Winterthur

Irritierender Schilderwald — viele Bussen

Die Stadtpolizei hat an der Rosenstrasse hinter dem Technikum zahlreiche Velofahrer gebüsst, weil sie eine Einbahn-Tafel nicht beachteten. Allerdings war die Signalisation bis vor kurzem zumindest nicht unmissverständlich.

Die alte Signalisierung bestand aus einem blauen Veloweg-Schild samt Umleitung. Neu ist nur noch Einbahn signalisiert.

Die alte Signalisierung bestand aus einem blauen Veloweg-Schild samt Umleitung. Neu ist nur noch Einbahn signalisiert. Bild: Marc Dahinden

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Dort wo der Neubau der Kantonsschule Büelrain entsteht, ist es im Moment eng. Für Velofahrerinnen und Velofahrer wurde aber extra eine Spur abgetrennt, damit sie unbehelligt vom Baustellenverkehr die Rosenstrasse befahren können. Allerdings ist die Spur relativ eng und darum nur in Richtung Teuchelweiher befahrbar.

30 Franken Busse

In den letzten Tagen kontrollierte die Stadtpolizei, ob Velofahrende das Einbahnsignal beachteten. Rund 60 Velofahrer erhielten eine 30-Franken-Busse, darunter auch Hans Sigg, der in der Nähe wohnt. Ihn ärgert die Busse: «Die Signalisation ist völlig unklar. Zudem wäre dieser direkte Veloweg deutlich sicherer als die Umleitung über den gefährlichen und unübersichtlichen Fussweg.»

«Ich frage mich, ob die Stadtpolizei bewusst unklar signalisiert hat, um Bussen zu generieren oder ob sie einfach nur nachlässig war.»Hans Sigg, Velofahrer

Die Umleitung führt durchs Technikumareal und dann über eine schmale Brücke wieder zurück auf den Veloweg. Dort müssten Velofahrer häufig absteigen, weil ihnen Fussgänger entgegen kommen, so Sigg. «Ich frage mich, ob die Stadtpolizei bewusst unklar signalisiert hat, um Bussen zu generieren oder ob sie einfach nur nachlässig war.»

Tatsächlich lässt einem der Schilderwald zumindest etwas ratlos zurück. Ein Veloweg ist zwar signalisiert, allerdings in Kombination mit einem Einbahnschild.

Signalisation angepasst

Konfrontiert mit Siggs Vorwürfen sagt Michael Wirz, Sprecher der Stadtpolizei, man habe die Situation vor Ort angeschaut. Tatsächlich sei die temporäre Signalisation etwas komplex, man habe sie darum angepasst. Das Velowegschild mit Umleitung ist seit Freitag verschwunden. Es bleibt das Einbahnschild, ergänzt mit dem Vermerk «ausgenommen Baustellenverkehr». So ist zumindest klar, dass sich dort kein Veloweg befindet.

Allerdings ist die Stadtpolizei der Meinung, die Signalisation sei schon zuvor klar gewesen, wenn man die Gesamtsituation betrachte. «Wer von der Wildbachstrasse her kommt, sieht deutlich, dass für das Velo eine Umleitung über das Technikumareal signalisiert ist.» Die Bussen bleiben darum auch gültig.

«Zu schmal für Gegenverkehr»

Doch weshalb kontrolliert die Stadtpolizei an dieser Stelle Velofahrer? Geht es wirklich nur darum, die Bussenkasse zu füllen? Wirz verneint das, es gehe um die Sicherheit. Eine Velofahrerin habe am Vortag darauf hingewiesen, dass es im Kurvenbereich immer wieder zu gefährlichen Situationen komme, wenn der Veloweg unerlaubterweise von beiden Seiten befahren werde. Insbesondere, wenn schnelle E-Bikes unterwegs seien. «Der Streifen ist einfach zu schmal für Gegenverkehr», sagt Wirz.

«Ich wünsche mir, dass sich die Polizei auf die Lösung gefährlicher Verkehrssituation konzentriert und nicht auf die Bussengenerierung.»Hans Sigg

Sigg sieht das anders: «Der Veloweg ist genügend breit, dass selbst zwei Velos mit Kinderanhänger kreuzen können. Ich wünsche mir, dass sich die Polizei auf die Lösung gefährlicher Verkehrssituation konzentriert und nicht auf die Bussengenerierung.»

(Der Landbote)

Erstellt: 24.06.2018, 13:44 Uhr

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