Winterthur

In vier Quartieren wird es ruhiger

Schon bald kommen in der Stadt drei neue Begegnungszonen und zwei neue Tempo 30-Zonen dazu. Diesmal scheint die Verkehrsberuhigung ohne Aufhebens zu gelingen.

Die Weststrasse in Veltheim, bald eine Begegnungszone. Noch aber gilt Tempo 30.

Die Weststrasse in Veltheim, bald eine Begegnungszone. Noch aber gilt Tempo 30. Bild: Marc Dahinden

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Entweder es entbrennt ein Quartierstreit darüber oder aber, es passiert einfach und kaum jemand nimmt Notiz davon, so scheint es: Die Rede ist von Begegnungszonen. Mitten in Veltheim entsteht eine sieben Fussballfelder grosse Begegnungszone entlang der 460 Meter langen Weststrasse, inklusive der kleinen Nebenwege (siehe Grafik und Bild).

«Bei uns und auch bei der Quartierzeitung hat niemand je davon gehört.»Ursula Staufer, Co-Präsidentin Ortsverein Veltheim

Es ist stadtweit eine der grössten. Die Stadtpolizei hat vorletzte Woche die Verkehrsanordnung dafür publiziert. Beim Ortsverein Veltheim aber weiss man von nichts. «Bei uns und auch bei der Quartierzeitung hat niemand je davon gehört», sagt Co-Präsidentin Ursula Staufer. Die Euphorie hält sich in Grenzen. Heute gilt Tempo 30, aber bei dem engen Strässchen rolle ohnehin fast jeder im Schritttempo. Bei Tempo 20 haben die Fussgänger vortritt, parkieren ist nur auf markierten Feldern erlaubt und es gilt konsequent Rechtsvortritt.

Alle gefragt. Tatsächlich?

Ähnlich erstaunt über die Einführung einer Begegnungszone sind gewisse Anwohner an der 500 Meter langen Mythenstrasse am Brühlberg, die zur Begegnunszone wird. «Uns hat niemand gefragt», sagt eine Ehepaar vor Ort, das seit rund 30 Jahren dort wohnt. Beim Quartierverein aber bestätigt man aber, dass eine offiziell Umfrage stattgefunden habe. Weil viele Familien mit Kindern hier lebten, sei Tempo 20 angebracht.

«Uns hat niemand gefragt.»Ein Ehepaar vor Ort

Zur Erinnerung, das Verfahren, eine sogenannte Tempo-Zone bei Behörden anzustossen, läuft seit ein paar Jahren wie folgt: Eine Kerngruppe mit Vertretern aus mindestens drei Haushalten kann sein Anliegen beim Amt für Städtebau deponieren. Macht das Projekt Sinn, muss die Kerngruppe einen Fragebogen an die betroffenen Anwohner streue, bei denen eine Mehrheit zustimmen muss. Auch im Tössfeld haben die Bewohner eine neue Begegnungs-Zone angestossen, an der Giesserstrasse, Nähe Storchenbrücke.

«Solange Lisibach im Amt ist, lassen wir die Sache auf sich beruhen.»Thomas Erhard, Wülflinger Forum

Gemäss Departement Bau fiel die Zustimmung in allen drei Quartieren jeweils deutliche aus. Das ist nicht selbstverständlich. In Wülflingen und Oberwinterthur fochten Befürworter und Gegner einen wüsten Streit aus. Eine Wülflinger Minderheit wünschte sich einen verkehrsberuhigten Dorfkern. An vorderster Front der Gegner: Der damalige Gemeinderat und heutige Bauvorsteher Josef Lisibach (SVP). «Das Projekt ist in einer Schublade verschwunden. Solange Lisibach im Amt ist, lassen wir die Sache auf sich beruhen», sagt Thomas Erhard vom Wülflinger Forum.

Ähnlich tönt es in Oberi, wo der alte Dorfkern zur Begegnungszone werden sollte, was am Widerstand des Gewerbes scheiterte. Und auch in Zinzikon unterlag eine Minderheit der Bewohner kürzlich lautstark.

Über zwanzig 20er-Zonen

Doch es geht schrittweise vorwärts, bei den Begegnungszonen. Vor fünf Jahren, als aufgrund einer Motion das Bewilligungsverfahren vereinfacht wurde, waren es stadtweit drei. Heute sind auf dem Online-Stadtplan bereits zwanzig eingetragen. Gehen keine Einsprachen ein. könnte die neuen Tempo-Zonen schon ab Ende November neu signalisiert werden.

Publiziert wurden vorletzte Woche auch zwei neue Tempo 30-Zonen, die am Stadtrand entstehen. In Iberg wachsen durch die Einzonung der Weierstrasse die 30er-Bereiche der Aussenwacht zusammen. Und auch in der Oberianer Aussenwacht Stadel wird bald zur 30-er-Zone. Damit bleibt lediglich noch die Veltemer Feldstrasse pendent.

(Der Landbote)

Erstellt: 29.10.2017, 15:58 Uhr

Die neue Begegnungszone in Veltheim und eine Übersicht der restlichen Zonen

(Bild: Quelle GIS, Grafik ak)

Umgesetzte Begegnungszonen
- Grüze-/Töpfer/Bäckerstrasse
- Herrenrebeweg
- Lärchen-/Sonnenbergstrasse
- Brühlbergfuss
- Gutenbergstrasse
- Ida-Sträuli-/Barbara-Reinhart-Strasse
- Schoorenstrasse
- Erlenstrasse
- Neudorfstrasse (Grundstrasse ist T30Z)
- Oberdorfstrasse
- Rankstrasse (Oberfeldstrasse nicht umgesetzt, bleibt T30Z)
- Chrugeler
- Malz-/Meilistrasse (Quartier Brauerei)

Pendente Begegnungszonen
- Dammstrasse (Umsetzung mit Strassensanierung)
- Eigenheim (Umsetzung mit Strassensanierung)
- Rudolfstrasse (Umsetzung mit Masterplan Bahnhof)

Abgelehnte Begegnungszonen
- Büelrainstrasse (fachlich ungeeignet)
- Jonas-Furrer-Strasse (fachlich ungeeignet)
- Quartier Nägelsee (Umfrage negativ)
- Wart-/Tell-/Paulstrasse (fachlich ungeeignet, braucht
bauliche Massnahmen)
- Schützenstrasse (vom Stadtrat abgelehnt, T-30 genügt)
- Quartier Blüemli (Umfrage negativ)
- Quartier Stegli-Tobel (Umfrage negativ)
- Winzerstrasse (fachlich ungeeignet)

Umgesetzte Tempo-30-Zonen
- Dättnauerstrasse
- J.C.-Heer-/Nägelseestrasse
- Reutgasse
- Riedhofstrasse
- Hedy-Hahnloser-/Julie-Bike-Strasse
- Sonnenbühlstrasse/Starenweg
- Amelenweg
- Linsentalstrasse
- Rychenberg-/Talackerstrasse

Pendente Tempo-30-Zonen
- Feldstrasse

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