die bald aufgelöste Gemeinde Unterstammheim im neuen Gemeinderat und in der Schulpflege nicht mehr vertreten sein wird, hält Ammann nicht für problematisch. «Wir sind jetzt die Gemeinde Stammheim», sagt sie. Gewählt seien die Behördenmitglieder für alle, für das ganze Stammertal – Partikularinteressen würden keine vertreten.

Zudem befinde sich der neue Verwaltungssitz an zentraler Lage in Unterstammheim. Dass nun zwei Frauen an der Spitze von Stammheim stehen, darüber habe sie sich keine Gedanken gemacht. Es gehe um die gewählten Personen, nicht um eine Frauenquote. Dass nun der Gemeinderat zur Hälfte aus Frauen besteht, das sei so gesehen schon fortschrittlich, sagt Ammann.

«Tolles Zeichen»

Über ihre Wahl freut sich auch Anita Fleury. Es sei eine «tolle Herausforderung», die auf sie warte, sagte sie am Sonntag. Sie sei auch etwas überrascht, zumal sie im Tal noch nicht so bekannt gewesen sei wie ihr Konkurrent. Grosse Erfahrung als Lehrerin und aktiv in der Schulgemeinde Stammertal: Das dürfte laut Fleury den Ausschlag für ihre Wahl gegeben haben. Dass im Gemeinderat und in der Schulpflege Unterstammheim nicht vertreten ist, «tut mir leid». Mindestens eine Vertretung wäre besser gewesen, sagt sie.

Weil sich die Schulgemeinde aber bereits über alle drei Talgemeinden erstrecke, spiele das bei der Schule nicht so eine grosse Rolle. Diese bilde gewissermassen schon eine Klammer. Daher sei auch der «Dörfligeist» in den Köpfen der Schulkinder nicht mehr stark ausgeprägt. Und: Dass so viele Frauen gewählt wurden, sei auf dem Land nicht selbstverständlich. «Das ist ein tolles Zeichen.»

(Der Landbote)

Erstellt: 25.11.2018, 15:38 Uhr

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