Andelfingen

Fusionsheft wieder fest in der Hand

Nach der frontalen Kritik der SVP Andelfingen an der möglichen «Mega-Fusion» haben die Behörden der beteiligten Gemeinden das Heft wieder in die Hand genommen.

Links die Gemeindeverwaltung Andelfingen, wo gestern der Medienanlass stattfand. Nach dem Anlass war der Nebel weg.

Links die Gemeindeverwaltung Andelfingen, wo gestern der Medienanlass stattfand. Nach dem Anlass war der Nebel weg. Bild: Markus Brupbacher

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Die Integration und nicht die blosse Information der Bevölkerung: Fusionsfachleute bezeichnen dies als einen der Faktoren für eine erfolgreiche Gemeindefusion. Gemeint sind Veranstaltungen, an denen die Bevölkerung in Gesprächsrunden Fragen, Anliegen, Ängste und Sorgen aktiv einbringen kann.

Im Fusionsprojekt in der Region Andelfingen findet ein solcher Anlass bald statt. Am 9. und 17. April in Andelfingen beziehungsweise Henggart ist die Bevölkerung von Adlikon, Andelfingen, Henggart, Humlikon, Kleinandelfingen und Thalheim an der Thur zu zwei Workshops eingeladen. Die beiden identischen Veranstaltungen tragen den Titel «Gesellschaftliche Werte einer vereinigten Gemeinde». Dabei soll an runden Tischen gearbeitet werden. Wenn daran zu viele Leute teilnehmen, «dann haben wir einen Plan B», sagte Hansruedi Jucker gestern an einer Medienorientierung in Andelfingen. Er ist Gemeindepräsident von Andelfingen und Projektleiter des Fusionsprojekts der sechs Politischen Gemeinden. Sekundarschulpräsident Peter Stocker leitet das zweite Fusionsvorhaben aller Schulen.

«Emotionales»

An den Workshops für die breite Öffentlichkeit gehe es um «Emotionales», wie Jucker sagte. Die Behörden werden der Bevölkerung drei Vorschläge für das Wappen und drei Vorschläge für den Namen der neuen Gemeinde vorlegen. Alle Vorschläge wurden vorgängig auf ihre rechtliche Zulässigkeit hin überprüft. An den Workshops soll auch sonst der Bevölkerung der Puls gefühlt werden, die am 22. November 2020 über die beiden Fusionen abstimmen wird. Nach einem Ja würden die Fusionsverträge umgesetzt, sodass die beiden neuen Gemeinden am 1. Januar 2023 starten könnten.

«Wir sind den Leuten solche Antworten schuldig.»Hansruedi Jucker, Projektleiter «Politische Gemeinden» und Gemeindepräsident von Andelfingen

Im dritten oder vierten Quartal 2019 sei ein weiterer Workshop mit der Bevölkerung geplant. Zusätzlich werde es regelmässige Projektbulletins sowie Informationsanlässe geben. Die Daten der Anlässe sind auf der neuen Website www.fusion-ra.ch aufgeschaltet. «Vielleicht wird einmal noch ein Anlass eingeschoben», sagte Jucker.

Die Website enthält nebst Informationen auch interaktive Elemente: ein Forum für Diskussionen und die Möglichkeit, Fragen zu stellen und Antworten zu erhalten. «Das gibt uns auch Informationen darüber, wo den Leuten der Schuh drückt», sagte Jucker. Auch betonte er am gestrigen Medienanlass, dass die Bevölkerung noch ein paarmal die Gelegenheit haben werde, sich einzubringen. Und die Behörden seien «jederzeit bereit, Feedback entgegenzunehmen». Im Fusionsprojekt der Schulen fand bereits Anfang Februar eine Zukunftskonferenz nur für Eltern, Schüler und Lehrpersonen statt. Die Resultate der Konferenz werden demnächst veröffentlicht.

Antworten in einem Jahr

Jucker und Stocker informierten gestern auch über die laufenden Abklärungen in den einzelnen Teilprojekten. So werden derzeit zum Beispiel die Jahresrechnungen 2017 und 2018 aller Gemeinden ausgewertet mit den Fragen: Wie sähen die Rechnungen und ein Budget aus, wenn alle schon fusioniert wären? Wie sähen die Steuerfüsse der neuen Politischen Gemeinde und der Schulgemeinde aus? «Etwa in einem Jahr soll klar sein, wie hoch die Steuerfüsse der neuen Gemeinden sein werden», sagte Stocker. Oder es wird abgeklärt, wie gross der Schulraumbedarf künftig ist und wo es wie viele Schulleitungen geben soll.

Auch die Höhe der Gebühren sei wichtig, ergänzte Jucker. Dazu sollen in etwa einem Jahr konkrete Aussagen vorliegen. Und: Welche Vor- und Nachteile die Gemeinden in die Fusionsgemeinde einbringen – etwa gut sanierte Immobilien oder Schulden –, das soll offen kommuniziert werden. «Wir sind den Leuten solche Antworten schuldig», sagte Jucker.

Erstellt: 21.02.2019, 19:32 Uhr

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