Finanzen

Gemeinden füllen die Kassen dank vorsichtiger Budgets

Ein Blick in die Jahresrechnungen der Gemeinden zeigt, dass die Zahlen vielerorts satt schwarz statt rot sind. Einige Finanzvorstände stocken das Eigenkapital gar um Millionen auf, anstatt davon zu zehren.

Die Gemeinden budgetieren konservativ.

Die Gemeinden budgetieren konservativ. Bild: Samuel Schalch

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«Erfreulich», das ist ein beliebtes Wort an den diesjährigen Rechnungsgemeindeversammlungen. Denn die Zahlen sehen in den meisten Gemeinden besser aus, als in den Budgets, welche die Behörden ihren Bürgern im Winter 2016 vorlegten.

Einige Gemeinden schiessen gar in Millionenhöhe über den Voranschlag hinaus: Neftenbach verbucht ein um zwei Millionen Franken besseres Ergebnis, in Rickenbach sind es noch 1,2 Millionen, in Turbenthal noch eine Million und in Andelfingen 900 000 Franken. Alle diese Gemeinden hatte mit einem Defizit gerechnet und nun einen satten Gewinn eingefahren. «Erfreulich» ist dieser Fakt vor allem für die Finanzvorstände. Denn schwarze Zahlen zu präsentieren ist einfach sehr viel schöner als ein Minus zu erklären. Das Volk verlangt nur selten die Diskussion um schwarze Zahlen.

Steuern um 13 Prozent erhöht

Anders war es dieses Jahr in Wildberg. Ein Bürger beschwerte sich darüber, dass der Steuerfuss der Gemeinde im letzten Jahr bei hohen 130 Prozent lag und das budgetierte Minus von über 50 000 Franken nun in einem Plus von knapp 680 000 Franken endete.

Und mancherorts reklamieren nicht die Bürger, sondern die Rechnungsprüfer. In Neftenbach etwa kündigte Fabian Utzinger, Präsident der Rechnungsprüfungskommission (RPK) an, das Budget 2019 genau zu prüfen. Denn schon das fünfte Jahr in Folge weist Neftenbach ein besseres Ergebnis aus, als ursprünglich geplant. Und das, während im gleichen Zeitraum der Steuerfuss um 13 Prozentpunkte von 96 auf 109 Prozent angehoben wurde

Die Finanzvorstände begründen die Abweichungen natürlich immer detailliert. Und: «Es kann immer auch auf die andere Seite kippen», warnte der Flaacher RPK-Präsident Boris Brandenberger an der Gemeindeversammlung. Dieses Jahr sind es oftmals die Steuereinnahmen, die viel besser ausfallen, als es die Behörden erwarteten. «Die Gemeinde budgetieren zurückhaltend», sagt Heinz Montanari, Leiter Gemeindefinanzen beim kantonalen Gemeindeamt.

Erstellt: 08.06.2018, 18:21 Uhr

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