Winterthur

«In diesen Boxen Schule zu geben, ist eine Zumutung»

Winterthur Um rasch mehr Schulklassen unterzubringen, setzte die Stadt zuletzt vor allem auf Pavillons. Die Condecta-Container empfinden manche Lehrer dabei als nicht zumutbar.

Die Schulpavillons des Schulhauses Rychenberg bleiben noch bis 2021 im Einsatz.

Die Schulpavillons des Schulhauses Rychenberg bleiben noch bis 2021 im Einsatz. Bild: Marc Dahinden

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Im Sommer ist es stickig und heiss oder es wird über die Klimaanlage auf Temperaturen heruntergekühlt, dass sich Lehrer und Schüler erkälten. Im Winter wiederum ist die Luft schlecht, und man fröstelt. Die Rede ist von den Condecta-Container-Provisorien, der schäbigsten Variante der Pavillon-Lösungen als Ersatzklassenzimmer.

Eine Umfrage des «Landboten» beim Lehrpersonal und den vier Präsidenten der Kreisschulpflegen zeigt, dass die Container mehr als nur schlecht ankommen. «Die Schülerinnen und Schüler empfinden es als Strafe, wenn sie dort unterrichtet werden», sagt eine Mittelstufen-Lehrerin. Viel zu hellhörig seien diese «Schachteln» oder «Boxen». Halbklassen bringe man dort unter, für ganze Klassen sei es aber «definitiv zu eng». Zudem gebe es nur eine Toilette pro Geschlecht und wenn es stürme, winde es beim Eingang die Planen weg, was «sehr gefährlich» sei. Auch Toni Patscheider, Präsident der Kreisschulpflege Oberwinterthur bilanziert: «Container-Pavillons erfüllen die Anforderungen für die Schule schlecht bis nicht.»

Ein Ende der alten Pavillonsist in Sicht

Insgesamt sieben Klassen werden heute noch in den Containern unterrichtet, die allerdings nur provisorisch bleiben. Am prekärsten ist die Situation wohl im Dättnauer Primarschulhaus Laubegg. Dort werden noch bis 2019 vier Klassen in je einem Container unterrichtet, bis der Anbau fertig ist.

«Container-Pavillons erfüllen die Anforderungen für die Schule schlecht bis nicht.» Toni Patscheider, Präsident der Kreisschulpflege Oberwinterthur

In Hegi Dorf besetzt eine Klasse noch zwei Zimmer, bis sie nächstes Jahr ins neue Schulhaus Neuhegi zieht, und im Rychenberg bleiben die Pavillons bis 2021 stehen. Schulvorsteher Jürg Altwegg (Grüne) sagt, er könne das vernichtende Urteil der Lehrerinnen und Lehrer verstehen: «Wir wissen um die nicht gerade optimale Qualität dieser Bauten». Deshalb würden sie mittelfristig ja auch ersetzt.

Als «vollwertige Klassenzimmer» hingegen gelten die neusten Pavillons im Minergie-Standard. 70 Klassen- und Gruppenräume hat Altweggs Vorgänger Stefan Fritschi (FDP) Anzahl Klassenzimmer innert fünf Jahren davon hinstellen lassen. Zum Vergleich: Winterthurs künftig grösstes Schulhaus, der Ersatzneubau des Schulhauses Wallrüti in Oberi, umfasst 56 Zimmer.

Mit den modernen Minergie-Pavillons scheinen Lehrer und Schüler zufrieden zu sein, sie sehen aber auch darin keine ideale Lösung.

(Der Landbote)

Erstellt: 17.12.2017, 17:24 Uhr

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