Winterthur

Gastro-Preisträger blitzt bei der Stadt ab

Der eben erst preisgekrönte Wirt vom Restaurant Frisk Fisk wollte vor seinem Lokal vier zusätzliche Tischchen aufstellen. Doch die Stadt lehnt dies ab. Politiker schütteln den Kopf – und fordern nun Anpassungen bei den Altstadtrichtlinien.

Keine Tische: Das preisgekrönte Restaurant hoffte vergeblich auf Entgegenkommen der Stadt.

Keine Tische: Das preisgekrönte Restaurant hoffte vergeblich auf Entgegenkommen der Stadt.

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Sein Restaurant Frisk Fisk an der Metzggasse ist seit Montag preisgekrönt: Der Winterthurer Wirt Matteo Trivisano (32) holte sich in der Kategroie «Trend» beim Best-of-Swiss-Gastro-Award den dritten Platz. Die Freude über den Preis ist gross.

Der innovative Wirt, der erst im Dezember sein neues Lokal eröffnete, hatte jedoch in diesem Sommer eine herbe Niederlage erlitten.

«Diese vier Tischchen dürften das Fass wohl kaum zum Überlaufen bringen.»

Da seine Liegenschaft sehr schmal ist, kann Trivisano seinen Gästen draussen nur gerade 20 Sitzplätze anbieten. Er plante deshalb vier zusätzliche kleine Tische vor dem Nachbargrundstück (Copy Print) zu platzieren und stellte bei der Stadt ein entsprechendes Gesuch.

Doch obschon der Liegenschaftsbesitzer sein schriftliches Einverständnis zu dieser Benutzung gab, lehnte die Stadt das Gesuch ab.

Stadt verweist auf Richtlinien

Das Departement Bau bestätigte gestern auf Anfrage den Sachverhalt. Der Wirt wurde auf die geltenden Altstadtrichtlinien verwiesen («Vor nicht zum Betrieb gehörenden Fassadenflächen werden keine Aussenwirtschaften zugelassen»). Zudem besteht laut dem Bauausschuss bereits heute «ein hoher Druck auf den öffentlichen Grund in der Altstadt».

Diese Haltung stösst teils auf Unverständnis. Wirt und SVP-Gemeinderat Thomas Wolf hält nichts von starren Regeln. Zwar müssten die geltenden Richtlinien eingehalten werden, andererseits findet er es angebracht nun Anpassungen vorzunehmen. «Diese vier Tischchen dürften das Fass wohl kaum zum Überlaufen bringen.»

Präjudiz befürchtet

Ähnlich sieht das auch FDP-Gemeinderat Stefan Feer. Es lohne sich angesichts dieses Falls zu schauen, ob bei den Richtlinien «Anpassungbedarf besteht».

Gastro Winterthur und die City-Vereinigung Junge Altstadt sehen hingegen keinen Reformbedarf. Überdies würde eine Ausnahmebewilligung ihrer Ansicht nach ein Präjudiz schaffen. (tm )

Erstellt: 19.10.2018, 17:54 Uhr

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