Eishockey

Ganz schlechter Lohn für den EHCW

Der EHCW verliert gegen Visp 1:3, obwohl er die meiste Zeit ebenbürtig gewesen ist. Entscheidend war die Réussite vor dem Tor.

Diese Aktion kostete Zeit: Jens Nater (links) wird gleich Silvan Hess derart an die Bande checken, dass eine Scheibe in Brüche geht.

Diese Aktion kostete Zeit: Jens Nater (links) wird gleich Silvan Hess derart an die Bande checken, dass eine Scheibe in Brüche geht. Bild: Madeleine Schoder

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Erst schepperte es in der Zielbau-Arena: Der Visper Yves Brantschen traf in der 2. Minute nur den Pfosten. Und kurz darauf klirrte es, denn nach einem Check ging eine Scheibe in die Brüche. Weil nun Präzisionsarbeit der Eiscrew gefragt war, dauerte es 30 Minuten, bis sie ersetzt war und der erste Abschnitt ging erst gegen 21 Uhr zu Ende. Visp war, wie es zu erwarten war, die überlegene Mannschaft. Vor allem mit ihrer ersten Linie, bestehend aus Dan Kissel Topskorer Mark van Guilder und Tomas Dolana, machten die Walliser fast permanent Druck. Dem hielt der EHCW freilich immer besser stand. Visp dominierte zwar, hatte aber nach einem starken Beginn nur noch Chancen, wenn die Winterthurer schnitzerten. So hätte Andy Furrer sein Team in Führung bringen können, er fand in Goalie Remo Oehninger aber seinen Meister.

EHCW immer besser

Je länger der Startabschnitt dauerte, desto eher kamen auch die Winterthurer in Abschlussposition. Die beste Gelegenheit zum 1:0 fürs Heimteam hatte Orlando Scherz in der 18. Minute, doch er bekam die Scheibe alleine vor dem Tor nicht wie gewünscht unter Kontrolle. Kurz darauf scheiterten allerdings auch Sandro Brügger und Dario Burgener auf der anderen Seite in bester Position.

Das zweite Drittel begann mit einem Schock für den EHCW: Verteidiger Mike Küng spielte einen Diagonalpass genau auf die Schaufel von Kissel, und Van Guilder brachte Visp 43 Sekunden nach der Pause in Führung. Das hätte ein entscheidender Rückschlag sein können für die Winterthurer, die so oft schon verloren haben. Aber sie liessen dieses Missgeschick hinter sich, überstanden drei Powerplays von Visp nach teilweise strittig verhängten Strafen mehr oder weniger ohne Probleme. Und plötzlich war es der EHCW, der den Ton angab, während der doch klar höher eingestufte Gast kaum noch gefährlich wurde.

Lorys Paraden, Hombergers Ausgleich

Was dem EHCW aber fehlte, um auch den den Spielverlauf entsprechenden Ertrag einzufahren, war die Qualität im Abschluss. In der zweiten Hälfte des Mitteldrittels erarbeitete er sich Chance um Chance, verwertete aber keine davon. Martin Alihodzic war alleine vor Visps Goalie Reto Lory, bezwang ihn aber nicht, dann wehrte Lory einen Abschluss Küngs mit dem Stockende ab und dann verpasste Silvan Hess den Ausgleich, als nur je vier Feldspieler auf dem Eis standen. Schliesslich musste Luca Homberger kurz vor Drittelsende zur Kenntnis nehmen, dass Lory nicht nur sein Stockwerk beherrscht, sondern auch über eine beeindruckende Fanghand verfügt.

Es dauerte bis zur 49. Minute, ehe der EHCW endlich jubeln konnte. Es war Honberger, der nach seiner Verletzungspause eine grosse Verstärkung ist, der entschlossen zum 1:1 abschloss. Das Tor war zu diesem Zeitpunkt hoch verdient, aber man musste feststellen: Visp war zu einer Reaktion fähig. Nach dem 1:1 hätte der Match auf beide Seiten kippen können. Sinnbildlich war dann wie es passierte: In der 53. Minute traf erst Scherz nach einem grossen Solo das Tor nicht, im Gegenzug erzielte Brügger das 2:1 für Visp. Typisch war auch: Der EHCW setzte nochmals zu, doch als Kevin Bozon dem 2:2 wirklich nahe kam, traf er nur den Pfosten.

Auf einem guten Weg

Pech hatte der EHCW also auch. Entscheidend aber war, dass er seine Chancen nicht gut genug ausnutzte. Mit nur einem oder zwei Toren ist es schwer zu gewinnen. Aber: Dass die Winterthurer mit einem Team wie Visp wieder auf Augenhöhe spielen können, ist ein weiterer Schritt nach vorne, auch wenn die Walliser nicht ihren besten Tag gehabt haben mögen.

Der EHCW ist nach einigen Turbulenzen wieder auf dem richtigen Weg. Aber er braucht Punkte. Die werden eher früher als später kommen, wenn das Leistungsniveau gehalten werden kann, das die Winterthurer am Sonntag in Zug und am Dienstag gegen Visp hatten. Nur war der Lohn ganz schlecht, gleich zweimal. Nächster Gegner ist am Samstag der HC Ajoie in der Zielbau-Arena. Die Jurassier sind für den EHCW sonst kaum zu bezwingen. Spielen die Winterthurer aber so engagiert und konzentriert wie gestern, dann liegt etwas drin.

Erstellt: 20.11.2018, 23:00 Uhr

Telegramm

EHCW – EHC Visp 1:3 (0:0, 0:1, 1:2.)

Zielbau-Arena. – 840 Zuschauer. – SR: Ströbel/Erard; Gurtner/Schlegel. – Tore: 21. (20:43) Van Guilder (Kissel) 0:1. 49. Homberger (Wieser) 1:1. 53. Brügger (Altorfer, Furrer) 1:2. 60. (59:03) Kissel (Sturny, ins leere Tor) 1:3. - Strafen: Je 4x2. - EHCW: Oehninger; Guerra, Küng; Molina, Kobach; Blaser, Schmutz; Roos, Pozzorini; Staiger, Keller, Bozon; Ranov, Nigro, Wieser; Hess, Homberger, Gomes; Martikainen, Alihodzic, Scherz. – Visp: Lory; Heynen, Steiner; Nater, Wiedmer; Brantschen, Schüpbach; Haueter; Dolana, Van Guilder, Kissel; Furrer, Brügger, Altorfer; Sturny, Ritz, Burgener; Gerber, Fellay, Fogstad; Zwissler. - Bemerkungen: EHCW ohne Schmidli, Allevi und Sorenson (verletzt) sowie Jonski (krank). Visp ohne Achermann, Camperchioli, Lindemann und Hofstetter (verletzt) sowie Valenza (krank). 2. Pfostenschuss Brantschen. 5. Unterbruch für 30 Minuten, um eine defekte Scheibe zu ersetzen. 56. Pfostenschuss Bozon. 59:16 Timeout EHCW. EHCW von 58:43 bis 59:03 und von 59:16 bis 60:00 ohne Torhüter.

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