Neftenbach

«Ich sehe mich nicht als Sexsymbol»

Schon als Girl in Neftenbach träumte Sara Leutenegger von einer Karriere als Topmodel. Jetzt versucht sie, den Ansprüchen von Heidi Klum gerecht zu werden.

54 000 Follower auf Instagram: Sara Leutenegger posiert vor der Liebfrauenkirche in München.

54 000 Follower auf Instagram: Sara Leutenegger posiert vor der Liebfrauenkirche in München. Bild: PD

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Vor dem Eingang des Naturkostrestaurants steht eine geschmackvoll gestylte junge Frau. Die langen Beine stecken in schwarzen Lederhosen und feinen Stiefeletten mit Knöpfen dran. Sie trägt eine beige Frühlingsjacke. Als Sara Leutenegger ihren Namen hört, blickt sie vom Handy auf. «Hallo, schön, dass es klappt.» Sie lächelt, steckt das Mobiltelefon weg und lässt eine Umarmung zur Begrüssung folgen.

Der Pony, den ihr Heidi Klum verpasst hat, steht ihr gut.«Wollen wir hineingehen?», fragt die 23-Jährige. Sie esse gerne gesund. Der Mann hinter der Restauranttheke blickt die attraktive Kundin neugierig an. Ob er sie am Donnerstagabend in «Germany’s Next Topmodel» gesehen hat?

Sie habe die Folge mit ihrem Ehemann und mit Freunden angeschaut, erzählt Sara Leutenegger, die mit Mädchennamen Ganz heisst und in Neftenbach aufgewachsen ist. Seit letztem Sommer ist sie mit Ex-Bachelor Lorenzo Leutenegger verheiratet, Sohn des Zürcher Stadtrates Filippo Leutenegger. Die beiden haben sich vor fünf Jahren an einem gemeinsamen Event kennengelernt. Da war sie 19 und er 30 Jahre alt. Wenig später zog Sara zu Lorenzo nach Zürich.

Sie staune, wie auch die Männer aus ihrem Bekanntenkreis sich für «GNTM», so die Abkürzung für «Germany’s Next Topmodel», interessieren.» Eigentlich richte sich die Reality Show ja an Mädchen und junge Frauen. «Unsere Freunde finden es aber immer sehr lustig, wenn ich die Sendung mit meinem Insiderwissen kommentiere.»

Sara Leutenegger ist die einzige Schweizerin in der diesjährigen Castingshow. Sie habe schon als Teenager alle Staffeln angeschaut. «Eine Modelkarriere war immer mein Traum.» Ihre Chancen stehen gut. In der letzten Folge hat sie es unter die besten Zwölf geschafft.

Ich kann gut einstecken, mir war es bei GNTM noch nie unwohl.Sara Leutenegger, Nachwuchsmodell mit Neftenbacher Wurzeln

Bereits mit 17, als Sara noch in der Ausbildung zur Bauzeichnerin steckte, nahm sie am Elite-Model-Look Wettbewerb teil. «Mein Bruder Marco hat mich einfach angemeldet», sagt sie amüsiert. Sie schloss damals zuerst ihre Ausbildung ab, bevor sie für drei Monate nach Kapstadt reiste, um zu modeln.

Bis auf das Live-Finale, das im Mai ausgestrahlt wird, ist die Staffel von «GNTM» fertig gedreht. Sara kann es unter die letzten vier geschafft haben. Ob das so ist, darf sie aber nicht verraten. Bei einem Sieg würde sie den Titel der US-Modebibel «Harper’s Bazaar» zieren und einen Modelvertrag gewinnen.

«Nur Lorenzo und meine Mutter wissen, ob ich es ins Finale geschafft habe.» Das soll auch so bleiben. Sara Leutenegger hat ihre Mimik im Griff und blickt mit undurchschaubarer Miene aus dem Fenster. Ihre Familie fiebere bei jeder Folge mit ihr mit. Die Mutter, die aus El Salvador stammt, und ihr Vater schicken ihr jeweils SMS-Komplimente.

Die Kandidatinnen dürfen nicht zimperlich sein. Sie müssen zum Beispiel im hautfarbenen Tanga oben ohne vor der Kamera posieren. Die Schweizerin erhielt dafür am Set grosses Lob. «Boah, super fotogen, super sexy, toller Ausdruck im Gesicht», kommentierte Klum, die aber auch ungeschminkt austeilt. «Ich kann gut einstecken, mir war es bei GNTM noch nie unwohl», versichert das Nachwuchsmodel mit den Neftenbacher Wurzeln.

Ob sie gerne ein Sexsymbol wäre? Sie muss lachen. «Nein, ich sehe mich nicht als Sexsymbol, sondern als jemand, der für seinen Body trainiert und körperbewusst ist.»

Ihre Mittagspause ist gleich um. Heute sei Schule angesagt, verrät die Bauzeichnerin, die in einem Zürcher Ingenieurbüro arbeitet. Parallel dazu baut sie sich momentan an der Schule für körperzentrierte Psychologie ein weiteres Standbein als Ernährungsberaterin auf. Doch konzentrieren wolle sie sich klar aufs Modeln und die Sozialen Medien.

Und nach der Arbeit? «Da gehe ich ins Gym, Joggen, mit Freunden aus oder koche etwas Feines.» Kein Hungern am Abend für die Figur? Sara Leutenegger winkt lachend ab. «Sicher nicht, wichtig ist, gesund zu essen» Und wenn es ihr einmal schlecht gehe, bringe ihr Lorenzo eine Schoggi.

Sagts und entschwindet wippenden Ganges über den Fussgängerstreifen ­– als wäre er ein Catwalk. ()

Erstellt: 08.04.2018, 14:26 Uhr

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