Feuerthalen

Gemeinde wehrt sich gegen den geplanten ÖV-Abbau

Der ZVV will die Haltestelle Lindenbuck auslassen, um so die S 12 in Marthalen besser zu erreichen.

Noch hält der 630er bei der Haltestelle Lindenbuck.

Noch hält der 630er bei der Haltestelle Lindenbuck. Bild: Marc Dahinden

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Es geht um zwei Minuten mit weitreichenden Konsequenzen: Die Postautolinie 630 von Schaffhausen nach Marthalen soll ab Dezember zwei Minuten einsparen, um in Marthalen den Anschluss an die S 12 nach Zürich besser einhalten zu können. So zumindest der Plan des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV), der deshalb in den neuen Fahrplänen die Haltestelle Lindenbuck in Feuerthalen morgens und tagsüber aus der Linie 630 gestrichen hat («Der Landbote» berichtete).

Zukünftig könnten die Bewohner der Ortsteile Langwiesen, Lindenbuck und Spitzacker also nur noch 600 Meter weiter östlich bei der Haltestelle Stumpenboden in diese Linie nach Marthalen einsteigen. Dafür müssten die Bewohner im Westen Feuerthalens 20 Minuten oder länger laufen.

Dabei müssten die spazierenden Pendler ironischerweise den Bahnhof Langwiesen passieren, ohne einsteigen zu können. Denn dieser befindet sich, wie auch der Bahnhof Feuerthalen, zwar im Kanton Zürich, aber nicht im ZVV-Tarifgebiet. Sprich: Mit einem ZVV-Abo dürfen sie nicht benützt werden.

Eine Ausnahmeregelung für die Feuerthaler hat der ZVV bisher abgelehnt. Für den Ortsteil Langwiesen würde mit der Streichung der Haltestelle Lindenbuck also der letzte Anschluss ans Zürcher ÖV-Netz verloren gehen.

«Kein Handlungsbedarf»

Jürg Grau, SVP-Gemeindepräsident von Feuerthalen, der auch die Regionale Verkehrskonferenz (RVK) Weinland präsidiert, versteht die Anpassung nicht: «Wir haben mehrere Gemeinderäte, die diese Linie benützen, und diese kommen jeweils rechtzeitig in Marthalen an.» Auch aus Sicht der Chauffeure, mit denen er gesprochen habe, bestehe kein Handlungsbedarf.

Umso ärgerlicher findet er die geplante Anpassung des ZVV: «Sehr viele Leute wären davon betroffen. Dieses Gebiet ist durch mehrere Wohnblöcke dicht besiedelt.» Im gestern erschienenen Gemeindeblatt, dem «Feuerthaler Anzeiger», wehren sich deshalb auch Anwohner. Es wird zu Eingaben via Wohngemeinde aufgerufen, die noch bis am nächsten Freitag möglich sind. Zudem werden im Quartier Unterschriften gegen die Änderung gesammelt. «Das zeigt, wie wichtig dieses Anliegen ist», sagt Grau.

Fast eine halbe Stunde länger

Der Gemeinderat will die Rückmeldungen aus der Bevölkerung abwarten und sie danach in seinen Bericht einfliessen lassen. Dieser wird dann an der Regionalen Verkehrskonferenz Weinland diskutiert, die Grau ebenfalls präsidiert. «Da muss ich dann den Hut des RVK-Präsidenten kurz ablegen», sagt er mit Bezug auf seine zwei Rollen.

Die Linie 634 von Schaffhausen nach Dachsen soll gemäss ZVV zwar weiterhin die Haltestelle Lindenbuck ansteuern, in Dachsen haben die Pendler aber keine optimalen Anschlüsse. Wer nach Zürich will, der muss dort 19 Minuten warten und zusätzlich in Winterthur umsteigen. Insgesamt dauert die Fahrt nach Zürich dadurch fast eine halbe Stunde länger.

Erstellt: 23.03.2019, 10:28 Uhr

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