Hettlingen

Hettlingen liegt definitiv im Weinland

Sonnenblumen und Dahlien, wo das Auge hinblickt, geschmückte Gärten und hübsch hergerichtete Beizen. Hettlingen hat sich für das Weinländer Herbstfest herausgeputzt. Sogar der Maler hatte mehr zu tun als üblich.

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Die Sonne spielte mit und Bruno Kräuchi, Gemeinde- und OK-Präsident des Herbstfests, war dankbar dafür: «Vielleicht liegt es an der 90-jährigen Hettlingerin, die mir gesagt hat, sie habe täglich für schönes Wetter gebetet», meinte er. Das Wetter sei nicht nur für die Gäste gut, sondern auch für die Vereine und sogar das Budget. «Das Abbrechen der Stände und Zelte geht dann viel einfacher und wenn es nicht regnet, müssen wir auch den Budgetposten für Kulturschäden nicht beanspruchen.»

Gejätet und gestrichen

Am Samstagmorgen hatte die ­Gemeinde Hettlingen zur Eröffnungsfeier mit Gratisapéro eingeladen. Dem Ruf folgten etwa Regierungsrat Ernst Stocker, Nationalrat Jürg Stahl oder auch Winterthurs Stadtpräsident Michael Künzle. Bruno Kräuchi warf in seiner Begrüssung gleich eine Frage auf, die schon im Vorfeld zu reden gegeben hatte: «Gehört ihr nun zum Weinland dazu oder nicht?»

«Gehört ihr nun zum Weinland dazu oder nicht?»

Denn offiziell ist Hettlingen gar keine Weinländer Gemeinde, vielmehr zählt sie zum Bezirk Winterthur. Doch Kräuchi sieht Hettlingen als Tor um Weinland, und er verwies darauf, dass Hettlingen sogar 3,2 Hektaren Reben zu bieten habe. Zudem ­teile Hettlingen verschiedene ­Anliegen mit dem Weinland, beispielsweise setze man sich gemeinsam ein für den ostseitigen Erdwall an der A 4.

Vor allem aber zeigte sich Kräuchi stolz auf sein Dorf. «Schon lange musste der Maler nicht mehr so viele Fassaden streichen und selten habe ich so viele Männer in den Vorgärten jäten gesehen wie in den letzten Tagen. Alle haben mitgeholfen, dass sich das Dorf von der besten Seite zeigen kann.» Den Gästen wurde einiges geboten. So viele Restaurants wie an diesem Wochenende habe man in Hettlingen noch nie gezählt, sagte Kräuchi. Verschiedene Konzerte fanden statt, zudem gab es viel zu besichtigen, etwa Handwerker bei ihrer Arbeit, Oldtimertraktoren oder Landmaschinen.

«Wein verbindet schliesslich»

Bevor das Fest offiziell eröffnet wurde, richtete Regierungsrat Ernst Stocker das Wort an die Gäste. Er erzählte, dass er beim letzten Regierungstreffen der Kantone Zürcher Wein ausgeschenkt habe. «Immerhin ist der Kanton Zürich der grösste Deutschschweizer Weinproduzent.» Die Welschen hätten vor Staunen den Mund fast nicht mehr zugebracht. «Die hiesigen Weinproduzenten haben in den letzten Jahren grosse Fortschritte gemacht», lobte er. Und ob man nun für das Herbstfest im richtigen Weinland sei oder nicht, spiele gar keine Rolle. «Wein verbindet schliesslich.»

«Die hiesigen Weinproduzenten haben in den letzten Jahren grosse Fortschritte gemacht»Ernst Stocker,
Regierungsrat

Während Stockers Rede kam im Publikum plötzlich Aufregung auf. Schwarzer Rauch zeigte sich am wolkenlosen Himmel. Mitglieder der Feuerwehr sprinteten an der Bühne vorbei los Richtung Rauchsäule. Kurz darauf kam aber die Entwarnung. Es brannte zwar, aber im benachbarten Neftenbach (siehe Seite 7).

Gemeindepräsident Kräuchi rief zum Abschluss der Eröffnungsfeier noch zum gemeinsamen Singen der Landeshymne auf: «Wir singen alle mit, nicht wie bei unserer Fussballnati.» Die Besucher taten wie geheissen und durften danach die über 30 Festwirtschaften und zahlreichen Marktstände erkunden. So nutzte beispielsweise die Hettlinger Bibliothek den Besucheransturm, um ausgediente Bücher an die Leute zu bringen, zu einem Franken das Stück.

Während sich der Besucheransturm am Samstagmorgen und -nachmittag noch in Grenzen hielt, war am Abend dann deutlich mehr los. Die Festbeizen waren gut besucht, trotzdem war in den verwinkelten Gassen noch gemütliches Flanieren möglich. (Der Landbote)

Erstellt: 09.09.2018, 17:44 Uhr

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Blumen, Kürbisse und Wein

Blumen, Kürbisse und Wein Hettlingen hat sich für das Weinländer Herbstfest herausgeputzt. Fassaden wurden neu gestrichen und Brunnen mit Blumen und Kürbissen dekoriert.

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