Winterthur

Herz schlägt für Bildung

Bundespräsident Johann Schneider-Ammann stand dem «Landboten» nach seiner Rede am Kongress Red und Antwort.

Bundespräsident Johann Schneider-Ammann liegt die Berufsbildung am Herzen, wie er im Interview mit dem «Landboten» sagt.

Bundespräsident Johann Schneider-Ammann liegt die Berufsbildung am Herzen, wie er im Interview mit dem «Landboten» sagt. Bild: Johanna Bossart

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Sie waren am Sonntag noch in Frankreich an der EM, heute nun am Berufsbildungskongress in Winterthur. Wofür schlägt ihr Herz mehr?
Johann Schneider-Ammann: Mein Herz schlägt dauerhaft seit 40 Jahren regelmässig für die Berufsbildung. Aber wenn Events anstehen wie die EM in Frankreich, dann schlägt mein Herz kurzzeitig besonders aus.

Winterthur möchte sich als Bildungsstadt positionieren, gelingt das in ihren Augen?
Ich komme aus der Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (Swissmem). Die Branche hat zwei Werkmeister- und Kaderschulen hier in Winterthur. Für die Industrie war Winterthur immer ein wichtiges Schulungszentrum. Das hat damit zu tun, dass hier die Industrie, insbesondere mit Sulzer und Rieter, gross wurde. Darum ist Winterthur prädestiniert dafür, die Rolle als Bildungsstadt zu übernehmen.

Das Berufsbildungssystem der Schweiz gilt als vorbildhaft. Weshalb braucht es aus ihrer Sicht trotzdem Kongresse wie diesen? Kann die Schweiz noch etwas lernen?
Ich sehe zwei Motivationen solche Kongresse bei uns zu veranstalten. Einerseits wollen wir etwas in die Welt tragen, wovon wir überzeugt sind. Die Welt wird stabiler, wenn sie beschäftigt und gebildet ist. Und wenn sie stabil ist, wird auch investiert. So entstehen Unternehmen, die wieder Arbeitgeber werden und Jobs anbieten. Dieser Kreislauf muss neu animiert werden. Hier möchten wir einen Beitrag leisten, indem wir unser Wissen zur Verfügung stellen. Auf der anderen Seite können aber auch wir etwas lernen. Wir kommen bei diesen Treffen in Kontakt mit Leuten aus Ländern mit völlig anderen Rahmenbedingungen. Auch sie stehen vor der Herausforderung, ihre Leute auszubilden und in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Wenn man diesen Teilnehmern zuhört, hilft das, Rückschlüsse zu ziehen. Wir können uns fragen, ob wir auf Kurs sind oder ob wir einfacher und kostengünstiger zum Ziel kommen könnten.

Marianne Thyssen hat darüber gesprochen, dass es wichtig ist, die Arbeitsintegration der Flüchtlinge im Auge zu behalten. Was sind Ihre Rezepte?
Wenn Flüchtlinge bleiben dürfen, müssen sie integriert werden, damit keine Parallelgesellschaften entstehen. Es gilt, diese Leute zu auszubilden und in die Arbeitswelt aufzunehmen. Wir haben längst erkannt, dass Arbeitsintegration wichtig ist.

Sie haben im letzten Herbst den serbischen Premier Aleksandar Vucic getroffen und ihn an den Kongress eingeladen. Seine Politik ist umstritten, wie stellen Sie sich dazu?
Ich lernte ihn und seine Regierung kennen. Das Land ist derzeit daran, sich besser zu positionieren. Als Bundespräsident und Gastgeber gebe ich aber selbstverständlich keine Urteile ab über Gäste und ihre Regierung. Ich freue mich, dass Aeksandar Vucic in die Schweiz kommt und sich für die Berufsbildung interessiert.

(landbote.ch)

Erstellt: 21.06.2016, 17:46 Uhr

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