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In die Pedale treten für einen guten Zweck

Ein neuer Verein macht mobil: Nach gefahrenen Velokilometern soll die Spendenkasse klingeln.

Strampeln für einen guten Zweck: Der Velometer mit der eigens im Machwerk im Siebdruckverfahren bedruckten Kartonverpackung. Auf dem Bild ein Teil des Vereinsvorstandes (von links): Christine Sima, Rolf Heinrich Breer, Filip Haller.

Strampeln für einen guten Zweck: Der Velometer mit der eigens im Machwerk im Siebdruckverfahren bedruckten Kartonverpackung. Auf dem Bild ein Teil des Vereinsvorstandes (von links): Christine Sima, Rolf Heinrich Breer, Filip Haller. Bild: Enzo Lopardo

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Sie sind jung, haben Ideen, ein grosses Netzwerk und Power ­genug, das zu stemmen, was sie sich vorgenommen haben - und das ist eine ganze Menge. André Zobel, Christine Sima, Filip Haller, Jan Zablonier und Rolf Heinrich Breer sind die Köpfe hinter dem Verein Velometer, der seit April in Winterthur aktiv ist und heute bereits über 80 Mitstrampler und Mitstramplerinnen hat.

Und es sollen noch mehr werden, möglichst viele künftige Vereinsmitglieder möchte man dazu motivieren, sich durch Velo­fahren gesund und umweltverträglich zu bewegen und damit gleichzeitig Gutes für andere zu tun. Das Spenden bei Velometer funktioniert so: Mit einer Mitgliedschaft können Interessierte einen Rappenzähler erwerben, der, einmal am Velo befestigt, die übers Jahr gefahrenen Velometer anzeigt. Ende Oktober werden diese in Form einer Spende an die Krebsliga des Kantons Zürich überwiesen. «Weil alles auf dem Freiwilligenprinzip beruht, kann die Höhe der Spende pro Kilometer frei gewählt werden», erläutert Vorstandsmitglied Breer.

Zwei Gründungsmitglieder hatten Krebs

Weshalb ausgerechnet die ­Zürcher Krebsliga? «Ich hatte 2014 und 2017 eine Krebserkrankung», sagt Breer. «Ein weiteres Gründungsmitglied hatte ebenfalls Krebs.» Sie beide hätten zum Glück ein gutes soziales Umfeld gehabt und Unterstützung von Familie und Freunden erfahren. «Heute sind wir beide gesund.» Er habe während der Chemotherapie 2017 und der anschliessenden Operation viele Betroffene kennen ­gelernt, die nicht von sich behaupten konnten, grosse Unterstützung zu erhalten, und die nicht nur mit der Krankheit selber, sondern auch mit der Organi­sation ihres Alltags während der Therapien überfordert waren. «Solche Leute unterstützt die Krebsliga, und dies möchten wir ebenfalls unterstützen.»

Zur Gründung des Vereins sei es auch aus Dankbarkeit gekommen, eine schlimme Krankheit überstanden zu haben, und dem Bedürfnis, davon etwas weiterzugeben. Die Krebsliga betreibt in Zürich eine Beratungsstelle sowie eine Praxis für Psycho­onkologie und führt ein ambulantes Onko-Reha-Programm durch. In Winterthur bietet sie mit dem Informations- und Begegnungszentrum Turmhaus einen Treffpunkt für Krebs­kranke und Angehörige an.

Als Vereinsziele listet Breer auf: die Unterstützung gemein­nütziger, nicht politischer Or­ganisationen, eine davon ist die Krebsliga. Dann: sich selbst ­etwas Gutes tun mit Sport und Bewegung für Körper und Geist. Und gleichzeitig anderen etwas Gutes tun.

Mit dem Velo zum FCW-Auswärtsspiel

Auf der Traktandenliste des Vereins stehen die Planung eines Mitgliederfestes im Herbst und vor allem die Öffentlichkeitsarbeit. «Und sobald der neue Spielplan des FCW bekannt ist, werden wir sicher auch die eine oder andere Velotour zu einem Auswärtsspiel planen.» Die Vereinsgründer haben sich an den Heimspielen des FCW kennen gelernt. Anfangs April haben die engagierten Gründer ihren Verein im Rahmen des Winterthurer Velofrühlings erstmals der Öffentlichkeit vor­gestellt.

Erstellt: 23.06.2019, 22:20 Uhr

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