Eishockey

Gegen Langenthal reichts dem EHCW einfach nicht

Im 19. Spiel gegen Swiss-League-Meister Langenthal gabs für den EHC Winterthur die 19. Niederlage, trotz grossem Kampf. Die Winterthurer holten zweimal einen Rückstand auf, verloren aber 3:4.

Justin Gianola stand beim EHCW erstmals von Beginn an im Tor. Hier stoppt er Robin Nyffeler.

Justin Gianola stand beim EHCW erstmals von Beginn an im Tor. Hier stoppt er Robin Nyffeler. Bild: Marcel Bieri

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Alle Teams in der Swiss League hat der EHC Winterthur seit seinem Aufstieg schon geschlagen. Nur den SC Langenthal nicht. Dabei bleibt es auch, obwohl im TV-Spiel vom Mittwoch für die hervorragend kämpfenden Winterthurer etwas drin gewesen wäre. Denn sie holten einen 0:2 und den 2:3-Rückstand auf. Das 4:3 für Langenthal erzielte Dario Kummer mit einem Weitschuss, den EHCW-Goalie Justin Gianola, der erstmals in der Swiss League von Anfang an zum Zug kam, nicht abwehren konnte, weil er von seinem Teamkollegen Samuele Pozzorini behindert wurde. Die Schiedsrichter sahen sich das Video an, entschieden aber richtigerweise auf Tor.

«Heute hätten wir drei Punkte verdient, denn wir zeigten eine hervorragende Leistung», fasste EHCW-Trainer Michel Zeiter den Match zusammen. Was vor allem auffiel: Seine Mannschaft liess sich nicht unterkriegen, auch nach dem 3:4 nicht, und erspielte sich einige gute Ausgleichschancen. Thibaut Monnet und, acht Sekunden vor Schluss, Zack Torquato trafen aber nicht mehr.

Vor allem kämpferisch war der EHCW stark, nicht nur von der Einstellung her, sondern auch im Zweikampfverhalten. Anders als bei der 2:5-Niederlage gegen den selben Gegner am Samstag in Winterthur liess sich diesmal keine mehr herumschubsen. Es war erstaunlich, wie oft sich die Winterthurer an der Bande durchsetzen konnten.

Ziemlich viele Verletzte

Dabei musste Zeiter einmal mehr improvisieren. Denn nach Homberger, Hänggi, Kobach und Allevi fiel auch Kevin Bozon aus, es fehlte also ein ganzer Block und es standen nur elf Stürmer auf dem Matchblatt. Ausserdem gab der Trainer Stammgoalie Tim Guggisberg eine Pause, wodurch Gianola zu seinem Startdebüt kam. «Er hat seine Sache sehr gut gemacht», lobte Zeiter seinen jungen Goalie. Der hat mit seiner Leistung bewiesen, dass man auf ihn zählen kann.

Der EHCW war stärker als am Samstag, besser auch als in den letzten Vergleichen mit Teams, die zu den Top-Sieben der Swiss League zu zählen sind, namentlich Ajoie, Visp und Kloten. «Unsere Passqualität war besser, wir haben einfacher gespielt und sind mehr gelaufen, das war der Unterschied», analysierte Zeiter. Vielleicht wurde Langenthal davon etwas überrascht, man wurde jedenfalls bis zum Schluss den Eindruck nicht los, die Oberaargauer hätten sich die Aufgabe leichter vorgestellt.

Nach dem torlosen Startdrittel erhöhte das Heimteam den Druck allerdings merklich. Im Powerplay ging es durch Mathieu Maret in Führung. Danach stoppte Gianola Kummer, Walz und Gerber, nicht aber Andrew Clark, der in der 29. Minute auf 2:0 erhöhte. Am Ursprung dieses Tores stand ein Scheibenverlust der Winterthurer im Aufbau. Es war der einzige Schnitzer dieser Art des EHCW. Auch das ist eine Verbesserung gegenüber den vergangenen Wochen.

Mit dem 2:0 sah es ganz ganz danach aus, als wäre die Entscheidung gefallen. Langenthal wurde sorglos,und der EHCW profitierte: Riley Brace verkürzte nur 21 Sekunden nach dem 0:2 auf 1:2. Und nochmals 38 Sekunden später stands 2:2, denn Ramon Diem hatte bei seinem ersten Saisontor unter die Latte getroffen. Von da an traten die Winterthurer deutlich mutiger auf, mit einer ganz anderen Körpersprache auch. Sie machten nun selber Druck, während der Meister in einigen Phasen des Spiels nur noch ab und an zu Entlastungsangriffen kam.

Ein Schritt vorwärts

Dieses neu gewonnene Selbstvertrauen erlaubte es dem EHCW auch, das mit dem 2:3 Marc Kämpfs einen weiteren Rückstand wegzustecken. Kämpf übrigens, der dem SC Bern gehört, spielte nach einer langen Verletzungspause erstmals wieder. Die Winterthurer aber kamen ein zweites Mal heran. Mark Lazarevs glich im Powerplay zum 3:3 aus. Schmutz und Mason hatten danach gar das Führungstor auf dem Stock. Aber Connor Hughes, Langenthals zweiter Mann im Tor hinter Philip Wüthrich, machte diese Chancen zunichte. Es wäre interessant gewesen zu sehen, wie Langenthal mit einem Rückstand in der Schlussphase zurecht kommt.

Vom EHCW darf man sagen: Trotz der Niederlage und des Umstands, dass der Gegner die Lage wohl etwas unterschätzte, war dieser Match ein Schitt vorwärts. Zumindest geographisch gehts am Freitag in die gleiche Richtung: Dann spielt der EHCW in Olten.

Erstellt: 16.10.2019, 22:54 Uhr

Swiss League

SC Langenthal – EHCW 4:3 (0:0,2:2, 2:1)

Schoren. – 2037 Zuschauer. – SR Hendry/Fausel; Kehrli/Ammann. – Tore: 24. Maret (Clark/Ausschluss Mike Küng) 1:0. 29. (28:01) Clark (Benik) 2:0. 29. (28:22) Brace (Wieser) 1:2. 29. (29.00) Diem (Zahner) 2:2. 45. Kämpf (Walz, Nyffeler) 3:2. 48. Lazarevs (Mason, Roos/Ausschluss Nyffeler) 3:3. 54. Kummer (Vincenzo Küng) 4:3. – Strafen: 3-mal 2 gegen Langenthal, 4-mal 2 gegen den EHCW. – Langenthal: Hughes; Christen, Müller; Pienitz, Weber; Maret, Guggenheim; Wieszinski; Derungs, Clark, Benik; Sterhi, Kummer, Tschannen; Vincenzo Küng, Kläy, Gerber; Walz, Robin Nyffeler, Kämpf; Melnalksnis. – EHCW: Gianola; Bachofner, Mike Küng; Blaser, Schmutz; Roos, Pozzorini; Guerra, Raggi; Wieser, Torquato, Brace; Zahner, Diem, Lazarevs; Monnet, Mason; Bleiker, Alihodzic, Hess. – Bemerkungen: Langenthal ohne Bircher (verletzt); EHCW ohne Allevi, Kobach, Hänggi, Homberger und Bozon (verletzt) sowie Forrer und Bircher. 59:00 Timeout EHCW. EHCW von 58:45 bis 59:00 und ab 59:04 ohne Torhüter.

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