Flaachtal

Gemeinderat Flaach offen für Fusion

Die Exekutive der Gemeinde Flaach sendet das Signal aus, dass sie einer Fusion gegenüber nicht verschlossen ist. Die Reaktionen aus Berg und Buch am Irchel, Dorf sowie Volken sind eher verhalten.

Blick ins Flaachtal, im Vordergrund Flaach: Im Herbst 2013 lehnte das Tal die Prüfung einer Fusion der Politischen Gemeinden ab.

Blick ins Flaachtal, im Vordergrund Flaach: Im Herbst 2013 lehnte das Tal die Prüfung einer Fusion der Politischen Gemeinden ab. Bild: Heinz Kramer

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Der Gemeinderat Flaach bringt das Thema Fusion wieder aufs Tapet. «Mit weiterführendem Ausblick», schreibt Gemeindepräsident Walter Staub (FDP) in der «Flaachemer Post», erachte der Gemeinderat die Option einer Politischen Gemeinde im Flaachtal als «zukunftsgerichtete, solide Chance für alle Flaachtalgemeinden, von der alle beteiligten Dörfer profitieren können».

In der Grundsatzabstimmung vom September 2013 lehnten die Stimmbürger von Berg und Buch am Irchel sowie Dorf die Prüfung einer Fusion der fünf Politischen Gemeinden des Flaachtals ab. Einzig Volken und Flaach stimmten mit Ja. Die Fusion aller Schulgemeinden wurde damals hingegen gutgeheissen.

«Kein Allerheilmittel»

Eine Fusion der Politischen Gemeinden sei zwar kein Ziel der laufenden Amtsperiode, sagte Staub gestern auf Anfrage. «Aber wir wollen signalisieren, dass wir gegenüber einem Zusammenschluss nicht verschlossen sind und darin Vorteile sehen.» Ein Legislaturziel sei es deshalb nicht, da es von den anderen vier Flaachtaler Gemeinden keine Signale in die gleiche Richtung gebe. «Wir können nicht heiraten, wenn die Braut nicht will.» Auch wenn eine Fusion kein Allerheilmittel sei: «Wir wollen das Thema nicht einschlafen lassen.»

«Es ist zu früh»

Bei den «Elefantentreffen» der Flaachtaler Gemeindepräsidenten bringe er das Thema Fusion immer wieder einmal zur Sprache, so Staub. Ein solcher Zusammenschluss stosse aber nicht überall auf Wohlwollen – der Tenor laut Staub: Es ist zu früh dafür. Eine Umfrage des «Landboten» bei den Gemeindepräsidenten von Berg, Volken, Dorf und Buch bestätigt diese Einschätzung. «In dieser Legislatur ist es zu früh dafür», sagt Bergs Gemeindepräsident Roland Fehr.

«Wir können nicht heiraten, wenn die Braut nicht will.»Walter Staub, Gemeindepräsident Flaach

Auch im Gemeinderat Volken ist eine Fusion «zurzeit kein Thema», wie Gemeindepräsident Walter Schürch sagt. Das Nein in der Grundsatzabstimmung vom Herbst 2013 sei «noch nicht so lange her». Aus der Bevölkerung habe er seit Beginn der aktuellen Legislaturperiode keine Signale erhalten, dass eine erneute Fusion ein Thema sein könnte. «Ein solches Projekt kann aber nur gelingen, wenn die Bevölkerung dies trägt.» Allenfalls könnten, sagt Schürch weiter, die Erfahrungen aus der fusionierten Schule Flaachtal, aus dem Stammertal «und der Ausgang der Fusionsabstimmung in der Nachbarschaft zeigen, ob ein erneutes Fusionsprojekt im Flaachtal in einer der nächsten Legislaturperioden auf die Agenda kommt». Mit der Abstimmung in der Nachbarschaft meint Schürch jene in den Gemeinden Adlikon, Andelfingen, Henggart, Humlikon, Kleinandelfingen und Thalheim an der Thur, die für 2020 geplant ist.

Agieren statt reagieren

Im Gemeinderat von Dorf ist eine Fusion derzeit ebenso «kein Thema», wie Gemeindepräsident Patric Eisele sagt. Für eine entsprechende Absicht gebe es keine weitere Grundlage. «Die Offenheit aller zu einem solchen Projekt ist Bedingung.» Das Agieren in gestärkten Strukturen sei besser als zu reagieren, wenn es «so oder so zu spät» sei. Beim ersten Anlauf habe es nicht geklappt. Eventuell sei der Zeitpunkt verfrüht. «Schauen wir doch mal auf unsere Nachbarn, wie diese die Grundlagen und die Vorzüge bei der Bevölkerung zum Fliegen bringen», so Eisele weiter.

Im Gemeinderat Buch am Irchel stehe eine Fusion im Moment ebenfalls «nicht zur Diskussion», wie Gemeindepräsident Hansruedi Mosch sagt. Der zeitliche Abstand zur Abstimmung von 2013 sei noch zu gering, vielleicht komme das Thema gegen Ende der Legislatur wieder aufs Tapet. Aus Sicht von Buch gebe es keinen Druck zu fusionieren, auch finanziell nicht. Die Zusammenarbeit im Flaachtal sei sehr gut. Eine fusionierte Gemeinde Flaachtal hätte knapp 4000 Einwohner. «Wären wir damit gross genug, damit eine Fusion Sinn macht?», fragt sich Mosch. «Oder wäre das Amt des Gemeinderates dann noch im Nebenamt möglich?»

«Im Grossen denken»

Ob für die Feuerwehr, die Kläranlage oder das Altersheim: Auch im Flaachtal gibt es verschiedene Zweckverbände. Welche Gebäude benötigen diese Verbände in Zukunft? Um solche Fragen zu beantworten, «wäre es einfacher, im Grossen zu denken und als eine Talgemeinde zu entscheiden», findet Flaachs Gemeindepräsident Walter Staub.

Erstellt: 25.02.2019, 17:14 Uhr

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