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Gemeinde zahlt private Parkplätze

Die Schutzzone rund um das Grundwasser Rietacker in Wiesendangen ist grösser geworden. Mittel gegen Unkraut dürfen kaum noch eingesetzt, Parkplätze müssen von der Gemeinde umgebaut werden. Nicht alle freuen sich darüber.

Parkplätze entlang der Niederfelstrasse müssen umgebaut werden.
Parkplätze entlang der Niederfelstrasse müssen umgebaut werden.
Marc Dahinden

Die Grundwasserschutzzone der Fassung Rietacker in Wiesendangen hat sich vergrössert. Dies weil das kantonale Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) die Konzession von 1979 erneuert hat. Neu befindet sich deshalb auch die Niederfeldstrasse in der sogenannten weiteren Schutzzone S3. Zuvor ging diese nur bis an die Stationsstrasse. Grund für die Vergrösserung sind neuere Vorschriften in der Gewässerschutzverordnung aus dem Jahre 1998.

Neues Reglement für Zonen

Awel-Sprecher Wolfgang Bollack sagt ausserdem: «Auch das dazugehörige Reglement der Schutzzonen musste an die heute geltenden Bestimmungen angepasst werden.» Für Anwohner und Gemeinde hat dies Konsequenzen. So dürfen in den betroffenen Gebieten etwa keine Gebäude erstellt werden, in denen «wassergefährdende Stoffe erzeugt, verwendet, umgeschlagen, befördert oder gelagert» werden. Zusätzlich müssen die Abwasserleitungen mindestens alle fünf Jahre überprüft werden.

Laut dem Awel ist «mit dem Einsatz von Planzenschutzmittel allgemein Zurückhaltung zu üben». Grundsätzlich sollen keine Mittel mit den Gefahrensymbolen umweltgefährlich (Toter Fisch), gesundheitsschädlich (Kreuz) oder giftig (Totenkopf) verwendet werden, da diese das Grundwasser verschmutzen könnten. Ausserdem müssen kiesige Parkplätze oder solche aus Verbundssteinen umgebaut werden.

Gemeindeschreiber Martin Schindler sagt: «Für Autoparkplätze ist ein dichter Belag erforderlich.» Sofern kein Kanalisationsanschluss vorhanden sei, könne das Platzwasser auch über eine biologisch aktive Bodenschicht versickern.» Die Kosten für diesen Umbau werden von der Gebührenkasse der Gemeinde gezahlt. Im Quartier, das grösstenteils aus privaten Einfamilienhäusern besteht, freuen sich Einzelne über einen von der Gemeinde finanzierten Parkplatz, andere sehen die Vorschriftne kritischer.

«Das verstehe ich nicht»

Eine Anwohnerin, die seit dreissig Jahren an der Stationsstrasse lebt, hat etwa wenig Verständnis für die neuesten Auflagen: «Jetzt war der Schutz immer gut und plötzlich muss etwas getan werden. Das verstehe ich nicht. Für mich ist das übermässige Bürokratie.» Sie befürchtet ausserdem einen Wertverlust ihres Eigenheims durch die baulichen Auflagen in der Schutzzone. Die Anwohnerin sagt, dass einige im Quartier über die «neuen Restriktionen» überrascht seien.

Doch nicht alle Anwohner sehen die neue Zone kritisch. Ein Anwohner, der mit seinem Haus an der Niederfeldstrasse gerade noch knapp in der neuen Schutzzone liegt, sagt: «Ich finde es gut, wenn die Behörden ein Auge auf die Grundwasser-Schutzzone haben.» Entsprechende Vorschriften könne er gut akzeptieren, allerdings müssten diese vernünftig und umsetzbar sein. «Wir alle wollen schliesslich sauberes Grundwasser.» Angst, dass sein Eigenheim an Wert verliert habe er nicht. «Ich werde noch ein paar Jahre hier wohnen und die Immobilienpreise steigen durch die grosse Zuwanderung ja stetig», sagt er.

Die neue Gewässerschutzzone ist am 18. Mai in Kraft getreten, nachdem keine Rekurse dagegen eingegangen waren. Zuvor hatte für die Anwohner eine Infoveranstaltung stattgefunden. Noch ist unklar, wann die Parkplätze gebaut werden. Der Kanton gibt der Gemeinde fünf Jahre Zeit für die Umsetzung. In einem Schreiben an die betroffenen Anwohner heisst es, dass darüber später informiert werde.

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