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Gemeinderat fordert Präsidenten heraus

Markus Küng will Gemeindepräsident werden. Der 57-Jährige sagt sich: «Jetzt oder nie.» Gemeindepräsident Georg Brunner reagiert gelassen.

Bauvorsteher Markus Küng vor dem Schlossguet in Turbenthal. Die Umgestaltung zur "Kulturscheune" ist sein wichtigstes Projekt.
Bauvorsteher Markus Küng vor dem Schlossguet in Turbenthal. Die Umgestaltung zur "Kulturscheune" ist sein wichtigstes Projekt.
Johanna Bossart

Der Wahlkampf in Turbenthal ist ungewöhnlich früh eröffnet. Gemeinderat Markus Küng hat im «Tössthaler» angekündigt, dass er Präsident werden will. «Ich bin motiviert, nochmals etwas anderes zu machen», sagt der 57-jährige Schulleiter. Er habe sich bereits vor rund zwei Jahren zu diesem Schritt entschieden. Für ihn sei es die letzte Gelegenheit. «Das Präsidium sollte man mindestens acht Jahre lang machen können.» Gemeindepräsident Georg Brunner (FDP) lässt sich von der Kandidatur nicht beirren. Er habe schon länger damit gerechnet und sei dann per Mail informiert worden, sagt er. «Es steht jedem frei, sich aufstellen zu lassen.»

Brunner will deshalb, wie bereits angekündigt, im Frühling 2018 ebenfalls nochmals antreten, um in der nächsten Legislatur «komplexe Projekte» wie die Sanierung und Neugestaltung der Tösstalstrasse abzuschliessen. In den Gesprächen mit den beiden entsteht der Eindruck, dass ihr Verhältnis etwas getrübt ist. Sie wollen aber nicht, dass sich die Konkurrenzsituation auf die Arbeit auswirkt. Wohl auch deshalb drücken sich beide diplomatisch aus: «Die Zusammenarbeit im Gemeinderat ist kollegial», sagt Brunner. «In den Sachgeschäften findet man sich», sagt Küng. Es ist nicht das erste Mal, dass Küng den Gemeindepräsidenten herausfordert. Bereits im Frühling 2010 kandidierte er, unterlag dann aber deutlich. Wohl auch deshalb, weil ihn ein Bürgerliches Komitee nicht mehr unterstützt hatte. Das Komitee fühlte sich hintergangen, weil es davon ausgegangen war, dass Küng «nur» als Gemeinderat kandidieren wollte.

Kooperativer Führungsstil

Diesmal ist die Ausgangslage anders. Der parteilose Markus Küng hat seine Kandidatur früh angemeldet und darf bald auf acht Jahre Erfahrung im Gemeinderat zurückblicken. Unter seiner Leitung als Bauvorsteher entstanden ein neuer Werkhof, Kugelfänge wurden saniert und das Schwimmbad erneuert. Vielen bekannt ist er auch als Schulleiter an der Primarschule Turbenthal.

Markus Küng sieht sich als Teamplayer. 35 Jahre lang habe er verschiedene Handballteams geführt, von den Junioren bis zur Nationalliga B. «Das prägt.» Seinen «kollegialen und kooperativen» Führungsstil streicht er denn auch besonders hervor. Da unterscheide er sich vom aktuellen Gemeindepräsidenten, sagt Küng. Das Präsidium wolle er als Primus inter pares ausüben, also als Erster unter Gleichgestellten.

Projekt «Kulturscheune»

Das Gespräch mit den Ortsparteien hat Markus Küng nicht gesucht, da er niemanden beeinflussen wolle. Auf kommunaler Ebene sei die Person entscheidend, nicht die Partei. Als Vorteil im Wahlkampf könnte sich für Küng ein Grossprojekt erweisen, das in Turbenthal schon länger hängig ist und das er vor gut einem Jahr übernommen hat: das Schlossguet. Eine Projektgruppe will die baufällige Scheune in der Nähe des Gehörlosendorfs endlich in ein Bijou verwandeln und ist auf die Unterstützung der Gemeinde angewiesen.

Für Markus Küng ist die «Kulturscheune» derzeit das wichtigste Projekt. Er will möglichst bald ein Ergebnis. In absehbarer Zeit sollen die Medien und die Bevölkerung über nächste Schritte informiert werden.

Die Erneuerungswahlen in Turbenthal im Frühling 2018 könnten somit spannend werden. Zumal Gemeindepräsident Georg Brunner über einen grossen Leistungsausweis verfügt. Erst kürzlich wurde die neue Gemeindeordnung mit grosser Mehrheit gutgeheissen. Brunner interpretiert das Resultat auch als Vertrauensbeweis in seine Arbeit. Er würde sich daher gerne nochmals vier Jahre lang für die Gemeinde engagieren. Mindestens eine weitere Vakanz im Gemeinderat wird es geben. Gemeinderat Erich Pfäffli bestätigt auf Anfrage, dass er nicht mehr für eine weitere Amtsdauer antreten werde. Pfäffli ist seit 2010 Gemeinderat.

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