Turbenthal

Frauen wollen mehr Damenwahl

In den Tösstaler Gemeinderäten sind Frauen die Ausnahme. Drei Politikerinnen wollen das ändern und überlegen sich, ein politisches Netzwerk zu gründen. Theres Agosti Monn, Kantonsrätin, sagt, warum das nötig ist.

SP-Kantonsrätin Theres Agosti Monn setzt sich für mehr Frauen in Tösstaler Gemeinderäten ein.

SP-Kantonsrätin Theres Agosti Monn setzt sich für mehr Frauen in Tösstaler Gemeinderäten ein. Bild: Enzo Lopardo

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Auf Gruppenbildern fällt es sofort auf: Frauen sind in Tösstaler Gemeinderäten stark untervertreten. Wila, Wildberg und Turbenthal werden gänzlich von Männern regiert. In Bauma ist nur noch eine Frau vertreten und auch in Zell sind von sieben Gemeinderäten fünf männlich. Auch andernorts in der Region sind Frauen in Gemeinderäten die Ausnahme. Im Tösstal hat sich die Durchmischung in den vergangenen Jahren aber zusätzlich verschlechtert. Nach dem Rücktritt von Marianne Heimgartner im Herbst 2016 wurde in Bauma ein Mann gewählt. Bei den jüngsten Ersatzwahlen in Wila und Wildberg haben gar keine Frauen für den Gemeinderat kandidiert.

Frauenforum im Tösstal?

Drei Politikerinnen aus Turbenthal wollen sich nun dafür einsetzen, dass sich dieses Bild nach den Gesamterneuerungswahlen im Jahr 2018 ändert – und sich mehr Frauen für politische Ämter zur Verfügung stellen, insbesondere für die Exekutiven.

Die drei Initiantinnen sind Theres Agosti Monn, SP-Kantonsrätin, Cornelia Oelschlegel, Präsidentin der Sekundarschule Turbenthal und Gabriella Pfaffenbichler, Präsidentin der Primarschule Turbenthal. Gemeinsam organisieren sie Ende Monat einen Anlass unter dem Titel «Damenwahl – Politik für jederfrau». Diskutiert wird dabei die Gründung eines Frauenforums im Tösstal. Als Referentin haben sie Andrea Gisler eingeladen. Sie ist Präsidentin der Frauenzentrale Zürich und Mitglied des Frauenforums Gossau.

Frauen seien im öffentlichen Leben in vielen Bereichen tätig, sagt Theres Agosti Monn: Sie führen Schulbehörden, Kirchenpflegen und seien auch als Mitglieder stark engagiert. «Die Gemeinderäte sollten hingegen besser durchmischt sein. Derzeit repräsentieren sie nicht alle Bevölkerungsgruppen.»

Deshalb suche man nun Frauen, die sich vorstellen können, bei diesem Projekt mitzuarbeiten. «Wir sind motiviert, kontinuierlich etwas aufzubauen und regelmässig Anlässe durchzuführen.» Die Parteifarben sollen dabei keine Rolle spielen. «Wichtig ist politisches Interesse.» Besonders willkommen seien junge Frauen, denn der Altersdurchschnitt in den Gemeinderäten sei insgesamt eher hoch. Zudem könnten im Frauennetz auch neue Medien, etwa Facebook, eine wichtige Rolle spielen.

Kein Angriff auf Behörden

Die Idee für ein Frauenforum sei keine Kritik an der Arbeit der bestehenden Behörden, sagt Theres Agosti Monn weiter. Sie hätten sich bewusst frühzeitig mit dem Thema auseinandergesetzt. Noch bevor aufgrund der Erneuerungswahlen allfällige Rücktritte oder Kandidaturen bekannt würden. Die SP-Kantonsrätin ist sich sicher, dass ein solches Engagement im Tösstal einiges bewirken könnte. Dies hätten bereits frühere Anlässe gezeigt. Als sie von 1996 bis 2006 Gemeinderätin in Turbenthal war, hätten bereits ähnliche Wählerveranstaltungen stattgefunden, die sie zusammen mit Gemeinderätinnen von Wila, Wildberg, Sternenberg und Turbenthal organisiert hatte. Mit Erfolg. Mehrere Frauen wurden für Behördenämter motiviert und gewählt. Daran wollen die drei Politikerinnen nun anknüpfen. Sie können sich vorstellen, dass künftig auch zwischen den Wahlen regelmässig Veranstaltungen für politisch interessierte Frauen stattfinden. Zum Beispiel Referate von spannenden Frauen.

Langfristiges Ziel ist es, in den Behörden einen Frauenanteil von 50 Prozent zu erreichen. Es geht den drei Politikerinnen aber auch darum, eine Diskussion zu lancieren, wie Behördenämter attraktiver werden könnten. «Was muss sich ändern, damit mehr Frauen kandidieren?», fragt Theres Agosti Monn.

Vielleicht könne man schon mit einfachen Massnahmen etwas erreichen. Etwa mit einer Anpassung der Sitzungszeiten, sodass diese für Familienfrauen besser kompatibel werden.


Damenwahl – Politik für jedefrauReferat, Samstag, 29. April, 9 Uhr bis 11.30 Uhr, Dachraum, Heilpädagogische Schule, Turbenthal ()

Erstellt: 12.04.2017, 18:25 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben