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Geplante Bohrungen wecken Ängste, aber nicht nur

Bei Anwohnern lösen die geplanten Bohrungen unterschiedliche Reaktionen aus: Ein Landwirt befürchtet, dass Erschütterungen seine Hühner aufschrecken könnten. Andere sehen den Plänen gelassen entgegen und loben die Nagra.

Der Biobetrieb Grüthof in Wildensbuch liegt direkt neben einer Parzelle, auf der dereinst gebohrt werden könnte.
Der Biobetrieb Grüthof in Wildensbuch liegt direkt neben einer Parzelle, auf der dereinst gebohrt werden könnte.
Marc Dahinden

Die Hühner auf dem Grüthof bei Wildensbuch können sich selber aussuchen, wo sie nach Würmern oder Körnern picken sollen. Ihren grosszügigen Auslauf teilen sie mit Pferden. Fast rundherum liegt Wald. Der Biobetrieb ist der «schönste Ort der Welt», wie die beiden Betreiber Beatrice Peter und Jorge Vasquez auf ihrer Internetseite schreiben. Beiden ist es wichtig, mit der Natur im Einklang zu leben. Bald könnte die ländliche Idylle gestört werden. Denn der Grüthof grenzt an eine von acht Parzellen, auf denen die Nagra ab 2019 Sondierbohrungen in Erwägung zieht. Ziel ist es, genauer zu untersuchen, ob sich der Untergrund für den Bau eines Endlagers eignet. Die Gesuche für die Bohrungen sind eingereicht. Landwirt Jorge Vasquez ärgert sich sehr über das Vorhaben. Er befürchtet, dass die geplanten Bohrungen Erschütterungen auslösen könnten, die seine Hühner erschrecken. «Die Tiere sind empfindlich und suchen bei lauten Schlägen sofort Schutz in einer Ecke des Stalls. Durch das Gedränge drohen sie zu ersticken.» Vasquez fühlt sich aber vor allem auch machtlos. Denn die Parzelle, auf der die Bohrung stattfinden könnte, gehört nicht ihm, sondern seinem Nachbarn.

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