Winterthur

Frühzeitig Begeisterung wecken

Die Vorlesungen für Primarschüler an der Kinderuni sind eine Erfolgsgeschichte. Im Oktober startet das neue Semester.

Beim Besuch von Claude Nicollier im Jahr 2013 hingen ihm manche Kinder geradezu an den Lippen.

Beim Besuch von Claude Nicollier im Jahr 2013 hingen ihm manche Kinder geradezu an den Lippen. Bild: Heinz Diener

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Bei Kindern Begeisterung wecken für naturwissenschaftliche Phänome, ist Peter Lippuners Anliegen. Deshalb hat der Präsident der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft Winterthur (NGW) gemeinsam mit dem Vorstand vor sechs Jahren die Kinderuniversität ins Leben gerufen. Zuerst sei man unsicher gewesen, ob die 300 Plätze im Hörsaal nicht zu viel wären. Die Befürchtung war unnötig, jedes Jahr müssen Kinder abgewiesen werden. Es sei toll zu erleben, wie sich die 4.-6. Klässler für durchaus schwierige Themen begeistern können, sagte Lippuner an der gestrigen Medienorientierung. Wichtig sei es, ihre Neugier zu wecken und auch einmal technische Alltagsphänomene zu erklären. So geht es beispielsweise im ersten Vortrag um das Innenleben des Handys. Auch Tiere würden bei allen Kindern immer gut ankommen.

Positive Schlüsselerlebnisse

Zum Konzept der Kinderuni gehört es, hochstehende Referenten einzuladen, die spannend zu ihrem Thema vortragen können. Die Kinder fühlen sich dann ernst genommen. «Ein grosser Erfolg war der Besuch von Claude Nicollier», sagt Lippuner. Einzelne Kinder hätten dem dem Schweizer Astronauten geradezu entgegengefiebert und ihm dann an den Lippen gehangen.

«Für Wissenschaftler ist es manchmal eine echte Herausforderung ihre Vorträge, die sie vor Fachpublikum locker abspulen, für Kinder ohne Vorwissen zu halten», sagte Martina Hirayama, die Direktorin der ZHAW School of Engeneering. Aber dieser Effort lohne sich. «Naturwissenschaft und Technik sind für die Schweizer Wirtschaft besonders wichtig». Es gebe allerdings in der Schweiz zu wenig Fachleute, deshalb könne man die Nachwuchsförderung gar nicht ernst genug nehmen. Am besten erreiche man das, wenn man Kindern in frühen Jahren ein positives Schlüsselerlebniss in den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) vermittle, so Hirayama Dann könne man auch Mädchen für diese Fächer begeistern und sie später zu einem Studium oder einer Berufsausbildung auf diesem Gebiet animieren. Die ZHAW unterstützt die Kinderuni, indem sie den Hörsaal und die Infrastruktur gratis zur Verfügung stellt.

Auch die Stadt Winterthur schätzt die Ziele der Kinderuni und hilft, indem sie 3500 Flyer in den betreffenden Schulklassen verteilt. Die Kinderuniversität ist gratis, Vorwissen nicht erforderlich.

(Der Landbote)

Erstellt: 26.08.2016, 18:12 Uhr

Das neue Programm

19.10: Ein faszinierender ­Alleskönner – dein Handy
Marina de Queiroz-Tavares, School of Engineering, ZHAW
2.11.: Ein Meer voller Plastik – was bedeutet dies für Wale und Delfine?
Silvia Frey, Naturschutzbiologin Ocean Care, Wädenswil 16.11.: Die Ameisen kommen
Daniel Chérix, Zoologisches Museum, Universität Lausanne
30.11.: Supermassive Schwarze Löcher
Kevin Schawinsky, Institut für Astronomie, ETH Zürich
14.12.: Physikalische ­Weihnachtsvorlesung
Christof Aegerter, Institut für Physik, Universität Zürich
11.1.: Reise zum Kometen Tschury
Kathrin Altwegg, Physikalisches Institut Universität Bern
Die Gratisvorträge dauern 45 ­Minuten und beginnen jeweils Mittwoch um 14 Uhr im grossen Hörsaal der ZHAW im Labor­gebäude TL. Anmeldung unter www.ngw.ch/kinderuni.

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