Wila

Huebbach-Umleitung verzögert sich

Die Gemeinde Wila will den Huebbach umleiten, um Anwohner vor Hochwasser zu schützen. Das Vorhaben könnte sich aber verzögern, weil ein kantonales Projekt zur Renaturierung der Töss nicht so schnell vorankommt.

Der Hochwassergefahr ausgesetzt: Liegenschaften beim Huebbach entlang der Felseneggstrasse. (Archivbild)

Der Hochwassergefahr ausgesetzt: Liegenschaften beim Huebbach entlang der Felseneggstrasse. (Archivbild) Bild: Heinz Diener

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Alle 30 Jahre tritt der Wilemer Huebbach über die Ufer. Das zeigt ein Blick in die Statistik. Zuletzt war dies im Jahr 1994 der Fall. Für den Gemeinderat Anlass, Massnahmen zum Hochwasserschutz in die Wege zu ­leiten. Seit bald 15 Jahren dis­kutiert man in Wila geeignete Massnahmen. Ein Hin und Her zwischen Gemeinde und Kanton sorgte in der Vergangenheit allerdings dafür, dass die Planung versandete.

Personelle Engpässe

Mit dem neusten Wurf soll es klappen. Im Juli hat der Ge­meinderat dem kantonalen Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) ein Vorprojekt zur Bewilligung unterbreitet. Wegen personeller Engpässe beim Amt ist die Stellungnahme dazu jedoch erst im November eingetroffen. Ursprünglich sollte das Bauprojekt im vergangenen Herbst starten.

Alle 30 Jahre tritt der Wilemer Huebbach über die Ufer.

Geplant ist, den Huebbach aus dem Dorf zu verlegen und neu an der Tankstelle der Landi vorbei oberhalb des Sekundarschulhauses Schweissrüti in die Töss zu leiten. Ein Hochwasser-Entlassungskorridor würde im Bereich der Felseneggstrasse entstehen. Doch nun könnte es zu einer Verzögerung kommen.

Zeitgleich mit den Planungen für den Hueb­bach treibt der Kanton ein eigenes Projekt zur Renaturierung der Töss voran. Die Absicht ist eine neue, natürlichere und sicherere Gestaltung der Töss östlich der Bahnstrecke. Die Mündung des Huebbachs in die Töss oberhalb des Schulhauses ist Bestandteil davon.

«Daraus ergeben sich Syner­gien für die Gemeinde», sagt der Wilemer Tiefbauvorstand Sandro Turcati (SP). Die Sanierung des Huebbachs hätte damit auch für den Kanton höchste Prio­rität. Beide Parteien seien sich einig, dass die beiden Projekte parallel zueinander vorangetrieben werden sollen, sagt Turcati. «Damit ist eine Umlegung des Bachs möglich, was uns ein zen­trales Anliegen war.»

«Daraus ergeben sich Syner­gien für die Gemeinde.»Sandro Turcati, Wilemer Tiefbauvorstand

Auch die Agrola-Tankstelle der Genossen­schaft Landi Wila-Turbenthal an der Hauptstrasse könne somit gleich weiterbetrieben werden wie bis anhin. Ein Problem aber gibt es: ­Mangels personellen Ressourcen kann das Awel das Töss-Projekt momentan nicht lancieren.

Länger der Gefahr ausgesetzt

Dies bringt die Gemeinde Wila in die Zwickmühle. Die gemeinsame Planung für Töss und ­Huebbach könnte ermöglichen, dass die Mündung des Fliessgewässers weiter weg vom Schulhaus platziert wird und dass die Planungskosten beider Vorhaben tiefer ausfallen, wenn man sie gemeinsam vorantreibt.

Für den Gemeinderat stellt sich also die Frage: Wie lange soll er zuwarten? Die Verzögerung führt laut ­Gemeinderat Sandro Turcati dazu, dass die Liegenschaften im Umkreis des Huebbachs ein Jahr länger einem potenziellen Hochwasser ausgesetzt sind. Von einer Überflutung wären 200 Liegenschaften betroffen.

«Wenn man die Kosten abwägt, wird klar, dass wir dieses Projekt so rasch wie möglich realisieren müssen.»Sandro Turcati

Die kantonale Gebäudeversicherung schätzt das mögliche Schadensausmass auf 14 Millionen Franken. «Wenn man die Kosten abwägt, wird klar, dass wir dieses Projekt so rasch wie möglich realisieren müssen», sagt Turcati.

Deshalb hat sich der Gemeinderat Wila nun an den Regierungsrat gewandt und einen Brief an Regierungsratspräsident und Bauvorstand Markus Kägi (SVP) geschrieben. Die Wilemer Behörde erhofft sich davon, dass das Awel seine knappen Ressourcen bündelt, um das Renaturierungsprojekt Töss zu beschleunigen. «Wir zählen darauf, dass Regierungsrat Kägi sich für eine Priorisierung dieses Vor­habens ausspricht», sagt Sandro Turcati.

Die Wilemer Stimmberechtigten werden voraussichtlich im Herbst 2019 an der Urne über den Baukredit von 4,3 Millionen Franken entscheiden. Noch ist die Aufteilung der Kosten zwischen Bund, Kanton und Gemeinde nicht im Detail geklärt. Laut Tiefbauvorstand Sandro Turcati würden Bund und Kanton 50 bis 60 Prozent der Kosten übernehmen. Der Baubeginn ist auf Frühjahr 2020 vorgesehen – frühestens.

Erstellt: 14.01.2018, 14:59 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Newsletter

Das Beste der Woche.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitagmorgen Leseempfehlungen fürs Wochenende. Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!